Klinik für Kardiologie III: Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen

Foto Team, UKM-Kardiologie EMAH

Diagnostik

Unsere diagnostischen Möglichkeiten sind umfassend und sicher.

Echokardiographie

Die Echokardiographie stellt die Basisuntersuchung für jeden Herzpatienten dar. Mit den unterschiedlichen echokardiographischen Untersuchungsverfahren ist es möglich, mit einem ultraschallbasierten Schnittbild die Herzfunktion in Echtzeit zu beurteilen. Die Größe der Herzhöhlen, die Klappenfunktion, die Pumpfunktion und vieles mehr sind dabei gut darstellbar. Natürlich sind auch angeborene und erworbene Herzfehler gut zu erkennen und im Verlauf zu beurteilen. Die Echokardiographie kann entweder von außen erfolgen oder über eine Ultraschallsonde, die über die Speiseröhre eingeführt wird. Bei den Messungen stehen verschiedenste computergestützte Meß- und Auswerteverfahren zur Verfügung, die im Falle des EMAH-Zentrums den modernsten, derzeit zur Verfügung stehenden Standards entspricht

Blutuntersuchung

Die Blutuntersuchung ist ein wichtiges diagnostisches Instrument, das entweder in Vorbereitung auf anstehende Eingriffe Verwendung findet (Blutgerinnung, Nieren- und Schilddrüsenfunktion u.a.), aber auch Rückschlüsse auf die inneren Organfunktionen im Zusammenhang mit Herzerkrankungen zulässt. So werden u.a. der Elektrolytstörungen, die Leberwerte und Herzschwächemarker abgenommen, die jeweils Indikatoren für bestimmte Funktionsstörungen sein können.

24-h-Blutdruckmessung

Die Blutdruckmessung ist eine wichtige und risikolose Untersuchung, durch die der Arzt Informationen über die Kreislaufsituation und ggf. medikamentöse Einstellung eines erhöhten Blutdrucks erhält. Bei der 24-Stunden-Messung verbleibt die Manschette am Arm des Patienten. In regelmäßigen Abständen misst das automatische Gerät über 24 Stunden den Blutdruck und zeichnet die Werte auf. Der Patient bekommt das Gerät z.B. im Rahmen des Ambulanzbesuchs angelegt, kann aber während des Messzeitraums nach Hause gehen. Oftmals ist insbesondere die Beurteilung des Blutdruckprofils im normalen Lebensumfeld aufschlussreicher als während des Krankenhausaufenthaltes.

EKG und Langzeit-EKG

Bei der Elektrokardiographie (EKG) werden die elektrischen Aktivitäten des Herzens aufgezeichnet, die bei jedem Herzschlag entstehen. Elektroden am Körper messen diese elektrischen Impulse. Das EKG-Gerät stellt diese Impulse als EKG-Kurve dar. Beim Langzeit-EKG werden die elektrischen Herzaktivitäten über einen Zeitraum von 24 Stunden erfasst. Der Patient kann in diesem Zeitraum nach Hause gehen. Das Langzeit-EKG dient der Erfassung von Rhythmusstörungen, die teils nur vorübergehend auftreten und im normalen EKG nicht erfasst werden können. Des Weiteren kann das Herzfrequenzprofil beurteilt werden und bei bestehender medikamentöser Therapie eine entsprechende Anpassung vorgenommen werden.

Ergometrie

Die Ergometrie ist eine physische Belastungsuntersuchung, die meist in sitzender Position auf einem Trainingsfahrrad durchgeführt wird. Es können wichtige Informationen über die verschiedenen Kreislauffunktionen erhoben werden. Neben Rückschlüssen über die allgemeine körperliche Belastbarkeit werden Blutdruck, Herzfrequenz, Hinweise auf Durchblutungsstörungen am Herzen dokumentiert.

Spiroergometrie

Bei der Spiroergometrie werden während des Belastungs-Tests zusätzlich die Atemgase des Patienten mittels einer luftdicht abschließenden Maske auf Mund und Nase gemessen. Das erlaubt eine deutlich genauere Bestimmung der Leistungsfähigkeit und der Leistungsreserven von Herz und Lunge als die normale Ergometrie.

Magnetresonanztomographie

Diese Untersuchung wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Radiologie des UKM durchgeführt. Mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen können bei diesem Verfahren unter anderem das Herz, der Blutfluss und Gefäße in bewegten Bildern dargestellt werden. Durch die zugrunde liegende Technik MRT werden keine schädlichen Röntgenstrahlen freigesetzt. Die Aufnahmen erlauben bei komplexen anatomischen Fragestellungen angeborener Herzfehler, aber auch anderen strukturellen Herzerkrankungen eine hochaufgelöste Darstellung und Funktionsbestimmung. Die MRT ist ein zusätzliches Diagnostikverfahren, das nur in besonderen Fällen eingesetzt wird. Zu berücksichtigen ist dabei, dass bestimmte Patienten aus technischen Gründen nicht untersucht werden können (z.B. Schrittmacher- und Defibrillatorpatienten).

Multislice-Computertomographie

Diese Untersuchung wird in Zusammenarbeit mit dem Institut für klinische Radiologie des UKM durchgeführt. Die neuesten Generationen von Multislice-Computertomographen (mit Dual Source-Technologie) können insbesondere in der Darstellung von Gefäßen bei wenig belastendem Untersuchungsablauf und kurzer Untersuchungszeit wertvolle Aufschlüsse geben. Die erzeugten Schnittbilder können beliebig in 3D-Modellen rekonstruiert werden und stellen eine optimale Planungsgrundlage für weiterführende Behandlungen dar (z.B. kathetergestützte Implantation von Aortenklappen). Die Darstellung des Herzens und insbesondere der Herzkranzgefäße erfolgt in einer sehr hohen Bildauflösung und geringen Strahlenbelastung.

 

Herzkatheterdiagnostik

Die Herzkatheteruntersuchung im Allgemeinen ist ein sogenannter invasiver Eingriff, was entweder im ambulanten oder stationären Organisationsablauf voraussetzt, dass die Patienten mit einem Bett auf unserer Station versorgt werden. Die Untersuchung stellt entweder einen vorbereitenden diagnostischen Schritt bei anstehender Operation oder zur Verlaufskontrolle nach operativen Eingriffen dar (z.B. vor geplanter Herzklappenoperation), oder beinhaltet bereits im gleichen Schritt die angestrebte Therapie (z.B. Verschluss von Herzscheidewanddefekten, Stent-Implantationen in Gefäße etc.).


In vielen Fällen wird nur eine lokale Betäubung benötigt, und wenn der Wunsch besteht, kann der Patient auf einem Monitor die Untersuchung mit verfolgen. Als Zugangsweg dienen meist die Blutgefäße in der Leiste, am Hals oder in der Ellenbeuge. Die Katheter werden mittels eines Führungsdrahtes über die Blutbahn schmerzfrei bis zum Herzen geschoben. Die genaue Vorgehensweise hängt individuell von der Grunderkrankung des Patienten ab, die dabei gewonnen Informationen der Untersuchung sind vielfältig. Gemessen werden beispielsweise Druck und Sauerstoffgehalt in verschiedenen Herzabschnitten, mittels Kontrastmittel können darüber hinaus Fehlbildungen und Gefäßverengungen präzise dargestellt werden und ggf. direkt behandelt werden.

 
 
 
 
Untersuchung durch den Herzspezialisten
Umfangreiche diagnostische Betreuung
Teamarbeit im Katheterlabor