Klinik für Neurochirurgie

Tumorchirurgie

Leitung:

Univ.-Prof. Prof. h.c. Dr. W. Stummer (Direktor der Klinik)

Team:
Priv.-Doz. Dr. med. M. Holling (Oberarzt der Klinik)
Dr. med. N. Warneke (Oberarzt der Klinik)
Dr. med. B. Brokinkel (Facharzt für Neurochirurgie)

Spezialsprechstunde für Hirntumoren:

Dienstag zwischen 9 und 15 Uhr
Donnerstags zwischen 9 und 15 Uhr
Anmeldung unter 0251-83-47489

Ansprechpartner:

Dr. med. N. Warneke
Priv.-Doz. Dr. med. M. Holling

 

Interdisziplinäre Sprechstunde für Hirntumoren:

Montags von 9 bis 13 UhrAnmeldung unter 0251-83-46819

Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. med. M. Holling (Neurochirurgie)
Priv.-Doz. Dr. Dr. med. O. Grauer (Neurologie)

Hirneigene Tumore

Nervenzellen selber teilen sich nach der Geburt nicht mehr und können deshalb in der Regel auch keine Tumoren bilden. Die große Gruppe der hirneigenen Tumore (Gliome) geht stets von Zellen der Hirnstützsubstanz (Glia) aus. Ein Tumor wird nach dem ursprünglichen Zelltyp benannt (z.B. Astrozyten Astrozytom, Oligodendrozyten Oligodendrogliom) und in seiner Dignität in die Grade I - IV eingestuft. Grad I hat dabei eine Sonderstellung, gilt als gutartig und oft heilbar; die höheren Grade haben die - mit höherer Einstufung zunehmende - Tendenz zum Wiederauftreten und sind bislang nicht zu heilen. Epileptische Anfälle, Kopfschmerzen, Wesensänderungen, aber auch Lähmungen und Koordinationsstörungen können erste Symptome für einen solchen Hirntumor sein.

Neben MRT und CT werden Untersuchungen des Tumorstoffwechsels (SPECT, PET) zur Einstufung durchgeführt. Die stereotaktische Biopsie ist ein diagnostischer Eingriff unter Lokalanästhesie, der mittels einer besonderen Zieleinrichtung, dem Stereotaxierahmen, eine punktgenaue Probenentnahme ermöglicht.

Während der Tumoroperation muß versucht werden, erkranktes Gewebe möglichst vollständig zu entfernen, ohne allerdings gesunde Strukturen zu verletzen - da es im Gehirn keine „Sicherheitsabstände“ gibt und Tumorgewebe sich auch unter dem Auflicht-Mikroskop oft nicht vom Gesunden unterscheidet, ist das leichter gesagt als getan. Hierbei nutzen wir intraoperativ 5-ALA, eine körpereigene Substanz, welche sich insbesondere in den Tumorzellen anreichert und während der Operation zum "Leuchten" gebracht werden kann. Somit lassen sich die Tumorränder nachgewiesen besser identifizieren und der Tumor besser reduzieren.

Neuronavigation und Bildfusion ermöglichen dem Operateur eine zusätzliche Orientierung. Beide Verfahren werden in Münster genutzt. Ferner können wir bei verschiedenen Tumorlokalisationen im Rahmen von sog. "Wachoperationen" die Patienten aus der Narkose erwachen lassen und den Tumor soweit dies ohne ein neues neurologisches Defizit möglich ist reduzieren.

Bei höhergradigen Hirntumoren lässt sich die Therapie unter bestimmten Umständen durch eine während der Operation erfolgende Bestrahlung erweitern. Diese intraoperative Bestrahlung (IORT) wird in Münster als einem von wenigen Zentren weltweit erforscht und entwickelt. Nach der Operation von Gliomen sind oft Nachbehandlungen (Bestrahlung und/oder Chemotherapie) und immer regelmäßige Kontrolluntersuchungen (in der allgemeinen Sprechstunde) erforderlich. 

Hirnmetastasen

Grundsätzlich muss zwischen Tumoren mit Ursprung im Bereich des Zentralnervensystems und Metastasen, also Absiedlungen bösartiger Tumoren aus anderen Körperregionen unterschieden werden. Das spezifisch neurochirurgische Vorgehen bei Metastasen ähnelt in vielem der Behandlung höhergradiger hirneigener Tumoren.

Tumore der Hirnhäute

Das zentrale Nervensystem wird von mehreren Hirnhäuten, den Meningen, umgeben, und auch diese Hüllschichten können Tumoren ausbilden: Meningeome gehen von der bestimmten, Gefäßen benachbarten Zellen meist der harten Hirnhaut aus, sind in der Regel gutartig und wachsen langsam. Kopfschmerzen, Krampfanfälle, Lähmungen und Koordinationsstörungen können Symptome sein, nicht selten handelt es sich aber auch um Zufallsbefunde.

CT, MRT und Angiographie dienen zur Darstellung der Meningeome und ihrer Beziehungen zu großen Gefäßen.

Als „gutartige“ Tumore sind Meningeome vom eigentlichen Hirngewebe scharf abgegrenzt. Sie können allerdings den Schädelknochen durchsetzen. Problematisch sind vor allem Meningeome, die die Schädelbasis infiltrieren oder in unmittelbarer Nähe zum Hirnstamm liegen. Durch die Nachbarschaft lebenswichtiger Nervenzentren (Atmung, Temperatursteuerung, Bewusstseinslage, Schutzreflexe wie z.B. Husten, Schlucken) oder durch die Unmöglichkeit, unter dem Mikroskop infiltrierten von gesundem Knochen zu unterscheiden, wird dann eine vollständige Tumorentfernung erschwert. Eine wesentliche Hilfe stellt wiederum die Neuronavigation dar. Bei sehr kritischer, einer Operation nicht zugänglicher Lage des Tumors kann eine stereotaktische Bestrahlung mitunter zum Wachstumsstillstand führen. Regelmäßige Nachkontrollen sind erforderlich.

 
 
 
 

Leiter

Dr. med. N. Warneke
Priv.-Doz. Dr. med. M. Holling


Sprechstunde

Donnerstags 08:00 bis 14:00 Uhr

Poliklinik für Neurochirurgie
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster