Institut für Schlafmedizin und Neuromuskuläre Erkrankungen

Foto Team, UKM-Schlafmedizin

Unsere Arbeitsgruppe arbeitet methodisch und inhaltlich auf zwei Gebieten:

Pathophysiologie schlafbezogener Atmungsstörungen

Im Rahmen einer Reihe an Projekten untersuchen wir die Pathophysiologie schlafbezogener Atmungsstörungen und Ihrer Therapie. Dabei kommen neben der Polysomnographie die nächtliche Erfassung des Blutdruckes, des kardialen Schlagvolumens, der Herzfrequenz, der Blutdruckvariabilität sowie der Barorezeptorreflexsensitivität zum Einsatz. Darüber hinaus ist die invasive, mikroneurographische Messung der Spontanentladungsrate des N. peroneus und damit die Erfassung der Muscle sympathetic nerve activity (MSNA) als Marker der Sympathikusaktivität im unserem Labor genauso möglich wie die Bestimmung des zentralen Atemantriebes mittel Messung der hyperkapnischen Atemantwort (HCVR). Wir untersuchen dabei mittels dieser Methodik kritisch die Effekte schlafbezogener Atmungsstörungen (zentrale Schlafapnoe, obstruktive Schlafapnoe und Hypoventilation in Folge von neuromuskulären Erkrankungen) sowie vor allem Ihrer Therapie mittels verschiedener Verfahren der Druckunterstützung oder nicht-invasiven Beatmung. Dabei sind unsere Experimente so konzipiert, dass sie die Voraussetzung für innovative klinische Studien bilden.

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Prävalenz und pathophysiologische Determinanten schlafbezogener Atmungsstörungen bei Patienten mit (Nizza Klasse I) pulmonal-arterieller Hypertonie
  • Effekte eines simulierten Cheyne-Stokes-Atemmusters auf die Herz- und Kreislauffunktion bei Patienten mit rechtsventrikulärer oder linksventrikulärer Dysfunktion
  • Kurzfristige Effekte von adaptiver Servoventilation und CPAP bei Patienten mit zentraler Schlafapnoe und Cheyne-Stokes-Atmung
  • Effekte einer Nasal-High-Flow Therapie bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen und Einschränkung der Atemmuskelkraft
  • Kurzfristige Effekte einer Nasal-High Flow Therapie bei Patienten mit pulmonal-arterieller Hypertonie

Multimodale Messung der Atemmuskelkraft

Bei vielen neuromuskulären Erkrankungen (NME) nehmen schlafbezogene Atmungsstörungen (SBAS) eine herausragende Rolle ein, die sowohl für die individuelle Krankheitslast als auch für die Lebenserwartung wesentlich ist. Beispielhaft sind hier die Amytrophe Lateralsklerose, die Dystrophinopathien, die myotone Dystrophie Typ 1,  die Gliedergürteldystrophie Typ 2I und der M. Pompe zu nennen. Die kardiorespiratorische Polysomnographie in Verbindung mit einem nächtlichen transkutanen CO2-Monitoring stellt den diagnostischen Goldstandard zur Detektion einer schlafbezogenen Hypoventilation dar. Diese Diagnostik ist aufwändig, kostenintensiv und auch in Industrieländern häufig oft weder kurzfristig noch wohnortnah verfügbar. Medizinisch und ökonomisch sinnvoll ist in der neurologischen Grundversorgung von NME-Patienten daher neben der schlaf- und atmungsmedizinischen Anamnese die Messung der Atemmuskelkraft im Sinne eines regelmäßigen Screenings, um die Notwendigkeit einer weiterführenden Diagnostik im Schlaflabor abschätzen zu können. Diagnostische Methoden zur Erkennung der Atemmuskelschwäche lassen sich einteilen in mitarbeitsabhängige (volitionale) und mitarbeitsunabhängige (nicht-volitionale) Verfahren. Die volitionale Bestimmung der FVC und des maximalen in- und exspiratorischen Drucks (MIP bzw. MEP) wirft das Problem auf, dass in der Regel nur (hoch-)normale Werte eine klinisch relevante Atemmuskelschwäche mit hoher Wahrscheinlichkeit ausschließen können. Werte unterhalb eines nicht pathologischen Grenzwertes bereiten dagegen häufig Schwierigkeiten in der Interpretation. Daher werden in unserer Arbeitsgruppe nicht-volitionale Verfahren zur Messung der Atemmuskelkraft und Zwerchfellfunktion umfassend eingesetzt und evaluiert. Hierzu zählen die sonographische Untersuchung des Zwerchfells, die zervikale und kortikale Magnetstimulation der Nn. phrenici mit Ableitung der transdiaphragmalen Druckunterschiede (pDIs) mittels Ballonkatheter sowie die Aufzeichnung der resultierenden Muskelaktionssummenpotenziale (cMAPs).

