Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie

Die öffentliche Teststelle der Münsterschen Haus- und Fachärzte (Medis Münster) am UKM hat den Betrieb zum 30.06.2021 eingestellt. Derzeit werden auf dem Gelände keine öffentlichen Testungen mehr durchgeführt. Personen mit Corona-verdächtigen Symptomen, fraglichem Kontakt zu Corona-Infizierten oder roter App-Warnung sowie Reiserückkehrer oder Lehrer:innen/Erzieher:innen wenden sich an den Hausarzt oder erfragen unter T 116117 die jeweils zuständige Teststelle und deren Öffnungszeiten. Alternativ hat die Stadt Münster eine Liste mit allen Teststellen in Münster zusammengestellt.

Die Teststelle des UKM, an der ausschließlich Patient:innen sowie stationär aufgenommene Begleitpersonen getestet werden, bleibt geöffnet.

Informationen für stationäre Patienten

Angesichts der aktuellen Infektions-Situation in Deutschland führen wir bei allen ambulanten und stationären Patienten eine ausführliche telefonische oder persönliche Anamnese durch. Patienten, die geplant stationär aufgenommen oder ambulant operiert werden, müssen einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 48 Stunden ist. In Ausnahmefällen kann dieser Test an unserer Corona-Teststelle durchgeführt werden. Die betroffenen Patienten werden von unseren Kliniken und Ambulanzen kontaktiert. 

Bitte beachten Sie: Notfälle werden aufgrund eines fehlenden Testergebnisses nicht abgewiesen.

Bitte beachten Sie: Um unsere Patienten, Mitarbeitenden und Besucher vor einer Infektion zu schützen und die Ausbereitung von SARS-CoV2 einzudämmen, ist in allen Gebäuden des UKM das Tragen einer medizinischen Maske (OP-Maske oder FFP2-Maske) erforderlich. Stoffmasken können nicht verwendet werden. Achtung: Auch FFP-Masken mit Ausatemventil sind nicht erlaubt.

Für den Besuch des UKM dürfen Sie Ihre eigenen, privaten Masken nutzen. Sollten Sie keine Maske dabei haben, stellen wir Ihnen für Dauer ihres Aufenthaltes im Klinikum an der jeweiligen Pforte einen geeigneten Schutz zur Verfügung.

Das Betreten der Gebäude ist ohne medizinische Maske nicht gestattet.

Der Schutz unserer Patientinnen und Patienten, unserer Mitarbeitenden und auch Ihr Schutz stehen für uns an erster Stelle.

Um dem Recht der Patientinnen und Patienten auf soziale Kontakte nachzukommen, passt das UKM seine Besucherregelung an: Ab dem 28. Juni 2021 darf jeder Patient pro Tag für eine Stunde einen geimpften, genesenen oder negativ getesteten Besucher empfangen. Dies gilt ab dem ersten Aufenthaltstag. Besonders gefährdete Bereiche können abweichende Regelungen erlassen. Die einstündigen Besuche sind möglich in der Zeit von 8 bis 19 Uhr. Besuchende dürfen grundsätzlich keine Symptome einer möglichen COVID-19-Erkrankung haben. Die Zutrittsberechtigung wird vor Ort erteilt. Bitte beachten Sie: Der Besuch des Patienten durch eine weitere Person am selben Tag ist leider nicht möglich.

Besuchende müssen zudem folgende Nachweise vorlegen (diese Regelung gilt auch für Kinder ab 6 Jahren):

- einen negativen Corona-Schnelltest oder PCR-Befund (max. 48h alt - abweichende Regelungen sind je nach Bereich möglich)

ODER

- bei kompletter Impfung: Nachweis einer vor mindestens 14 Tagen abgeschlossenen vollständigen Impfung (zweimalige Impfung) gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff  (Nachweis durch Impfausweis oder Impfbescheinigung). Als komplett geimpft gelten auch Personen mit durchgemachter COVID-19-Erkrankung mit Nachweis eines positiven Testergebnisses (Nukleinsäurenachweis wie PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik) in Verbindung mit dem Nachweis einer nach der Erkrankung erfolgten und mindestens 14 Tage zurückliegenden Impfung gegen COVID-19 mit einem in der Europäischen Union zugelassenen Impfstoff. (Nachweis durch positiven PCR-Test + Impfausweis bzw. Impfbescheinigung)

- bei von COVID-19 genesenen Personen: Nachweis hinsichtlich des Vorliegens einer vorherigen Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 durch ein positiven Testergebnis (Nukleinsäurenachweis wie PCR, PoC-PCR oder weitere Methoden der Nukleinsäureamplifikationstechnik), welches mindestens 28 Tage sowie maximal 6 Monate zurückliegt. (Nachweis durch positiven PCR-Test)

Bitte beachten Sie: Diese Regelung gilt aktuell nur für Besucher, nicht für Patienten.

