Klinik für Kinder- und Jugendmedizin - Pädiatrische Hämatologie und Onkologie

Nachsorge

Die Heilungsraten für Kinder und Jugendliche mit Krebserkrankungen konnten in den vergangenen Jahrzehnten ständig verbessert werden. Heute können drei von vier Patienten geheilt werden. Zu dieser positiven Entwicklung haben intensive Forschung, die Durchführung zentralisierter Therapiestudien und die Einrichtung spezialisierter kinderonkologischer Zentren beigetragen. Bis heute erfordert eine erfolgreiche Krebsbehandlung im Kindesalter jedoch intensive Therapieverfahren, die zu gesundheitlichen Langzeitfolgen führen können. Abhängig von der jeweiligen Erkrankung und Therapie können dazu Wachstumsstörungen und eine verzögerte Pubertätsentwicklung bis hin zur Unfruchtbarkeit gehören, und auch die eingeschränkte Funktion von Organsystemen wie Gehör, Niere, Herz oder Lunge. Auch neurokognitive und psychosoziale Probleme mit einer erschwerten Reintegration in den Alltag können auftreten.

Ziel unserer Nachsorgesprechstunde ist neben der Früherkennung möglicher Erkrankungsrückfälle die frühzeitige Entdeckung von Gesundheitsrisiken als Folge der Behandlung. Dazu werden krankheitsspezifische, individuell an die Krankheitsgeschichte des Patienten angepasste Nachsorgeschemata angewandt. Nicht selten sind an einer optimalen Nachsorge verschiedene Disziplinen, wie Radiologen, Orthopäden, Gynäkologen, Hormonspezialisten und Psychologen, beteiligt. Die Häufigkeit der Nachsorgetermine nimmt mit zunehmendem Abstand von der Erkrankung ab. Nach mehr als 5 Jahren sind üblicherweise noch jährliche Nachsorgen erforderlich. Entwachsen die Patienten dem Kindes- und Jugendalter, leiten wir die Nachsorge üblicherweise in eine Weiterbetreuung in der Erwachsenenmedizin über.