Klinik für Neurochirurgie

Präoperative Behandlung

Substitutionsbehandlung bei Hypophyseninsuffizienz 
Wird eine Hypophyseninsuffizienz schon präoperativ festgestellt, werden die Patienten präoperativ mit der üblichen Substitutionstherapie behandelt:
  • Kortisol 25 mg/Tag oral (10-5-5-5)
  • bei sekundärer Hypothyreose: 50-150 µg/Tag Levothyroxin 
  • bei sekundärem Hypogonadismus: Testosteron bei Männern, Östrogen bei Frauen 
Vorbehandlung mit Bromocriptin bei Prolaktinomen 
Bei Meso- und Makroadenomen wird eine 4-6 wöchige Behandlung durchgeführt, wodurch die Mehrzahl dieser Adenome kleiner werden und bei der Operation verflüssigt sind, was die operative Heilungschance vergrößert. Die Vorbehandlung erfolgt heute meistens mit Cabergolin. 
Somatostatin-Vorbehandlung bei Akromegalie 
Sofern das STH auf eine Testinjektion Somatostatin anspricht, werden die Meso- und Makroadenome auch 1-2 Monate mit täglichen Injektionen von Somatostatin vorbehandelt. Bei allen vorbehandelten Patienten sollte der Effekt der Vorbehandlung präoperativ durch eine Hormonbestimmung und eine CT- oder MRT-Untersuchung kontrolliert werden. 
Operative Therapie
Die chirurgische Resektion des Hypophysenadenoms erfolgt transsphenoidal/transnasal mikrochirurgisch über ein Operationsmikroskop. Dabei ist es das Ziel, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen. Dies ist eine sehr elegante und schonende operative Maßnahme. Nur bei sehr großen Tumoren führt man in Ausnahmefällen eine Kraniotomie durch, bei der die Schädeldecke eröffnet werden muss. Alternativ verwenden wir die endoskopische transnasale-transsphenoidale Hypophysenchirurgie als Weiterentwicklung der hermkömmlichen mikrochirurgischen Operationsmethode. Vorteile bestehen in der besseren Ausleuchtung des Operationsfeldes, bei hoher Detailauflösung mit weitwinkeliger Optik und unterschiedlichen Blickwinkeln (30°- und 45°-Optik), geringeres Schleimhauttrauma und bessere Differenzierung von tumorösen und normalem Gewebe. Prolaktinome werden heute nicht als primäre chirurgische Indikation gesehen. Eine Operationsindikation ergibt sich nur bei ungenügendem Ansprechen oder Unverträglichkeit auf Medikamente oder bei Meso- und Makroadenomen bei postmenopausalen Frauen. Bei symptomatischen Mikroadenomen kann eine Adenomektomie diskutiert werden, um eine langfristige medikamentöse Therapie zu vermeiden.
 
 
 
 

Leiter

Dr. med. Eric Suero Molina, MBA

Sprechstunde
Mittwochs 09:00 bis 15:00 Uhr

Klinik für Neurochirurgie
Albert-Schweitzer-Campus 1A
48149 Münster