Klinik für Kardiologie III: Angeborene Herzfehler (EMAH) und Klappenerkrankungen

Foto Team, UKM-Kardiologie EMAH

Komplexe Herzfehler

Bei komplexen Herzfehlern sind zum Beispiel bestimmte Teile des Herz-Gefäßsystems gar nicht oder nur unzureichend angelegt, Hauptschlagadern gehen aus der falschen Kammer ab oder es sind ähnlich schwerwiegende Fehlbildungen vorhanden. Diese umfassenderen Fehlbildungen des Herz-Gefäßsystems wirken sich entsprechend schwerwiegend auf das Herzkreislaufsystem aus. Die Variabilität dieser Herzfehler ist groß, deshalb seien an dieser Stelle nur die häufigsten genannt.

Die häufigsten schweren Herzfehler

Transposition der großen Gefäße
Die Schlagadern sind vertauscht. Es geht die Hauptschlagader aus der rechten Kammer und die Lungenschlagader aus der linken Kammer ab. Da dadurch die Kreisläufe (Lunge und Körper) getrennt sind, ist zum Überleben eine Shuntverbindung (Verbindung zw. den Schlagadern oder Loch bzw. Löcher in den Scheidewänden) erforderlich.

Fallot´sche Tetralogie
Es besteht ein Loch zwischen den Kammern, die Scheidewand ist verlagert und der Blutstrom in die Lunge durch Verengung behindert, so dass Blut, ohne in der Lunge mit Sauerstoff angereichert zu werden, über den Defekt in den Körperkreislauf zurückgelangt. Dadurch sind die Kinder mehr oder weniger blau.

Anlage nur einer Herzkammer
Komplexe Herzfehler, bei denen anatomisch oder zumindest funktionell nur eine einzelne Herzkammer vorhanden ist (einzelne Kammer oder eine zweite Kammer nur ansatzweise angelegt), haben  zwangsläufig Mischblut zur Folge. Vor der Entwicklung von Operationstechniken konnten Patienten mit diesen komplexen Herzfehlern nur in seltenen Fällen bis ins Erwachsenenalter überleben.