Klinik für Neurochirurgie

Schädelbasisdeckung bei Liquorleckage

Nach einem Trauma oder einer medikamentösen Therapie eines Prolaktinoms, aufgrund eines Tumors oder angeborener Schädelbasisdefekte, sowie in seltenen Fällen auch spontan kann eine Liquorleckage mit Liquorverlust über die Nase oder das Ohr entstehen und muss immer dringlich behandelt werden. In den meisten Fällen kann über einen transnasalen Weg ein sicherer Verschluss erzielt werden. Je nach Lokalisation des Defektes kann in Einzelfällen ebenfalls ein Augenbrauenschnitt den Zugang zur vorderen Schädelbasis ermöglichen. Bei komplexerem Frakturmuster, z.B. nach Traumata oder bei Defekten im Bereich des Felsenbeines ist eine Schädeleröffnung notwendig.

Diagnostik

Bei klinischen Hinweisen auf Rhinoliquorrhö (Austritt von Nervenwasser) muss die Flüssigkeit asserviert und untersucht werden. Die Bestimmung von Glukose als alleiniger Marker für den Nachweis von Liquor gilt als obsolet. Viel besser eignen sich immunologische Marker wie z.B. β - Trace, oder β2-Transferrin. β-Trace wird sowohl im Serum, als auch in der asservierten Flüssigkeit bestimmt und erst bei einem relevanten Unterschied gilt der Nachweis einer Liquorleckage. Weitere Diagnostik erfolgt mittels dünnschichtiger Computertomographie und ggf. ergänzend eine MRT-Bildgebung. Für den Fall einer inkonklusiven Untersuchung, kann eine Myelographie mit Gabe von Kontrastmittel in den Liquorraum und anschließender CT-Bildgebung durchgeführt werden.

Der vaskularisierter nasoseptaler Flap (Hadad-Bassagasteguy Flap)

Im Falle einer größeren Eröffnung des subarachnoidalen Raumes mit Liquorfluss oder bei größeren Schädelbasisdefekten, ermöglicht der Einsatz eines vaskularisierten nasoseptalen Flaps aus der Schleimhaut der Nasenscheidewand einen sicheren Verschluss nach stattgehabter Resektion eines Tumors und reduziert das Risiko einer postoperativen Liquorleckage deutlich. Der Vorteil besteht in der erhaltenen Durchblutung durch die Arteria sphenopalatina. Somit kann die Schleimhaut fest an den Schädelbasisdefekt anwachsen.

 
 
 
 

Kontakt

Klinik für Neurochirurgie

Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. med.
Prof. h.c. (Harbin), Dr. h.c. (Mashad)
Walter Stummer
Direktor

Past-Präsident der Deutschen Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC)

Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A1
(ehem. Albert-Schweitzer-Str. 33)
48149 Münster

T +49 251 83-47472
F +49 251 83-47479
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