Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Abteilung für Klinische und Operative Andrologie

Unerfüllter Kinderwunsch - warum klappt es nicht?

Von einem unerfüllten Kinderwunsch spricht man, wenn nach circa einem Jahr ohne Verhütung keine Schwangerschaft eintritt. Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig und können bei beiden Partnern liegen. In unserer Klinik erfolgt eine ausführliche Beratung, Diagnose und Therapieempfehlung bei einer möglichen männlichen Unfruchtbarkeit. In Zusammenarbeit mit der Frauenklinik am UKM und niedergelassenen Ärzten betreuen wir Paare mit unerfülltem Kinderwunsch auch in unserem universitären Kinderwunschzentrum Münster

Ursachen

Einschränkungen der männlichen Fruchtbarkeit können viele verschiedene Ursachen haben:

  • ein unzureichend behandelter Hodenhochstand als Kind (Kryptorchismus) 
  • Infektionen der Hoden, Nebenhoden, Prostata mit nachfolgenden (Teil-) Verschlüssen der ableitenden Samenwege 
  • angeborene (genetische) Besonderheiten (z.B. Klinefelter-Syndrom)
  • Einschränkungen der Spermienbildung durch frühere Operationen (z.B. Hodenentfernung), Chemotherapie oder Bestrahlung
  • Hormonstörungen insbesondere des Testosterons 
  • Störungen des Befruchtungsvorganges zwischen Spermien und Eizellen, z.B. durch Spermienantikörper, Medikamenteneinnahme, Rauchen, Allgemeinerkrankungen 
  • Erektionsstörungen mit Schwierigkeiten, den Samen in der Vagina zu platzieren

Diagnostik

Nach den strengen Kriterien der Weltgesundheitsorganisation analysiert unser zertifiziertes andrologisches Labor die Spermienqualität in einem Spermiogramm. Grundlage der Analyse sind drei Parameter:

  • die Spermienkonzentration
  • die Beweglichkeit und 
  • das Aussehen (die Form) der Spermien. 

Zusätzlich untersuchen wir auf Spermienautoantikörper und Infektionen. Durch Bestimmung verschiedener Markersubstanzen (Glukosidase, Fruktose, Zink) können wir wichtige Aussagen über die Funktion des Nebenhodens, der Samenblasen und der Prostata treffen.

Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Notwendigkeit bieten wir sämtliche weiteren Untersuchungen des andrologischen Spektrums an. Es besteht eine enge kollegiale Zusammenarbeit mit anderen Fachrichtungen des Universitätsklinikums Münster (z.B. Humangenetik, Gynäkologie, Urologie). Dabei verbinden sich das Wissen und die Kompetenz einer Universität mit umfassender und langjähriger Erfahrung der Ärzte, der wissenschaftlichen Mitarbeitenden und des Laborfachpersonals. Mit den Untersuchungsergebnissen bieten wir dem mitbehandelnden Frauenarzt Ihrer Partnerin grundlegende Entscheidungshilfen an, welche Methode einer Kinderwunschbehandlung Erfolg versprechend sein kann. In der Andrologie sind wir bei der Kinderwunschbehandlung auf folgende Behandlungen spezialisiert: 

Behandlungskosten

Die Kosten für die diagnostische Abklärung einer Fruchtbarkeitseinschränkung trägt in der Regel die Krankenkasse. Gleichzeitig bieten wir das gesamte operative Spektrum der Andrologie an. Bei sehr ausgeprägten Ejakulateinschränkungen bzw. vollständigem Fehlen von Spermien ist eine Spermienextraktion möglich. Refertilisationsoperationen können Verschlüsse der ableitenden Samenwege beseitigen.

Häufige Fragen zum Thema Unfruchtbarkeit

Was sind "normale" Spermienwerte?
Von der World Health Organisation (WHO) gibt es Richtlinien für "normale" Spermienwerte. Allerdings schließen auch Werte unterhalb dieser sogenannten Norm keineswegs aus, dass auch auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft eintritt. Genauso kann auch bei Männern mit einer auf den ersten Blick normalen Zahl an Spermien eine Störung der Zeugungsfähigkeit vorliegen. Eine für Ihre Situation angemessene Beurteilung ergibt sich oft aus vielen Einzelaspekten von Befunden bei beiden Partnern.

Wann sind assistierte Reproduktionsverfahren sinnvoll?
Es gibt heute eine Reihe medizinischer Verfahren für Paare, bei denen die Chance auf einen natürlichen Eintritt einer Schwangerschaft nicht durch Medikamente oder andere Maßnahmen verbessert werden kann, um die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu ermöglichen. Diese Verfahren werden in der Öffentlichkeit häufig mit dem Begriff "künstliche Befruchtung" beschrieben: Sie reichen von unterstützenden Maßnahmen wie  z.B. die Inseminationbehandlung bis zu aufwendigeren Befruchtungsbehandlungen wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit oder ohne intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI). Zunächst ist der Sinn jeder Kinderwunschbehandlung, Ihnen eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege zu ermöglichen. Allerdings können durchaus bei einigen Paaren (z.B. bei vollständigem Fehlen von Spermien in der Samenflüssigkeit oder ausgeprägten Störungen der Spermienproduktion) bereits frühzeitig assistierte Reproduktionsverfahren sinnvoll sein. Ob und welche Verfahren in Frage kommen, kann nur aufgrund Ihrer individuellen Situation mit Ihnen gemeinsam entschieden werden.

Wann entstehen mir persönlich Kosten für die Kinderwunschbehandlung?
Alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Ursache Ihres Problems herauszufinden, übernehmen normalerweise die Krankenkassen. Z. Zt. werden bestimmte Verfahren der assistierten Reproduktion nach vorheriger Antragsstellung zu 50 Prozent von den Kassen erstattet.

Wird unser Kind gesund sein?
Nach dem derzeitigen Stand der Forschung ist das Risiko nach einer Behandlung ein Kind mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu bekommen, nur in seltenen Fällen erhöht. Wichtig ist es, dass Sie überlegen, ob es in Ihrer Familie bereits Kinder mit schweren Störungen der Gesundheit oder Erberkrankungen gegeben hat. Im Einzelfall kann es dann sinnvoll sein, hier auch eine spezialisierte Beratung im Institut für Humangenetik in Anspruch zu nehmen, damit Sie eine Behandlung mit dem bestmöglichen Gefühl der Sicherheit beginnen. Was ist, wenn uns nicht geholfen werden kann?
In einigen wenigen Fällen kann das Ergebnis der Untersuchung sein, dass wir Ihnen keine Behandlung mit Aussicht auf Erfolg anbieten können. Wir werden dann versuchen, Ihnen im Gespräch alternative Wege aufzuzeigen.
  
 

 
 
 
 

Kontakt

Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Abteilung für Klinische und Operative Andrologie

Prof. Dr. med. Sabine Kliesch
Chefärztin
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude D11
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48149 Münster

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