Endometriose - Misstrauen in den eigenen Körper

„Gutartige Wucherung von Gebärmutterschleimhaut“ klingt schon fürchterlich und Christel Fröse kann bestätigen: Das ist es auch. Die 47-Jährige hat wegen der Endometriose schon so starke Unterleibsbeschwerden gehabt, dass sie deswegen regelmäßig ohnmächtig geworden ist. Bei mehreren Operationen sind ihr daraufhin Endometriose-Herde entfernt worden.

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Der diesjährige „Robert G. Edwards Prize Paper Award“ für die beste Publikation des Jahres 2016 auf dem Fachgebiet der Reproduktionsmedizin geht an ein interdisziplinäres Forscherteam aus Münster.

 Die Wissenschaftler um Prof. Martin Götte, Leiter des Forschungslabors der Unifrauenklinik, erhielten die Ehrung für ihre Arbeit zu einem möglichen neuen Therapieansatz bei Endometriose. Eine Jury des medizinischen Fachverlages Elsevier, dem Initiator des Preises, wählte die Publikation aus zahlreichen Einsendungen aus.

Die Forscher aus der Frauenklinik, dem Kinderwunschzentrum, der Klinik für Strahlentherapie/Radioonkologie und dem Biomedizinischen Technologiezentrum fanden in ihren gemeinsamen Experimenten heraus, dass die microRNA miR-200b die Produktion bestimmter Eiweiße in den Endometriosezellen reguliert.

„Diese Eiweiße sind verantwortlich für die Umwandlung von Gebärmutterschleimhautzellen in einen anderen Zelltyp, der sich wiederum sehr gut im menschlichen Körper bewegen kann. Somit bestimmt miR-200b, wie gut Zellen der Gebärmutterschleimhaut beispielweise in die Bauchhöhle oder den Darm gelangen, und fördert so deren krankhafte Verbreitung – also die Endometriose“, erklärt Götte.

In ihren Laborversuchen konnten die Forscher zeigen, dass eine erhöhte Menge an miR-200b die negativen Eigenschaften der Endometriosezellen abschwächen und so womöglich in einer künftigen Therapie zu einem milderen Krankheitsverlauf beitragen könnte. „Bis wir unseren Patienten auf Basis dieses Ergebnisses eine Therapie anbieten können, braucht es noch Zeit. Aber wir haben den Weg für spannende und vor allem vielsprechende weitere Forschung geebnet“, freut sich Götte.

Seit 2010 verleiht Elsevier den Robert G. Edwards Paper Prize Award an Forschergruppen, die exzellente Arbeiten auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin veröffentlicht haben. Er ist nach dem Nobelpreisträger und „Vater der künstlichen Befruchtung“ Robert Edwards benannt und mit 1000 Euro dotiert.

Gemeinsam (etwas) bewegen - Frauenklinik beim UKM Kliniklauf 2017

Herr Prof. Dr. med. Ludwig Kiesel trat in diesem Jahr mit einigen seiner Mitarbeiter beim UKM Kliniklauf an.
(v. l. n. r. Marina Sourouni, Nadine Rohloff, Mohamed Ibrahim, Philipp Meyer-Wilmes, Prof. Dr. med. L. Kiesel, Dr. med. Anca Chelariu-Raicu, Dr. med. Anke Cordes, Elena Plester, Dr. rer. nat. Friederike Macke)

 

Endokrinologen wählen Prof. Martin Götte zu ihrem Sektionssprecher für Reproduktion

Unter münsterscher Führung steht auch weiterhin die Sektion für Reproduktionsbiologie und -medizin der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE): Prof. Martin Götte ist auf der Jahrestagung der Fachgesellschaft in Würzburg zum neuen Sprecher und damit Nachfolger von Prof. Ludwig Kiesel gewählt worden. Beide kommen aus der Frauenklinik am Uniklinikum Münster (UKM); Kiesel ist deren Direktor und Götte Leiter des dortigen Forschungslabors.....mehr

 
 
 
 

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