Klinik für Kardiologie III: Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen

Foto Team, UKM-Kardiologie EMAH

Minimalinvasive Eingriffe

In welchen folgenden Fällen greifen wir auf eine minimalinvasive Operationsmethodik zurück:

Das offene Foramen ovale ist angeborene eine kleine Öffnung in der Scheidewand zwischen den beiden Vorhöfen, die meist nicht krankhaft oder behandlungsbedürftig ist. Unter bestimmten Umständen können aber Blutgerinnsel in den Körperkreislauf verschleppt werden können, was eine mögliche Ursache von Schlaganfällen darstellt. Beim Vorhofseptumdefekt befindet sich ebenfalls eine Öffnung in der Vorhofscheidewand, durch die ständig Blut vom linken in den rechten Vorhof fließen kann, was langfristig zu einer Überlastung der rechten Herzkammer führt.

Sowohl das persistierende Foramen ovale als auch der Vorhofseptumdefekt können bein entsprechender Notwendigkeit mittels kleiner Katheter von der Leiste aus sondiert und mit speziellen Schirmchen-Systemen verschlossen werden. Diese Schirmchen wachsen im Verlauf der Zeit in der Herzscheidewand und verschließen die Defekte in der Regel vollständig. Für eine Zeit von 3 bis 6 Monaten (in seltenen Fällen auch länger) ist eine medikamentöse Blutverdünnung erforderlich.

Unter örtlicher Betäubung wird von einer Vene der Leiste aus ein Katheter bis zum Herz vorgeschoben. Hat der Arzt mit dem Katheter die betroffene Herzklappe erreicht, schiebt er einen aufblasbaren Ballonkatheter über einen Führungsdraht vor und positioniert den Ballon an der Spitze des Katheters innerhalb der Öffnung der Herzklappe. Der Ballon wird mit präzisem Druck mit einer Mischung aus Kochsalz und Kontrastmittel gefüllt. Dadurch wird die Herzklappe aufgedehnt. Nach der Dehnung wird sie auf ihre Funktion hin überprüft, anschließend werden die Katheter zurückgezogen und die Einstichstelle verschlossen. Während des Eingriffs wird der Patient mit Röntgenstrahlen durchleuchtet und zumeist auch parallel mit Herzultraschall untersucht. 

Bei diesem Eingriff werden verengte Stellen des Kreislaufsystems mit Hilfe eines Ballon-Katheters künstlich gedehnt, um die Blutgefäße wieder durchlässig zu machen und die Versorgung des Herzens und des Kreislaufs mit Nährstoffen und Sauerstoff sicherzustellen. Der Eingriff erfolgt meist unter örtlicher Betäubung. Wie bei der Herzkatheteruntersuchung werden über die Leistengefäße wird Führungskatheter bis zu betroffenen Adern vorgeschoben. Ist die verengte Stelle erreicht, wird hier ein Ballonkatheter platziert. Der Ballon an der Spitze des Katheters wird nun in der Engstelle platziert und unter definiertem Druck mit kontrastmittelhaltiger Flüssigkeit aufgedehnt. Dies bewirkt eine Gefäßerweiterung der verengten Stelle, Ablagerungen werden beiseite gedrückt. In der Regel ist diese Prozedur mit einer Stent-Implantation verbunden. Dabei wird auf dem gleichen Weg ein Drahtgeflecht über einen Ballonkatheter in die Gefäßwand implantiert. Dieses als Gefäßstütze wirkende Drahtgeflecht bleibt im Körper und muss nicht entfernt werden. In manchen Fällen werden spezielle, medikamenten-beschichtete Ballons oder Stents verwendet, die das Risiko einer Wiedereinengung der betroffenden Ader verringern können. In der Regel ist nach einer solchen Prozedur eine Blutverdünnung erforderlich. Der Arzt und der Patient verfolgen diesen Eingriff mittels Röntgendurchleuchtung über einen Monitor. Nach erfolgreicher Dehnung des Blutgefäßes werden die Katheter zurückgezogen und die Einstichstelle verschlossen.

Dieser Eingriff ist eine Fortführung der Ballondilatation, um einen erneuten Verschluss des Gefäßes zu verhindern. Nachdem mit Hilfe eines Ballonkatheters zunächst die Verengungen an den Herzkranzgefäßen geweitet werden, wird in vielen Fällen direkt im Anschluss ein so genannter Stent eingesetzt. Der Stent ist ein  röhrchenförmiges Gittergeflecht aus Edelstahl. Dieses Gittergeflecht verhindert im aufgeklappten Zustand das erneute Zusammenfallen der Gefäßwand. Der Stent wird mit dem Ballonkatheter an der vorher erweiterten Stelle aufgedehnt, so dass er sich an der Gefäßwand absetzt. In den folgenden Wochen wächst inneres Gefäßgewebe über den Stent. In den letzten Jahren ist man dazu übergegangen, medikamentenbeschichtete Implantate zu verwenden, um Gewebereaktionen, die aufgrund des „Fremdkörpers Stent“ auftraten, zu vermeiden.

Die weltweit noch an relativ wenig Zentren zur Verfügung stehende kathetergestützte Implantation von Herzklappen kann insbesondere bei Patienten angewendet werden, die an einer Verengung der sog. Aortenklappe leiden (Herzklappe zwischen der linken Herzklappe und der Hauptschlagader). Voraussetzung ist dabei, dass für den Standard-Eingriff (chirurgischer Herzklappenersatz am offenen Herzen) aufgrund der Begleiterkrankungen ein zu hohes Risiko besteht (z.B. Vor-Operationen am Herzen, schwere Lungen- oder Nierenerkrankungen, Schlaganfälle u.a. )

Bei der kathetergestützten Aortenklappenimplantation wird eine Herzklappenprothese in zusammengefaltetem Zustand auf einem Katheter bis zur erkrankten Herzklappe vorgeschoben und dort entfaltet. Dabei wird die körpereigene Klappe in die Wand der aufsteigenden Hauptschlagader gedrückt. Die Klappenimplantation erfolgt am schlagenden Herzen ohne Herz-Lungen-Maschine, jedoch in Allgemeinnarkose. Als Zugangsweg kommen entweder die Leistenschlagader oder aber die Herzspitze in Frage. Bei letzterem Verfahren wird durch den Herzchirurgen ein kleiner Schnitt der seitlichen Brustwand durchgeführt, eine vollständige Eröffnung des Brustkorbs ist jedoch nicht erforderlich.

 
 
 
 

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Klinik für Kardiologie III: Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen

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