"Nur wenn Gefühl und Fantasie erwachen,

blüht die Intelligenz"

Loris Malaguzzi

 

Der Ansatz der Reggiopädagogik wurde im Jahr 1991 durch die UNESCO als „weltbeste Vorschulpädagogik” ausgezeichnet. Ihren Ursprung hat dieses besondere frühpädagogische Konzept jedoch bereits in der Nachkriegszeit desnordita­lienischen Reggio Emilia. Der Ansatz des dortigen Arbeitens sah vor, dass jedes Kind in seiner Individualität gestärkt wird und so seine eigenen Potentiale weiter entfalten kann. Diese Grundsätze, welche vom Reformpädagogen Loris Malaguzzi zusammengetragen weiterentwickelt wurden, verbreiteten sich in den folgenden Jahren über die Grenzen Italiens hinaus bis in das Konzept unserer Einrichtung.

"Ein Kind hat 100 Möglichkeiten,
hundert Hände, hundert Gedanken.
Es besitzt hundert Weisen zu denken.
Hundert Weisen zu spielen und
   100 Weisen zu sprechen.
  Ein Kind hat hundert Sprachen (...)." 
(L.Malaguzzi)

"Sind wir Erwachsenen, wir Erzieher in der Lage genau hinzuhören, was das Kind erlebt, was es beschreibt, gibt uns das eine Vorstellung über die Gedankenwelt des Kindes."
(M. Dolci)

Uns, den Erziehern/innen der Kita Niki de Saint Phalle, ist es wichtig, die Bedürfnisse der Kinder wahrzunehmen, auf die Kinder einzugehen und Begleiter/innen ihrer Lernschritte zu werden. Wir sind Garanten dafür, dass Kinder all das ansprechen können, was ein Thema an Empfindungen, Vorstellungen, Phantasien und Gedanken in ihnen anrührt. Durch intensives Beobachten erkennen wir womit die Kinder beschäftigt sind und
- wo sie unsere Unterstützung brauchen
- wo sie autonom handeln können
- wie wir ihre Interessen weiter anregen können
- wie wir den hundert Sprachen der Kinder hundert Möglichkeiten schaffen können.

„Monde und Jahre vergehen, aber ein schöner Moment
leuchtet das Leben hindurch.“
(F. Grillparzer)

Besonders bei der Betreuung der Kinder unter drei Jahren steht ein intensiver Bindungsaufbau, eine familiäre Atmosphäre und die altersgemäße, individuelle Entwicklungsbegleitung im Mittelpunkt unserer Arbeit. Gerade für Kinder unter drei Jahren bedeutet die Anmeldung in einer Kita oft, dass sie erstmalig einen längeren Zeitraum, von ihrer bisherigen Bezugsperson getrennt, verbringen werden. Dieser sensiblen Übergangsphase messen wir eine ganz besondere Bedeutung bei.

"Unsere Einrichtung sind vor allem Werkstätten
in denen, die Kinder die Welt untersuchen und erforschen."
(L.Malaguzzi zit. nach Ulrich/Brockschnieder)


Unsere Raumorganisation baut auf den Prinzipien der Transparenz, Kommunikation und Dokumentation auf. Die Kindertagesstätte ist ein Ort der Kommunikation. Großen Wert legen wir auf die ästhetische Gestaltung der Räume. Sie sollen flexibel, wohnlich, liebevoll und lebendig eingerichtet sein, auch mit Möbeln, Geschirr, Flaschen, Lampen usw. aus der Erwachsenenwelt. Im Spiel erfahren die Kinder grundlegende Aspekte unserer Alltagskultur. Besonders wichtig ist es uns, dass die Kinder ihre unmittelbare Lebenswelt mitgestalten und diese sich somit an ihren Bedürfnissen und Wünschen orientiert.

"Das Auge schläft, bis der Geist es mit einer Frage weckt."
(Arabisches Sprichwort)

Projekte können jeder Zeit entstehen und entwickeln sich aus Spielhandlungen, Gesprächen und Beobachtungen. Das Geheimnis des Erfolgs der Projekte beruht darauf, dass ihre zentrale Motivation das authentische Interesse der Kinder ist und sich die Beteiligung der Erwachsenen meist auf verstärkende und bereichernde Impulse, sowie auf das Bereitstellen von Materialien und Medien reduziert. Freude und Stolz über das Erreichte spornen Kinder an und stärken ihr Selbstbewusstsein.

"Wenn das Auge von Anfang an auf etwas Schönes trifft,
so hinterlässt es eine Spur. Auf solche Spuren kommt es an."
(Loris Malaguzzi)

Ein zentrales Element der Projektarbeit ist die Dokumentation. Hier sind die sprechenden Wände bekannt geworden. Dabei handelt es sich um großflächige Wanddokumentationen. Diese zu erstellen ist Aufgabe der Erzieher/Erzieherinnen. Die Dokumentationen geben den Kindern die Möglichkeit der Identifikation mit dem Projekt. Am Sinnvollsten ist es wenn die Dokumentation parallel zum Projektverlauf erstellt wird. Sie gibt Struktur, macht Prozesse deutlich, vermittelt den Kindern Wertschätzung, gibt Rückmeldung und schafft Anlässe zum "Sich-Erinnern" und miteinander reden.

"Du und ich - Du bist anders als ich,
ich bin anders als du.
Gehen wir aufeinander zu, ..."
(Karlhans Frank)

Jedes Kind verfügt über individuelle Möglichkeiten, seine Welt wahrzunehmen und zu gestalten, die hundert Sprachen des Kindes stellen ebenso viele Möglichkeiten des Wissenserwerbs dar. Die Individualität eines jeden Menschen wird betont und unterstützt, da die Reggio-Pädagogik auf einem Menschenbild beruht, das Unterschiede als Bereicherung empfindet. Die bedingungslose Annahme eines Menschen um seiner selbst willen stärkt den Glauben in die eigenen Fähigkeiten. Niemand wird beschämt und der Aufbau eines Störungsbewusstseins somit verhindert. Wir gehen von einem starken, kompetenten Kind aus und nicht von einem vorgefertigten Lehrplan. Die Reggio-Pädagogik mit ihren Grundpfeilern, wie: Beobachtung, Rolle der Erzieher/in, Dokumentation, Raumgestaltung (Raum als 3. Erzieher) und Projektarbeit unterstützt die Selbstlernpotentiale aller Kinder. Im Vordergrund steht somit das "Lernenlernen".

 
 
 
 

Kindertagesstätte des Universitätsklinikums

Schmeddingstraße 70
48149 Münster
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F 0251 83-57079
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kindertagesstaette.ukmuenster.de

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