Vielen Dank für Ihr Verständnis!

Hinweis zu unseren Ambulanzen und Sprechstunden

Ab Montag, 23.08.21, gilt für ambulante Patientinnen und Patienten sowie ihre Begleitpersonen die 3G-Regel. Das heißt: Wer das Krankenhaus betritt, muss entweder eine Immunisierung vorweisen oder einen negativen Corona-Test. Dieser Test darf nicht älter als 48 Stunden sein. Ein Antigen-Schnelltest ist ausreichend. In besonders gefährdeten Bereichen (z.B. Onkologie) kann es abweichende Regelungen geben, die individuell mit Patient:innen und Besucher:innen besprochen werden. Diese Regelung gilt auch für Kinder ab 6 Jahren. Ein Schülerausweis als Nachweis ist im Krankenhaus nicht ausreichend. Bei symptomfreien Kindern unter 6 Jahren muss kein Test vorgelegt werden.

Durchführung klinischer Studien in unserer Klinik

PRO-KIND: Projekte zur Klassifikation, Überwachung und Therapie in der Kinder-Rheumatologie

Um das therapeutische Vorgehen der Kinder- und Jugendrheumatologen hierzulande zu harmonisieren, wurden von der Kommission PRO-KIND („Projekte zur Klassifikation, Überwachung und Therapie in der Kinderrheumatologie“) der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) Handlungsempfehlungen herausgegeben, die Vorschläge für Behandlungspfade enthalten. Ob diese im klinischen Alltag Anwendung finden, wird jetzt durch Erweiterung der etablierten Kerndokumentation rheumakranker Kinder und Jugendlicher (Kinder-KD) überprüft. Für das Projekt ProKind wird die Dokumentation im ersten Behandlungsjahr für neu mit juveniler idiopathischer Arthritis (JIA), juvenilem Lupus erythematodes (jSLE) und juveniler Dermatomyositis (JDM) diagnostizierte Kinder und Jugendliche erweitert. Die Behandlung und assoziierte Outcomes werden für diese Patienten 4mal im ersten Behandlungsjahr erhoben, gegebenenfalls werden ergänzend Bioproben gesammelt.

Zusätzlich zu diesem übergeordneten Forschungsprojekt wird bei Patienten mit systemischer juveniler idiopathischer Arthritis (SJIA), auch bekannt als Morbus Still, die Untersuchung von Biomarkern aus dem Blut durchgeführt. Das Ziel ist es, die Diagnostik, die Überwachung und die Therapie der SJIA zu verbessern. Dieses Unter-Projekt wird hier durch uns koordiniert und die Untersuchungen in unserem Forschungslabor durchgeführt. An diesem Unter-Projekt können alle deutschen Kinderrheumatologie-Zentren teilnehmen, die Teil des übergeordneten PRO-KIND-Projektes sind.

Ansprechpartner
Dr. med. Claas Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin

PRO-KIND Zusatzmodul: Forschungsprojekt zu immunologischen Mechanismen bei sJIA

Ein-und Ausschlusskriterien

Einschlusskriterien:

  • Patienten, die entweder die Kriterien für eine definitive SJIA oder eine wahrscheinliche SJIA nach den deutschen CTPs erfüllen (Hinze et al), siehe unten.
  • Therapie-naiv (außer NSAIDs oder systemischen Kortikosteroiden für weniger als 7 Tage (<0,2 mg/kg Körpergewicht)
  • Stabile Dosis von nicht mehr als einem nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikament (NSAID) für mindestens 3 Tage vor Einschluss
  • Alter zu Beginn/Baselinie 2- 16 Jahre
  • Aktive Erkrankung mit Fieber (> 38,0°) an 3 von 5 aufeinander folgenden Tagen
  • Aktive Erkrankung mit erhöhtem CRP (≥ 3 mg/dl)
  • Ärztliche Gesamtbeurteilung der Krankheitsaktivität von ≥ 30 auf einer 0-100 mm VAS von 0 mm = keine Krankheitsaktivität bis 100 mm = sehr schwere Krankheitsaktivität
  • S100A8/A9 Analysen im Einklang mit der Diagnose des aktiven Morbus Still/SJIA

