Klinik für Neurologie mit Institut für Translationale Neurologie

Neuropsychologie

 

Die Arbeitsgruppe Neuropsychologie der Klinik für Allgemeine Neurologie des Universitätsklinikums Münster befasst sich mit Veränderungen der kognitiven Leistungen (z.B. Gedächtnis, Konzentration, Wahrnehmung), des Verhaltens (z.B. zunehmende Apathie oder enthemmtes Verhalten) und des emotionalen Erlebens (z.B. Depressivität, Angst) bei Patienten und Patientinnen mit neurologischen Grunderkrankungen. Mithilfe von standardisierter neuropsychologischer Diagnostik sollen solche krankheitsbedingten Abweichungen und Veränderungen quantifiziert, und somit wissenschaftlichen Fragestellungen zugänglich gemacht werden.

Ziel unserer Forschung ist es, den klinischen Nutzen und die praktische Anwendung neuropsychologischer Untersuchungen für Patientinnen und Patienten mit neurologischen Erkrankungen (z.B. für die Früherkennung, die Differenzialdiagnose, die Therapieplanung oder für die Prognose) zu evaluieren und schrittweise zu optimieren. Hierzu gehören die Verbesserung bestehender klinischer Testverfahren und -batterien, die Entwicklung neuartiger diagnostischer Verfahren sowie deren Validierung mittels Methoden der empirischen Psychologie und der kognitiven Neurowissenschaften (insbesondere strukturelle und funktionelle Magnetresonanztomographie). Auch Untersuchungen zur Rehabilitation und Therapie von kognitiven Teilleistungsstörungen und damit assoziierten psychologischen Veränderungen gehören zu unseren Forschungsaufgaben.
Innerhalb der Klinik für Allgemeine Neurologie kooperiert unsere Arbeitsgruppe eng mit der Arbeitsgruppe Kognitive Neurologie und Neurodegeneration (Leitung Prof. Dr. Duning) sowie mit dem Institut für Translationale Neurologie (Leitung Univ.-Prof. Dr. Dr. Sven Meuth). Durch die enge Verzahnung von Forschung und klinischer Tätigkeit (Funktionsbereich Neuropsychologie), können so gewonnene Erkenntnisse rasch in die klinische Routine übernommen werden.
Forschungsschwerpunkte der Arbeitsgruppe sind:

  • Einfluss klinischer, neuroimmunologischer und hirnmorphologischer Veränderungen auf kognitive Prozesse bei entzündlichen und degenerativen Erkrankungen
  • Risikoeinschätzung und Prognose kognitiver Defizite bei multipler Sklerose
  • Kognitive und neuropsychiatrische Profile in der Diagnostik autoimmun-vermittelter limbischer Enzephalitiden
  • Einsatz und Entwicklung von Testverfahren zur Früh- und Differenzialdiagnose präseniler Demenzen, u.a. frontotemporale Demenzen, primär-progressive Aphasien, präsenile Alzheimer-Demenz, posteriore kortikale Atrophien
  • Ursachen und Diagnose von Apraxien und apraktischen Störungen bei neurologischen Erkrankungen

Wir bieten an neuropsychologischer Forschung interessierten Studierenden der Psychologie und angrenzenden Fächern (z.B. Cognitive Sciences) die Möglichkeit, ein Forschungspraktikum in unserer Arbeitsgruppe zu absolvieren oder ihre Abschlussarbeit in einem der oben genannten Forschungsschwerpunkte anzufertigen.

Unser Team

Leitung

Dr. rer.-medic. Andreas Johnen, Dipl.-Psych.
Leitender Psychologe
Andreas.Johnen(at)ukmuenster(dot)de

Wissenschaftliche Mitarbeiter

Sabine Bruchmann
Dipl.-Psych., Klinische Neuropsychologin GNP
Sabine.Bruchmann(at)ukmuenster(dot)de

Ester Riepl, M.Sc. Neuropsychologie
Ester.Riepl(at)ukmuenster(dot)de

Lisa-Marie Rutter, M.Sc. Psychologie
Lisa-Marie.Rutter(at)ukmuenster(dot)de

Studentische Hilfskräfte

Jolene Lemke, B. Sc. Psychologie
Jolene.Lemke(at)ukmuenster(dot)de

Angelina Höfig, B. Sc. Psychologie

Ausgewählte Publikationen

Johnen A, Landmeyer NC, Bürkner PC, Wiendl H, Meuth SG, Holling H. Distinct cognitive impairments in different disease courses of multiple sclerosis-A systematic review and meta-analysis. Neurosci Biobehav Rev. [Epub 2017 Sep 8].

Reul S, Lohmann H, Wiendl H, Duning T, Johnen A. Can cognitive assessment really discriminate early stages of Alzheimer's and behavioural variant frontotemporal dementia at initial clinical presentation? Alzheimers Res Ther.;9(1):61.

Lohmann H, Kulessa F, Holling H, Johnen A, Reul S, Lueg G, Duning T. Umsetzung der S3-Leitlinie „Demenzen“ im klinischen Alltag: Wunsch oder Wirklichkeit? Nervenarzt. [Epub 2017 Apr 20]

Johnen A, Brandstetter L, Kärgel C, Wiendl H, Lohmann H, Duning T.Shared neural correlates of limb apraxia in early stages of Alzheimer's dementia and behavioural variant frontotemporal dementia.Cortex. 2016;84:1-14.

Johnen A, Frommeyer J, Modes F, Wiendl H, Duning T, Lohmann H.Dementia Apraxia Test (DATE): A Brief Tool to Differentiate Behavioral Variant Frontotemporal Dementia from Alzheimer's Dementia Based on Apraxia Profiles.J Alzheimers Dis. 2016;49(3):593-605.

Johnen A, Tokaj A, Kirschner A, Wiendl H, Lueg G, Duning T, Lohmann H.Apraxia profile differentiates behavioural variant frontotemporal from Alzheimer's dementia in mild disease stages.J Neurol Neurosurg Psychiatry. 2015;86(7):809-15.

Lueg G, Gross CC, Lohmann H, Johnen A, Kemmling A, Deppe M, Groger J, Minnerup J, Wiendl H, Meuth SG, Duning T.Clinical relevance of specific T-cell activation in the blood and cerebrospinal fluid of patients with mild Alzheimer's disease.Neurobiol Aging. 2015;36(1):81-9.

Die vollständige Literaturliste von Dr. rer. medic. Andreas Johnen, Dipl.-Psych bei Pubmed.