Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie

Therapien in der Familientagesklinik

 

Spieltherapie
Für die Entwicklung eines Kindes nimmt das Spielen eine zentrale Rolle ein. Dem so genannten Spieltrieb folgend, lernt das Kind beim Kinderspiel sowohl sich selbst als auch seine Umwelt kennen, arbeitet kreativ und entwickelt dabei sein Verständnis für soziale Rollen. Im Spiel findet das Kind die Möglichkeit, sich auf eine ihm vertraute, angemessene Weise auszudrücken, auch in Situationen, wo es ihm nicht möglich ist, sich durch gesprochene Sprache mitzuteilen. So lässt sich das Spielen sowohl therapeutisch als auch diagnostisch als Zugang zum Unbewussten nutzbar machen.

Unterschieden werden direktive und non-direktive Spieltherapie. In der direktiven Spieltherapie geschehen die Prozesse unter Leitung und Verantwortung des Therapeuten, bei der non-direktiven werden Leitung und Verantwortung dem Kind selbst überlassen. 

Eltern-Kind-Interaktionsdiagnostik und -therapie
Die Entwicklung von Kindern lässt sich nur im Beziehungskontext verstehen. Daher steht die Interaktionen zwischen Eltern und Kind im Zentrum der Behandlung. Die Eltern werden angeleitet, im Rahmen der Interaktionstherapie eine positive emotionale Unterstützung des Kindes mitzugestalten. Mit Hilfe eines intensiven Coachings in Krisensituationen können die häufig entstandenen negativen Teufelskreise mit belastenden Beziehungsmustern sowohl auf Seiten der Kinder als auch auf Seiten der Eltern positiv verändert werden.

Videodiagnostik und Videoanalyse
Der Einsatz von Videotechnik zur Diagnostik, zur Erarbeitung von therapeutischen Maßnahmen und zum Feedback ist fester Bestandteil der Therapie.
Mit Hilfe von Videoaufnahmen werden bestimmte Eltern-Kind-Interaktionen, einzelne problematische Situationen oder Verhaltensweisen sowie kleinere soziale und emotionale Kompetenzübungen analysiert und neue, alternative Bewältigungs- und Handlungsstrategien anhand der Videoanalysen generiert.

Therapeutisch begleitetes Mittagessen
Eine immer wieder erlebte alltägliche Konfliktsituation kann das gemeinsame Mittagessen sein. Besonders, wenn Essprobleme schon im frühen Alter, häufig schon als Fütterstörungen erkennbar, die Familie belasten. Auch hierbei bieten wir therapeutische Unterstützung an, indem Essenssituationen gemeinsam analysiert und positiv verändert werden können.

Therapeutische Kindergruppen
Hier haben die Kinder die Möglichkeit, ihre sozialen und emotionalen Kompetenzen aufzubauen, zu erweitern und zu stärken. Dabei werden sie im Kontaktaufbau, dem Gefühlsausdruck, der Spielideengestaltung, der emotionalen Steuerungsfähigkeit (Affektregulation), der Frustrationstoleranz sowie der adäquaten und altersentsprechenden Konfliktbewältigung therapeutisch unterstützt.
Darüber hinaus werden je nach Bedarf psychomotorische Übungsbehandlungen, Ergotherapie, sensorische Integrationsbehandlung und heilpädagogische Interventionen in das therapeutische Programm integriert.

Therapeutisch geleitete Elterngruppen
Hier haben die Eltern die Möglichkeit, die Probleme mit ihrem Kind zu thematisieren und im Rahmen des gruppentherapeutischen Prozesses gegenseitige Unterstützung und Entlastung zu erfahren. Darüber hinaus findet hier auch die therapeutische Planung für den Tag (d.h. konkrete individuelle Erarbeitung der anzustrebenden therapeutischen Ziele) sowie die Abschlussreflextion des jeweiligen Tages statt (d.h. Zusammenfassung der erreichten Ziele und Übertragungsmöglichkeiten des Erreichten in den häuslichen Alltag).

Entspannungsgruppen für Eltern
Ein sehr gutes Mittel zur Stressbewältigung ist die Entspannung. Unsere Erfahrung zeigt, dass Eltern häufig im familiären Alltagsstress wenig Zeit haben, für sich zu sorgen und sich kleine Ruheinseln zu gönnen. In dieser wöchentlich stattfindenden Gruppe wird eine sehr bewährte Übung angeleitet: die "Progressive Muskelentspannung nach Jacobsen" (PMR). Sie basiert auf dem spürbaren Unterschied zwischen Muskelanspannung und -entspannung. Die Folge ist eine vermehrte Durchblutung der Muskulatur, eine Steigerung der Sauerstoffversorgung des ganzen Körpers durch Beruhigung und Vertiefung der Atmung. Das Herz schlägt langsamer und der Blutdruck wird gesenkt. Dadurch wird Stress abgebaut und rechtzeitig vorgebeugt.

Einzel- und familientherapeutische Gespräche
Je jünger die Kinder sind, umso wichtiger ist der Einbezug der Eltern in Veränderungsprozesse. Regelmäßige familientherapeutische und psychotherapeutische Gespräche für die Eltern sind fester Bestandteil unseres Behandlungsansatzes. Wir verstehen die Eltern dabei immer als Teil der Problemlösung. In den Gesprächen wird ein Grundverständnis für die Problematik des Kindes entwickelt, die kindliche Ebene verdeutlicht und gemeinsam mit den Eltern oder jeweiligen Bezugspersonen neue Lösungsstrategien entwickelt. Auf der Ebene der Repräsentanzen können neue Sichtweisen entwickelt werden sowie Projektionen bearbeitet werden.

 
 
 
 
Spieltherapie
Eltern-Kind-Interaktion
Videodiagnostik
Gemeinsames Mittagessen
Therapeutische Kindergruppe
Therapeutisch geleitete Elterngruppe
Entspannen im Snoezelraum
Familiengespräch