Ausschlusskriterien:

  • Frühere Anwendung von systemischen Kortikosteroiden für mehr als 7 Tage (>0,2 mg/kg Körpergewicht)
  • Bisherige Verwendung von Immunsuppressiva (z.B. Methotrexat, Cyclosporin)
  • Bisherige Verwendung von Biologika
  • Aktives MAS (Kriterien siehe nächste Folie)
  • Aktive Infektion

Behandlungspläne

Visitenzeitpunkte und Biomaterialien

Kontaktdaten für Anfragen zum PRO-KIND Zusatzmodul sJIA

Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie
Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude W30
Anfahrt: Waldeyerstraße 30
48149 Münster
Durchwahl: +49 251/83-41100

E-Mail: prokind.sjia(at)­uni-muenster(dot)­de

Ansprechpartner
Dr. med. Monika Tedy
Dr. med. Claas Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin

CAN-First: Efficacy of Canakinumab for first line steroid free treatment in systemic onset juvenile idiopathic arthritis

In dieser AMG Studie wird die Effektivität von Canakinumab als steroidfreie Erstlinientherapie bei systemisch einsetzender juveniler idiopathischer Arthritis getestet. Diese Studie soll eine hohe Ansprechrate auf eine 3-monatige Monotherapie mit Canakinumab bei neu diagnostizierten Patienten mit sJIA / jugendlichem Still-Syndrom, die nicht mit Kortikosteroiden behandelt wurden, nachweisen. Ein Ansprechen ist definiert als steroidfreie Remission im Monat 3, definiert als kein Fieber >38,0°C, keine Arthritis, definiert als keine Gelenkschwellung oder Schmerz bei Bewegung und eingeschränktem Bewegungsumfang, normales CRP, keine Organbeteiligung, die auf sJIA/Still-Krankheit zurückzuführen ist. Darüber hinaus wird die Stabilität der Remission ohne Medikamente bei Patienten, die mit Canakinumab behandelt wurden, für bis zu 9 Monate nach der Behandlung analysiert.

Ansprechpartner
Priv. Doz. Dr. med. Helmut Wittkowski
Antje Hellige, Studienassistentin

ImmunAID: Immunome Project Consortium for autoinflammatory disorders

Studie des Immunomprojekt-Konsortiums zur Diagnostik Autoinflammatorischer Erkrankungen. Diese Studie ist Teil eines im Rahmen des Horizon 2020-Programms finanzierten europäischen Projektes. Außerhalb Deutschlands wird das Projekt in 37 Kliniken in 11 Ländern innerhalb Europas durchgeführt. Untersucht werden Patienten mit seltenen systemischen Autoinflammtorischen Erkrankungen mit der Fragestellung, ob es bestimmte Genmutationen oder biologische Merkmale für systemische autoinflammatorische Erkrankungen gibt. Es werden Patienten mit genetically undiagnosed SAID (guSAID), z.B. sJIA, Dermatosen, Schnitzler-Syndrom, Vaskulitis, Osteitis, Entzündungen unbekannter Ursache, rezidivierende Perikarditis etc. (Fallgruppe) und Patienten mit monogenetic SAID (mSAID) wie FMF, HIDS, CAPS, TRAPS in die Studie eingeschlossen (Positivkontrolle). Neben klinischen Daten werden auch biologische Proben aus Blut (Plasma, Serum, Zellen, DNA) sowie Urin und Stuhl gesammelt, die für eine umfangreiche Diagnostik auf 16 Labore in Europa verteilt werden.

Für weitere Informationen klicken Sie hier und für den Film hier.

