Klinik für Neurochirurgie

Pathologie

 

Definition

Hyophysenadenome sind gutartige Tumore aus den parenchymalen Zellen des Hypophysenvorderlappens (Adenohypophyse) oder des Hypophysenhinterlappens (Neurohypophyse). Sie machen 10-15% aller intrakraniellen Neubildungen aus. Frauen sind häufiger betroffen als Männer (3:2).  

Einteilung  

Die Hypophysen-Ademone werden nach Hormonsekretion, Größe und Wachstum eingeteilt. Das Management wird maßgeblich durch diese drei Faktoren bestimmt.

Einteilung nach Hormonproduktion 

  • Endokrin-inaktive Adenome 
  • Prolaktin-sezernierende Adenome (Prolaktinome)
  • STH-produzierende Adenome (Akromegalie)
  • ACTH-produzierende Adenome (Morbus Cushing)
  • TSH, LH, FSH-produzierende Adenome (selten)

Einteilung nach Größe 

  • Mikroadenome, Durchmesser bis 10 mm, keine supraselläre Ausdehnung 
  • Mesoadenome, Durchmesser 10-20 mm, supraselläre Ausdehnung bis 10 mm 
  • Makroadenome, Durchmesser > 20 mm, supraselläre Ausdehnung > 10 mm 

Einteilung nach Wachstum 

  • Expansives Wachstum mit radiologisch nur Ausweitung der knöchernen Strukturen 
  • invasives Wachstum mit radiologisch nachweisbarer Knochendestruktion 
Symptome und Operationsindikation 

Symptome aller Hypophysentumoren können Einschränkungen des Gesichtsfeldes – hier vor allem die bitemporale Hemianopsie (Tunnelblick) – oder Kopfschmerzen sein. Durch das zumeist einseitige Wachstum sind die Augenmuskelnerven (N. occulomotorius, N. trochlearis, N. abduzenz) und die ersten Äste des Gesichtsnerven (N. trigeminus) gefährdet. Eine Einengung der Arteria carotis interna kann auch beobachtet werden. Nebenwirkungen der hormonaktiven Tumoren ergeben sich aus den Wirkungen der einzelnen Hormone. Bei Prolaktinomen beobachtet man Galactorrhoe (Milchproduktion aus den Brustdrüsen), bei den aus dichten Granula und azidophilen Somatotropin-produzierenden Zellen eine Akromegalie (Gigantismus, Riesenwuchs), bei ACTH-produzierenden Adenomen mit basophilen Zellen einen Morbus Cushing. Der Hypophysenhinterlappen produziert das antidiuretische Hormon (ADH). In seltenen Fällen wird Thyreotropin (TSH) im Übermaß produziert, was entsprechend eine Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion) ausbilden kann. Hormoninaktive Adenome werden in der Regel aufgrund der später einsetzenden Symptomatik auch später entdeckt und sind somit größer bei Erstdiagnose. Die Symptome können in das Vollbild einer Hypophyseninsuffizienz übergehen. Akuter Visusverlust (Sehverlsut) (Hypophysenapoplexie) stellt einen absoluten Notfall dar. Zunehmende Visusausfälle sollen zur baldigen Aufnahme geplant werden. Rein endokrin symptomatische Hypophysenadenome können semielektiv oder elektiv behandelt werden. 

 
 
 
 

Leiter

Priv.-Doz. Dr. med. C. Ewelt

Sprechstunde
Mittwochs 08:00 bis 14:00 Uhr

Poliklinik für Neurochirurgie
Albert-Schweitzer-Campus 1
48149 Münster