Aktuelle Forschungsprojekte

  • Pathophysiologie der Lungenfunktionseinschränkung und damit Dyspnoe bei Patienten mit neuromuskulären Erkrankungen mit Befall der Atemmuskelkraft
  • Pathophysiologie der Lungenfunktionseinschränkung und damit Dyspnoe bei Patienten mit Herzinsuffizienz unterschiedlicher Entität
  • Pathophysiologie der Lungenfunktionseinschränkung und damit Dyspnoe bei Patienten mit pneumologischen Grunderkrankungen (in Kooperation mit unserem Tochter-Labor am Bethanien Krankenhaus in Solingen)

Arbeitsgruppenleitung

Dr. med. Matthias Boentert
Arbeitsgruppenleiter
Facharzt für Neurologie, Schlafmedizin
Email: matthias.boentert(at)­ukmuenster(dot)­de

Publikationsliste: PubMed-Link

Dr. med. Jens Spießhöfer
Stellvertretender Arbeitsgruppenleiter
Assistenzarzt
Email: jens.spiesshoefer(at)­ukmuenster(dot)­de

Publikationen: PubMed-Link

Wissenschaftliche Mitarbeiter/innen

Carolin Henke
Wissenschaftliche Mitarbeiterin

Doktoranden

Julia Aries
Doktorandin

Britta Bannwitz
Doktorandin

Sara Becker
Doktorandin

Martha Gorbachevski
Doktorandin

Katharina Harre
Doktorandin

Nora Hegerfeld
Doktorandin

Anna Meyer
Doktorandin

Maya Runte
Doktorandin

Technische Assistenten

Judith Kemper
Technische Assistentin

2018-2020: Sanofi Genzyme (Boentert)

2018-2019: Else Kröner-Fresenius-Stiftung (Spiesshoefer)

2018-2019: Förderung die Kommission für Innovative Medizinische Forschung an der Medizinischen Fakultät Münster (IMF) (Spiesshoefer)

National und international:

  • Professor Michele Emdin, Director of Dept. of Cardiology and School of Advanced Studies at Fondazione Toscana G. Monasterio Pisa and Institute of Life Sciences at Sant Anna School of Advanced Studies Pisa, Pisa
  • Dr. Alberto Giannoni, Dept. of Cardiology and School of Advanced Studies at Fondazione Toscana G. Monasterio Pisa and Institute of Life Sciences at Sant Anna School of Advanced Studies Pisa, Pisa
  • Dr. Rosa Maria Bruno, Department of Clinical and Experimental Medicine at Fondazione Toscana G. Monasterio, University of Pisa and Sant Anna School of Advanced Studies, Pisa
  • Prof. Dr. med. Michael Arzt, Schlafmedizinisches Zentrum der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II Universitätsklinikum Regensburg, Regensburg
  • Prof. Dr. med. Winfried J. Randerath, Krankenhaus Bethanien, Klinik für Pneumologie und Allergologie und Institut für Pneumologie an der Universität zu Köln, Solingen
  • Prof. Dr. med. Olaf Oldenburg, Clemens-Hospital Münster, Klink für Kardiologie, Münster
  • PD Dr. med. Ralf Westenfeld, Universitätsklinikum Düsseldorf, Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Angiologie, Düsseldorf
  • Univ.-Prof. Dr. med. Michael Dreher, Universitätsklinikum Aachen, Medizinische Klinik A

Lokal:

  • Prof. Dr. Dr. Gerhard-Paul Diller, Klinik für Kardiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster
  • PD Dr. Michael Mohr, Medizinische Klinik A, Universitätsklinikum Münster, Münster
  • Univ.-Prof. Dr. med. Ali Yilmaz, Klinik für Kardiologie I, Universitätsklinikum Münster, Münster
  • PD Dr. med. Izabela Tuleta, Klinik für Kardiologie I, Universitätsklinikum Münster, Münster
  • Christian Pogoda, Klinik für Kardiologie I, Universitätsklinikum Münster, Münster
 
 
 
 

Direktor

Prof. Dr. Peter Young
Univ.-Prof. Dr. med. Peter Young

 

Arbeitsgruppenleiter

Dr. med. Matthias Boentert

Stellvertretender Arbeitsgruppenleiter

Dr. med. Jens Spießhöfer