Ansprechpartner
Priv.Doz. Dr. med. Helmut Wittkowski
Antje Hellige, Studienassistentin

LFIA – Anwendung von Point-of-Care diagnostischen Calprotectin-Schnelltests (LFIA) bei Patienten mit Fieber unklarer Ursache und möglichem Still-Syndrom

Die systemische juvenile idiopathische Arthritis (SJIA), zusammen mit dem M. Still des Erwachsenen (Adult-Onset Still’s Disease [AOSD]) auch als Still-Syndrom bezeichnet, ist eine entzündliche Systemerkrankung, die in Phasen abläuft. Die initiale systemische Phase ist durch massive systemische Entzündung und typische klinische Zeichen wie Fieber, Exanthem, Serositis und Aktivierung des retikuloendothelialen Systems gekennzeichnet, während in der späteren Phase langfristig oft eine chronische Arthritis vorrangig ist. Zudem besteht bei dieser Erkrankung ein erhöhtes Risiko für die bedrohliche Komplikation eines Makrophagen-Aktivierungs-Syndroms (MAS), welches durch einen Zytokinsturm gekennzeichnet ist. Um akuten und langfristigen Komplikationen vorzubeugen, ist eine möglichst frühe Diagnosestellung entscheidend. Dieses ist jedoch schwierig, weil in der initialen systemischen Phase, in der Fieber das führende Zeichen ist, eine breite Differentialdiagnose besteht, d.h. zahlreiche andere Diagnosen kommen in Frage. Von einem Fieber ohne Fokus wird gesprochen, wenn aufgrund Anamnese und körperlicher Untersuchung ohne Betrachtung der Dauer der Erkrankung die Ursache des Fiebers unklar bleibt und von Fieber unklarer Ursache („fever of unknown origin“ [FUO]), wenn tägliches Fieber über mehr als eine Woche auftritt, welches aufgrund Anamnese, körperlicher Untersuchung und initialer Diagnostik nicht ursächlich zugeordnet werden kann. Zu den wichtigsten Differentialdiagnosen dieser Phase zählen u.a. Infektionen, maligne Erkrankungen, insbesondere Leukämien und Lymphome, andere rheumatische Systemerkrankungen, insbesondere Vaskulitiden und Kollagenosen, hämophagozytäre Lymphohistiozytose, Hypersensitivitätsreaktionen und angeborene Fiebersyndrome. Die betroffenen Patienten durchlaufen in dieser initialen fieberhaften Phase eine intensive Differentialdiagnostik, inkl. Labordiagnostik und auch apparativer Diagnostik. Konventionelle Entzündungsmarker, wie z.B. Leukozyten-/Granulozytenzahl, C-reaktives Protein (CRP), Blutsenkungsgeschwindigkeit, Interleukin-6 oder Procalcitonin differenzieren ein Still-Syndrom nicht oder nur unzureichend von den o.g. Erkrankungen. Die sog. Calgranuline Calprotectin (auch bekannt als S100A8/A9 oder MRP8/14) und S100A12 haben sich als hochsensitive und -spezifische Serumbiomarker bei aktivem Still-Syndrom herausgestellt. Serum-Calprotectin-Messungen werden mittlerweile in mehreren Laboren in der Routinediagnostik angewendet. Für die klinische Praxis wäre es jedoch äußerst wünschenswert, einen derartigen Biomarker für eine rasch verfügbare Point-of-Care-Diagnostik zur Verfügung zu haben. Der Quantum Blue-Schnelltest der Firma Bühlmann stellt einen Lateral Flow Immunoassay (LFIA) dar und kann aufgrund der raschen Umschlagszeit in der klinischen Routine angewendet werden.In dieser Studie ist daher das primäre Ziel, festzustellen, ob die Anwendung des Quantum Blue-Schnelltests in der üblichen klinischen Praxis bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen mit Fieber unklarer Ursache (FUO) hilfreich ist, die Diagnose eines Still-Syndroms zu etablieren oder auszuschließen. Sekundärziele der Studie sind die Korrelation der Ergebnisse aus dem Quantum Blue-Schnelltest mit parallel erhobenen Serum-Calprotectin-Messungen und anderen routinemäßig erhobenen Laborparametern.Die Ergebnisse werden analysiert, um festzustellen, ob der Quantum Blue-Schnelltest klinisch praktikabel ist, klinisch relevante Informationen liefert und ob die Ergebnisse vergleichbar mit dem validierten turbidimetrischen Assay ist.

