Beschreibung der Drittmittelprojekte

  

Klinische und neurobiologische Effekte einer NIRS-kontrollierten transkraniellen Magnetstimulation (rTMS) bei Patienten mit Panikstörung während einer Behandlung mit kognitiver Verhaltenstherapie (KVT)

BMBF-Paniknetz-Subprojekt
Projektleiter: Prof. Dr. Zwanzger (Münster),
Prof. Dr. Fallgatter (Tübingen)

Die Panikstörung (mit/ohne Agoraphobie) gehört zu den häufigsten psychischen Störungen mit starker Einschränkung der Lebensqualität. Studien zu neurobiologischen Mechanismen zeigen, dass klinische Symptome (wie plötzliche, unerwartete Panikattacken) möglicherweise das Ergebnis eines dysfunktionalen Furchnetzwerks - inklusive einer Hyperaktivität der Amygdala und einer verringerten Aktivität des präfrontalen Cortex - sind. Die kognitive Verhaltenstherapie (KVT), welche derzeit als die effektivste psychotherapeutische Behandlung gilt, scheint dieses dysfunktionale Netzwerk zu regulieren. Wie fMRI-Daten zeigen konnten, kann kognitiv orientierte Psychotherapie die furchtrelevanten neuronalen Netzwerke beeinflussen. Es konnte gezeigt werden, dass sie die übermäßige Amygdalaaktivität als auch die präfrontale Hypoaktivität normalisieren kann. Trotz der - bei vielen Panikpatienten - effektiven kognitiven Verhaltenstherapie gibt es immer noch Behandlungsverläufe der Panikstörung mit einer nur unzureichenden Besserung der Symptomatik. Daher wird die Fragestellung untersucht, ob eine örtliche Aktivierung des präfrontalen Cortex mittels repetetiver transkranieller Magnetstimulation (rTMS) die Effekte einer KVT verstärkt. Bei 40 Patienten mit Panikstörung, die eine kognitive Verhaltenstherapie durchlaufen, wird eine sham-kontrollierte add-on rTMS-Behandlung durchgeführt. Mittels Nahinfrarotspektroskopie (NIRS) in Kombination mit emotionalen und kognitiven Aufgaben wird die präfrontale cortikale Aktivität vor und nach der rTMS-Behandlung untersucht. Die neurobiologischen Mechanismen und Veränderungen bei Panikpatienten, die mit KVT und rTMS behandelt wurden, sind somit besser nachvollziehbar. Weiterhin können neue Perspektiven für eine Kombination von psychotherapeutischen und neurobiologischen Behandlungsmöglichkeiten eröffnet werden.

Studienkoordination: Dipl.-Psych. Nadja Vennewald

 

Dysfunktionale kortikolimbische Reizverarbeitung und deren Modulation durch repetitive transkranielle Magnetstimulation bei Angst - Emotionales Wort- und Namenlernen als Traitmarker für Angststörungen

IZKF
Projektleiter: PD Dr. Ch. Dobel, Prof. Dr. P. Zwanzger
Institut für Biomagnetismus und Biosignalanalyse

Lern- und Konditionierungsprozesse sowie genetische Faktoren beeinflussen die emotionale
Reizverarbeitung und sind entscheidende Voraussetzungen für die Entstehung von Angststörungen. Angstpatienten verarbeiten emotionale Reize stärker, was mit dysfunktionaler neuronaler Aktivierung des präfrontalen Kortex und der Amygdala korreliert. Dieses Projekt untersucht durch implizite Lernexperimente, wie neutrale Reize eine emotionale Valenz erwerben (d.h. Wörter/Namen für Konzepte/Gesichter). Solche
Reize können in großer Zahl schnell gelernt werden, sind sozio-kommunikativ relevant und die bei der Verarbeitung und beim Lernen beteiligten neuronalen und kognitiven Netzwerke sind im Detail beschrieben. Mit aktuellen neurowissenschaftlichen Methoden können Entstehung (MEG und fMRI) und Ursachen (rTMS) der Angstsymptomatik mit hoher Präzision bei Angstpatienten und gesunden Risikoprobanden verfolgt werden. Dies erlaubt die Etablierung eines kognitiv-neuronalen Traitmarkers für Angststörungen.

Studienkoordination: Dipl.-Psych. Inga Laeger

 

Therapiestudie: Physiologische Reaktionen in Virtueller Realität bei Höhenphobie

IMF ZW 220805
Antragsteller : Dipl.-Psych. J. Diemer, Prof. Dr. P. Zwanzger

Nach wie vor besteht großer Forschungsbedarf zur Verbesserung der bestehenden Therapien und zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze für Angststörungen. Seit ca. 15 Jahren werden 3D Computer-Simulationen entwickelt (sog. „virtuelle Realität“, VR), die als Alternative zur sog. „Exposition in vivo“ (d.h. der Konfrontation mit angstauslösenden Dingen oder Situationen) u.a. für die Behandlung von spezifischen Phobien (übermäßige Angst z.B. vor Hunden, Spinnen, Autofahren etc.) in Frage kommen.
Bei dieser Studie werden die physiologischen (körperlichen) Reaktionen während einer Höhenszene in virtueller Realität bei Menschen mit Höhenangst untersucht, sowie die Wirkung einer VR-Exposition bei Höhenphobie. Die Studie umfasst 2 Termine à 2-3 h.

Studienkoordination: Dipl.-Psych. Julia Diemer