Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Arbeitsgruppe "Cognitive Neuroscience in Somatoform Disorders"

 

Leiter: Prof. Dr. med. M. Burgmer

Die Arbeitsgruppe untersucht die neurobiologischen Grundlagen, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen und körperlichen Symptomen aufgrund von seelischen Ursachen verantwortlich sind. Hierbei werden verschiedene Forschungsmethoden inklusive Bildgebung des Gehirns eingesetzt. Folgende Projekte sollen die Forschungstätigkeit der Arbeitsgruppe beispielhaft darstellen:

Neurobiologische Grundlagen der Schmerzverarbeitung bei Patienten mit Fibromyalgiesyndrom

Patienten mit einem Fibromyalgiesyndrom leiden unter chronischen Schmerzen des gesamten Körpers, ihnen "tut alles weh". Zusätzlich bestehen weitere Beschwerden in Form von chronischer Erschöpfung, Schlafstörung, Konzentrationeinbußen und weitere körperlicher Beschwerden. Die genauen Ursachen für die Erkrankung sind noch nicht bekannt, es zeigen sich aber Hinweise auf ein Zusammenspiel von körperlichen und psychosozialen Faktoren . Untersucht werden in der Arbeitsgruppe aktuell in einem von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) das Wechselspiel zwischen Schmerzen und Konzentrationseinbußen, ob hier ein möglicher Faktor für die Schmerzchronifizierung bestehen könnte. Die Ergebnisse stellen mittel- bis langfristig die Grundlage für die Entwicklung neuer Behandlungsmethoden.

Im Projekt sind derzeit neben dem AG-Leiter Frau Dipl.-Biol. M. Dehghan, Frau cand. med. L. Jünke und Frau cand. med. K. Stahlberg tätig. Zusätzlich bestehen Kooperationen mit dem Institut für Klinische Radiologie (Frau Prof. Dr. Dr. B. Pfleiderer) und der Klinik für Orthopädie (Herr Prof. Dr. D. Liem, Herr Dr. R. Dieckmann).

In zusätzlichen Kooperationsprojekten werden weitere neurobiologische Faktoren, wie z. B. Stresshormone, als mögliche Ursachen für die Fibromyalgie untersucht.

 

Störungen der Affektregulation und –verarbeitung bei Patienten mit einer Posttraumatischen Bewegungsstörung

Patienten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) haben eine äußerst belastende und traumatisierende Lebenssituation mit oftmals ausgeprägter Todesangst erlebt und zeigen danach Probleme der emotionalen Verarbeitung dieser. Sie leiden unter wiederholten, sich aufdrängenden Bildern des Ereignisses („Flash-backs“), müssen Situationen, die dem Ereignis ähneln, vermeiden und erleben eine ständige Nervosität und innere Unruhe. Warum nicht jeder Mensch, der einem solchen Ereignis ausgesetzt gewesen ist, eine PTBS entwickelt, ist ungeklärt. Das Projekt versucht neurobiologische Grundlagen der Affektverarbeitung zu identifizieren, die mögliche Risikofaktoren für die Entwicklung einer PTBS darstellen. Hierbei werden aktuell kardiologische Patienten, die aufgrund ihrer Erkrankung eine hohes Risiko für die Entwicklung einer PTBS haben, in Bezug auf ihre genetischen und neurobiologischen Ursachen untersucht. Das Projekt ist ein Kooperationsprojekt mit der Abteilung für Rhythmologie (Prof. Dr. L. Eckhardt, Dr. M. Bettin) und dem Institut für Genetik von Herzerkrankungen (Univ.-Prof. Dr. E. Schulze-Bahr) des Departments für Kardiologie, dem Institut für Klinische Radiologie (Dr. W. Schwindt) und der AG Translationale Psychiatrie (Univ.-Prof. Dr. Dr. U. Dannlowski).

 

Zusätzlich beschäftigt sich die Arbeitsgruppe mit weiteren Erkrankungen aus dem Bereich der somatoformen / dissoziativen Störungen. Exemplarisch wird ein abgeschlossenes Forschungsprojekt dargestellt:

Neurobiologische Grundlagen der dissoziativen Bewegungsstörung

Patienten mit einer dissoziativen Bewegungsstörung können, vergleichbar mit einem Schlaganfall, Körperteile nicht mehr ausreichend oder koordiniert bewegen. Als Ursachen werden psychosoziale Belastungen im Leben der Betroffenen vermutet, auch wenn diese den Betroffenen gar nicht als solche bewußt sein müssen. Da eine organische Schädigung der Gehirns oder der Nervenbahnen nicht vorhanden sind, scheinen die Nervenzellen in ihrer Funktion im Zusammenspiel bei der Bewegungssteuerung verändert. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigte eine Beeinträchtigung der für den Start einer Bewegung verantwortlichen Gebiete im Gehirn, die jedoch anders als theoretisch vermutet, nicht mit dem Prinzip von einer durch Hypnose ausgelösten Lähmung vergleichbar ist (siehe Burgmer et al. Neuroimage 2016, Pyka et al. Neuroimage 2011, Burgmer et al. Cortex 2013).

Kooperationsprojekte mit der Klinik und Poliklinik für Neurologie (Herr Prof. Dr. med. St. Knecht), Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie (Herr Dr. med. C. Konrad (Uni Marburg)), Institut für klinische Radiologie (Frau Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. B. Pfleiderer, Dr. rer. nat. H. Kugel), Institut II des Fachbereichs Psychologie (Herr Univ.-Prof. Dr. M. Lappe).

 

 
 
 
 

Abgeschlossene Projekte

Informationen zu bereits abgeschlossenen Forschungsprojekten erhalten Sie hier.

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