Ansprechpartner
Dr. med. Claas Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin

JIR Cohorte: Etablierung einer pädiatrischen Gruppe für entzündlich-rheumatische Erkrankungen

JIRcohorte ("JIR-Gruppe"). In der JIR-Kohorte werden europaweit Informationen über die Häufigkeit, zum Verlauf und zur Wirksamkeit und Verträglichkeit von Therapien zur juvenilen Arthritis, allen Formen der Vaskulitis, zu genetischen und nicht genetischen autoinflammatorischen Erkrankungen, und zu entzündlichen Erkrankungen des Bindegewebes (Kollagenosen) und Uveitis gesammelt, mit dem Ziel die Betreuung von Kindern und Jugendlichen mit entzündlich-rheumatischen Erkrankungen langfristig zu verbessern. Da es sich bei den genannten Erkrankungen um teilweise seltene oder sehr seltene Erkrankungen handelt, die mit einer Vielzahl unterschiedlicher zum Teil noch neuen und noch nicht ausreichend evaluierten Therapie behandelt werden, ist die Beobachtung einer möglichst großen „Kohorte“ in einem multinationalen Beobachtungsdesign mit der Möglichkeit verbunden, ausreichende Fallzahlen dieser Erkrankungs- und Behandlungsgruppen zu erhalten, um wissenschaftliche Schlussfolgerungen zu erzielen.

Ansprechpartner
Priv. Doz. Dr. med. Helmut Wittkowski
Antje Hellige, Studienassistentin

Kerndokumentation: Creation of a pediatric group for inflammatory rheumatic diseases

Die Kerndokumentation rheumakranker Kinder und Jugendlicher (Kinder-KD) mit Sitz am Deutschen Rheumaforschungszentrum in Berlin wird seit dem Jahr 1997 bundesweit durchgeführt und dient der Analyse der Versorgungssituation rheumakranker Kinder und Jugendlicher. Die Kinder-KD ist eine prospektive Beobachtungsstudie, die an kinderrheumatologischen Einrichtungen betreute Patienten einmal pro Jahr anhand arzt- und patientenberichteter Parameter standardisiert erfasst. Die Daten der Kinder-KD, in der pro Jahr ca. 14.000 Patienten mit juvenilen rheumatischen Erkrankungen 1 x pro Jahr erfasst werden, zeigen, dass rheumakranke Kinder und Jugendliche an den etwa 60 verschiedenen kinder- und jugendrheumatologischen Einrichtungen unterschiedlicher Versorgungsstufe sehr unterschiedlich behandelt werden. Die bestehende Praxisvariation führte innerhalb der Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR) zur Einsetzung der Kommission „Projekte zur Klassifikation, Überwachung und Therapie in der Kinderrheumatologie“ (kurz: ProKind), deren verschiedene Arbeitsgruppen basierend auf einer Prozessordnung konsensbasierte Handlungs- und mögliche Therapieprotokolle für juvenile rheumatischen Erkrankungen entwickelten. Diese Protokolle sollen eine Orientierung im Praxisalltag geben und das therapeutische Vorgehen bei juvenilen rheumatischen Erkrankungen harmonisieren.

Ansprechpartner
Dr. med. Claas Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin

BIKER Register: Biologika in der Kinderrheumatologie.

Das BIKER Register ist eine prospektive nicht-interventionelle epidemiologische Studie. Sie dient der Langzeitbeobachtung der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Therapie mit Biologika bei Patienten mit einer Juvenilen Idiopathischen Arthritis im Vergleich zur herkömmlichen Basistherapie.

Ansprechpartner
Dr. med. Claas Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin

PRINTO: Die PRINTO Evidenz-basierte Revision der International League Against Rheumatism (ILAR) Klassifikationskriterien für juvenile idiopathische Arthritis

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist eine Ausschlussdiagnose, die alle Formen chronischer Arthritis unbekannter Ursache mit Beginn vor dem 16ten Lebensjahr umfasst. Verschiedene Versuche wurden unternommen, um diese heterogene Gruppe von Krankheiten zu klassifizieren mit dem Ziel, sich gegenseitig ausschließende Kategorien zu identifizieren, die verschiedene Krankheiten repräsentieren könnten. Die jüngste Klassifizierung, die 1995 auf der Grundlage von Gutachten der Internationalen Liga der Rheumatologen (ILAR) vorgeschlagen wurde, enthält sechs verschiedene Kategorien, die nach klinischen und laborchemischen Maßstäben definiert sind: systemische Arthritis, Oligoarthritis (persistierend oder extended), Polyarthritis-Rheumafaktor (RF) positiv, Polyarthritis RF-negativ, Enthesitis-assoziierte Arthritis (ERA), Psoriasis-Arthritis (PSA) und eine siebte Kategorie, undifferenzierte Arthritis, die jene Patienten einschließt, die keine Kriterien oder Kriterien von mehreren Kategorien erfüllen. Seither häufen sich die Beweise dafür, dass einige dieser Kategorien zwar recht homogen sind und gut mit dem Krankheitsbild sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen korrespondieren, während andere eher heterogen sind und besser definiert werden sollen. Es ist das Ziel, die aktuellen JIA ILAR-Klassifikationskriterien mit einem evidenzbasierten Ansatz unter Verwendung von weltweit verfügbaren klinischen und routinemäßigen Labormessungen zu überarbeiten, um homogene klinische Gruppen zu identifizieren. Es sollen jene Formen chronischer Arthritis, die typischerweise nur bei Kindern auftreten, von den Formen, die sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen vorkommen, unterschieden werden.

