Klinik für Neurochirurgie

NanoTherm beim Glioblastom-Rezidiven

Zu den bei uns angebotenten adjuvanten Therapieverfahren zählt die sog. NanoTherm®-Therapie - Informationen zu dieser Therapie finden Sie hier.

Gerne beraten wir Sie bei allen Fragen auch über unsere online-Sprechstunde "Innovative und experimentelle Therapien bei Rezidivhirntumoren" - bei Interesse melden Sie sich bitte bitte unter nch-telemedizin-patient(at)­ukmuenster(dot)­de. Alternativ können Sie sich auch mit den u.g. Ansprechpartnern via e-mail zur telefonischen Beratung in Verbindung setzen.

Übliche Fragen können wir vorab wie folgt beantworten:

1. Läuft die MF1001-Studie noch?
Die MF1001-Studie wurde seinerzeit geschlossen da sich zu wenige Patienten fanden die willens waren sich bei Rezidiv randomisieren zu lassen zumal es sich bei dieser Therapie um eine eigentlich zugelassene Therapie handelt.
Um allerdings die Erfahrungen aller Zentren, die diese Therapie anbieten zu erfassen und auszutauschen haben wir gerade bei der Ethikkommission einen Antrag auf eine Registerstudie eingereicht. Die dort gesammelten (anonymisierten) Daten sollen helfen die alle Wirkungen und Nebenwirkungen zu erfassen. Schlussendlich sollen die Daten helfen, die Therapie stetig zu verbessern. 

 

2. Spielt die Lage des GBM bei der Therapie eine Rolle?
Die Lage des GBM‘s spielt bei jeder Operation eine Rolle, da die Operabilität in jedem Fall einzeln sichergestellt werden muss. Wenn sich GBM Patienten so frühzeitig wie möglich (ca. 2-3 Monate) nach Ende der First-Line-Therapie zur weiteren bildgebenden Diagnostik meldet, besteht eine bessere Chance, dass das Rezidiv operabel ist. Wie bei allen interstitiellen oder intra-operativen Verfahren, muss der Rezidiv-Tumor einen Mindestabstand  zu eloquenten Arealen haben (keine Sprach- oder Motorik-Eloquenz im/am Resektionsgebiet). Wenn der sich oft auch explosionsartig entwickelnde Tumor zu groß wird, dann befällt dieser auch eloquente Areale, wodurch regional wirksame Behandlungsoptionen stark eingeschränkt werden.

 

3. Wie viele Patienten behandeln Sie in Münster mit NanoTherm?
Insgesamt hat das Uniklinikum Münster dreizehn Patienten mit dem NanoTherm® Therapie System erfolgreich behandelt.

 

4. Welche Nebenwirkungen beobachten Sie häufig?
Die Nebenwirkungen der regionalen Thermotherapie lassen sich nur schwer von den Nebenwirkungen von Begleittherapien bei Glioblastom-Rezidiven unterscheiden.
Nebenwirkungen über die berichet worden sind:
• geringfügig erhöhte Körpertemperatur bis 38°C
• temporär-reversible Verschlechterung initial bereits vorhandener Hemiparesen (in 5% der Fälle auch neu auftretende Hemiparesen),
• Hitzegefühl,
• Hypertonie,
• Kopfschmerzen,
• Krampfanfälle (in 5% der Fälle neu auftretend)
• Motorische Störungen (in 5% der Fälle neu auftretend)
• Schwitzen
• Tachykardie  

Beobachtet hat man außerdem eine regionale Immunantwort, insbesondere in Kombination mit Chemotherapie und/oder Bestrahlung, in deren Verlauf und nach Ende der Therapie es wiederkehrenden Ödemen kommt, z.B. nach 3 Monaten und insbesondere bei hoher Temperatur im Zielgebiet. Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse ist, daß die intrakavitäre Thermotherapie kombiniert mit Strahlentherapie eine intensive Entzündungsreaktion um die Resektionshöhle herum auslösen kann, die starke antitumorale Immunreaktionen auslösen kann, die möglicherweise zu einer langfristigen Stabilisierung rezidivierender GBM-Patienten führt (Grauer et al [1]). 

5. Wie sieht es mit der Kostenübernahmen seitens der Kassen aus?
Wir versuchen dies immer über Einzelkostenanträge beim jeweiligen Kostenträger, so dass den Patienten keine Kosten entstehen.

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. med. M. Schwake
Priv.-Doz. Dr. med. B. Brokinkel

Literatur
1. Grauer, O., et al., Combined intracavitary thermotherapy with iron oxide nanoparticles and radiotherapy as local treatment modality in recurrent glioblastoma patients. J Neurooncol, 2019. 141(1): p. 83-94.

 

 
 
 
 

Kontakt

Klinik für Neurochirurgie

Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med.
Prof. h.c. (Harbin), Dr. h.c. (Mashad)
Walter Stummer
Direktor

Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)

Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A1
(ehem. Albert-Schweitzer-Str. 33)
48149 Münster

T +49 251 83-47472
F +49 251 83-47479
walter.stummer(at)­ukmuenster(dot)­de
neurochirurgie.ukmuenster.de

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