Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Abteilung für Klinische und Operative Andrologie

Erstes Gespräch - Ursachen - Untersuchungen - Häufige Fragen

Die Ursachen für das Ausbleiben einer Schwangerschaft nach einem Jahr Wartezeit oder länger liegen zu gleichen Teilen bei Mann oder Frau, oder es bestehen Probleme bei beiden Partnern. An dieser Stelle soll näher auf die Ursachen für Infertilität beim Mann eingegangen werden.

Erstes Gespräch

Sinn des ersten Gespräches und der darauf folgenden Untersuchungen ist es herauszufinden, welche Ursache auf Seiten des Mannes zum Ausbleiben einer Schwangerschaft beitragen können.

Außerdem dient das Gespräch dazu, dass wir Ihre Vorstellungen zu der Kinderwunschbehandlung kennen lernen und Ihnen - soweit dies schon möglich ist - die weiteren Untersuchungs- und Behandlungsmöglichkeiten erläutern. Deshalb bitten wir Sie immer, gemeinsam zu diesem Termin zu kommen.

Häufige Ursachen für Infertilität

 
Andrologie
Ursachen beim Mann
Gynäkologie
Ursachen bei der Frau
Störungen der Spermienbildung im Hoden, z.B.
nach Hodenhochstand,
aufgrund von Hormonstörungen,
durch genetische Ursachen
Störungen der Eizellreifung
und/oder des Eisprunges
Veränderungen der ableitenden Samenwege, z.B.
durch Entzündungen, nach Operationen,
bei genetischen Ursachen
Störungen der Eileiterfunktion,
fehlende oder blockierte
Eileiter
Störungen der Hodendurchblutung,
z.B. Varikozele
Endometriose
Hodentumore Myome der Gebärmutter
Störungen des Befruchtungsvorganges,
z.B. durch Spermienantikörper, Medikamenteneinnahme,
Umwelteinflüsse, Rauchen, Allgemeinerkrankungen
Erektile Dysfunktion (Impotenz),
Ejakulationsstörungen
Störungen der
Sexualfunktion

Untersuchungen

Die Vorgeschichte beider Partner wird erhoben.

Für den Mann bedeutet dies: körperliche Untersuchung, Blutentnahmen zum Ausschluss von Allgemeinerkrankungen und zur Untersuchung des Hormonhaushaltes sowie - je nach Situation des einzelnen Paares - Abklärung anderer Faktoren (z.B. Erbfaktoren, Entzündungen), Ultraschall des Hodens (und falls notwendig der ableitenden Samenwege) und Untersuchung der Samenprobe.


Die Befunde werden wir nach einer Woche zunächst telefonisch mit Ihnen besprechen, um dann das weitere Vorgehen abgestimmt auf Ihre persönliche Situation festzulegen.

Häufige Fragen zum Thema Infertilität

Was sind "normale" Spermienwerte?
Von der World Health Organisation (WHO) gibt es Richtlinien für "normale" Spermienwerte. Allerdings schließen auch Werte unterhalb dieser sogenannten Norm keineswegs aus, dass auch auf natürlichem Weg eine Schwangerschaft eintritt. Genauso kann auch bei Männern mit einer auf den ersten Blick normalen Zahl an Spermien eine Störung der Zeugungsfähigkeit vorliegen. Eine für Ihre Situation angemessene Beurteilung ergibt sich oft aus vielen Einzelaspekten von Befunden bei beiden Partnern.

Wann sind assistierte Reproduktionsverfahren sinnvoll?
Es gibt heute eine Reihe medizinischer Verfahren für Paare, bei denen die Chance auf einen natürlichen Eintritt einer Schwangerschaft nicht durch Medikamente oder andere Maßnahmen verbessert werden kann, um die Erfüllung ihres Kinderwunsches zu ermöglichen. Diese Verfahren werden in der Öffentlichkeit häufig mit dem Begriff "künstliche Befruchtung" beschrieben: Sie reichen von unterstützenden Maßnahmen wie  z.B. die Inseminationbehandlung bis zu aufwendigeren Befruchtungsbehandlungen wie die In-vitro-Fertilisation (IVF) mit oder ohne intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI).

Zunächst ist der Sinn jeder Kinderwunschbehandlung, Ihnen eine Schwangerschaft auf natürlichem Wege zu ermöglichen. Allerdings können durchaus bei einigen Paaren (z.B. bei vollständigem Fehlen von Spermien in der Samenflüssigkeit oder ausgeprägten Störungen der Spermienproduktion) bereits frühzeitig assistierte Reproduktionsverfahren sinnvoll sein. Ob und welche Verfahren in Frage kommen, kann nur aufgrund Ihrer individuellen Situation mit Ihnen gemeinsam entschieden werden.

Wann entstehen mir persönlich Kosten für die Kinderwunschbehandlung?
Alle Maßnahmen, die dazu dienen, die Ursache Ihres Problems herauszufinden, übernehmen normalerweise die Krankenkassen. Z. Zt. werden bestimmte Verfahren der assistierten Reproduktion nach vorheriger Antragsstellung zu 50 Prozent von den Kassen erstattet.

Wird unser Kind gesund sein?
Nach dem derzeitigen Stand der Forschung ist das Risiko nach einer Behandlung ein Kind mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung zu bekommen, nur in seltenen Fällen erhöht. Wichtig ist es, dass Sie überlegen, ob es in Ihrer Familie bereits Kinder mit schweren Störungen der Gesundheit oder Erberkrankungen gegeben hat. Im Einzelfall kann es dann sinnvoll sein, hier auch eine spezialisierte Beratung im Institut für Humangenetik in Anspruch zu nehmen, damit Sie eine Behandlung mit dem bestmöglichen Gefühl der Sicherheit beginnen.

Was ist, wenn uns nicht geholfen werden kann?
In einigen wenigen Fällen kann das Ergebnis der Untersuchung sein, dass wir Ihnen keine Behandlung mit Aussicht auf Erfolg anbieten können. Wir werden dann versuchen, Ihnen im Gespräch alternative Wege aufzuzeigen.
  
 

 

 
 
 
 

Terminvereinbarung

Einen persönlichen Termin in unserer Klinik können Sie bei unseren Arzthelferinnen unter der Durchwahl +49 (0)2 51/83 - 56 095 vereinbaren.

Die Informationen über die Anmeldung zur Untersuchung der Infertilität bei der Frau finden Sie auf den Seiten der Universitätsfrauenklinik Münster oder der Durchwahl +49 (0)2 51/83 - 58 280.   

Ursachen

Verteilung der Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit zwischen Mann und Frau (WHO 1987)

Verteilung der Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit zwischen Mann und Frau (WHO 1987)