Ansprechpartner
Tanja Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin

ESID Registry: European Society of Immunodeficiences

Internationales Register mit klinischen und laborchemischen Parametern für primäre Immundefekte“ (kurz: „ESID-Register“). Es handelt sich hierbei um eine internationale zugriffsgeschützte Internet-Datenbank. Diese Datenbank wird auf sicheren Servern an der Universitätsklinik Freiburg gespeichert und betreut. Die Europäische Gesellschaft für Immundefizienzen (ESID) ist eine gemeinnützige Vereinigung, die 1994 gegründet wurde. Die ESID ist bestrebt, das Wissen auf dem Gebiet der primären Immundefekte (PID) zu verbessern, indem sie die Forschung fördert, Bildungsprogramme entwickelt und die Zusammenarbeit zwischen all denjenigen unterstützt, die an der Diagnose, der Behandlung und dem Management dieser Krankheiten beteiligt sind. Das Ziel des Studienprojektes ist es, bei Patienten mit primären, d.h. angeborenen Immundefekten (kurz: PID) klinische Daten und Labordaten zusammenzuführen, um eine verbesserte Diagnosestellung, Klassifizierung, Prognoseabschätzung und letztendlich Therapie zu erreichen. Bei der erstmaligen Registrierung im ESID Register werden Daten zur bisherigen Krankheitsgeschichte betroffener Patienten erfasst. Die Datenbank ermöglicht zudem eine kontinuierliche Langzeitdokumentation. Dadurch können neue Erkenntnisse über andere Patienten mit der gleichen seltenen Diagnose gewonnen werden und diese in die Behandlung einfließen.

Ansprechpartner
Priv. Doz. Dr. med. Helmut Wittkowski
Antje Hellige, Studienassistentin

PedVas: Chronic childhood vasculitis: Characterizing the individual rare diseases to improve patient outcomes

Chronische primäre Vaskulitis im Kindesalter (CPV) beschreibt eine Gruppe seltener lebensbedrohlicher Erkrankungen, denen eine Entzündung der Blutgefäße in lebenswichtigen Organen wie Nieren, Lunge und Gehirn gemeinsam ist. Das meiste Wissen über diese Erkrankung stammt von erwachsenen Patienten. Bei Erwachsenen werden verschiedene Klassifizierungen und Scoring-Tools verwendet, um die Arten und den Schweregrad der Vaskulitis zu definieren und die durch die Krankheit oder Medikamente verursachten Schäden zu messen. Diese helfen wiederum dabei, zu entscheiden, wie aggressiv ein Patient behandelt werden soll und wie das Ergebnis gemessen werden kann. Keines dieser "Erwachsenen-Vaskulitis-Tools" wurde bei Kindern untersucht. Daher ist das beste Gleichgewicht zwischen "Krankheits- und Behandlungsrisiken" und "Ergebnis" für Kinder mit Vaskulitis nicht bekannt. Obwohl die Ursachen der Vaskulitis bei Kindern und Erwachsenen wahrscheinlich ähnlich sind, werden sich die Auswirkungen der Krankheit und die (guten und schlechten) Reaktionen auf Medikamente bei Kindern im Wachstum unterscheiden. Die Seltenheit der Erkrankung macht es schwierig, Kinder mit CPV zu untersuchen, um Ergebnisse und Risiken für verschiedene CPV-Typen und unterschiedliche Behandlungen zu bestimmen. Die PedVasStudie ist eine Erweiterung der ARChiVe-Studie und wird zusätzlich zur Sammlung klinischer Informationen biologische Proben von Kindern mit CPV nehmen, sie mit Erwachsenen mit CPV vergleichen, um Kinder mit CPV besser klassifizieren, diagnostizieren und überwachen zu können.

Ansprechpartner
Dr. med. Claas Hinze
Antje Hellige, Studienassistentin