UKM Hirntumorzentrum

Bundesweit erstes zertifiziertes Zentrum für Hirntumoren

Gemeinsam zum Erfolg: UKM Hirntumorzentrum überzeugt bei der Prüfung der Deutschen Krebsgesellschaft.

Münster (ukm/cccm). Im Kampf gegen Krebs kommt es auch auf die Geschwindigkeit an: Je schneller und besser die Abstimmung der einzelnen Fachdisziplinen funktioniert, desto größer sind die Erfolgschancen. Deswegen wurde 2010 das Hirntumorzentrum am UKM (Universitätsklinikum Münster) gegründet, das die Zusammenarbeit koordiniert. Jetzt ist es von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) bundesweit als erstes Zentrum für Hirntumoren zertifiziert worden.

„Die Patienten profitieren von den neuesten Operationstechniken, innovativen bildgebenden Verfahren und aktuellen Konzepten der Strahlen- und Chemotherapie. Daher freuen wir uns sehr, dass wir dafür nun auch offiziell zertifiziert wurden“, sagt Prof. Dr. Walter Stummer, Direktor der Klinik für Neurochirurgie und Sprecher des Hirntumorzentrums. Er lobt den Einsatz und die gute Zusammenarbeit der Kollegen, die erheblich zur erfolgreich bestandenen Prüfung beigetragen haben.

Während zahlreicher Besuche hatten unabhängige Gutachter sich vor Ort ein Bild davon gemacht, ob das Zentrum den hohen, in bundesweiten Expertengremien entwickelten Qualitätskriterien der DKG gerecht wird. „So können sich die Patientinnen und Patienten trotz ihrer schweren Erkrankung sicher aufgehoben und bestens versorgt fühlen.“, unterstreicht Prof. Dr. Jörg Haier, koordinierender Direktor des Zentrums für Krebsmedizin, zu dem das Hirntumorzentrum am UKM gehört.

Seit mehr als zwei Jahren koordiniert das Hirntumorzentrum am UKM die ambulante, stationäre und tagesklinische Versorgung von Menschen mit Hirntumoren. In gemeinsamen Sprechstunden entwickeln Neurologen und Neurochirurgen gemeinsam Therapiepläne – abgestimmt auf die ganz persönliche Behandlungssituation des einzelnen Patienten. „Auch die enge Verschränkung von Forschung und Krankenversorgung ist von großem Vorteil. Neueste Forschungsergebnisse fließen so direkt in die Behandlung von Patienten ein“, ergänzt Prof. Heinz Wiendl, stellvertretender Sprecher des Zentrums.

Ein besonderer Schwerpunkt des Zentrums liegt auf der psychoonkologischen Betreuung. „Die Diagnose Hirntumor ist für viele Patienten ein Schock“, meint Priv.-Doz. Dorothee Wiewrodt, Neurochirurgin und Psychoonkologin des Hirntumorzentrums. Sie sei zumeist verbunden mit der Angst, dass sich die eigene Persönlichkeit verändert, erklärt die Medizinerin.
Auch mögliche Funktionsstörungen – wie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen – führen dazu, dass Menschen mitten im Berufsleben oder zum Beispiel junge Mütter nach einer Erkrankung große Sorgen haben, den Alltag nicht mehr meistern zu können.
Damit die Patienten sich in dieser schwierigen Situation nicht allein gelassen fühlen, bietet das Hirntumorzentrum ihnen und ihren Angehörigen eine Beratung durch speziell geschulte Psychoonkologen an. Auch Mitarbeiter des Sozialdienstes geben praktische Hilfestellung und zeigen neue Perspektiven auf.

Die Beratung steht auch externen Patienten, Angehörigen und niedergelassenen Ärzten offen. Eine Kontaktaufnahme ist möglichunter der E-Mail-Adresse: hirntumorzentum(at)­ukmuenster(dot)­de oder unter telefonisch unter 0251 83 47472.

 
 
 
 

Die Diagnose „Hirntumor“ ist für den Betroffenen selber aber auch für das Umfeld oft schwierig. Neben einer ausgezeichneten medizinischen Versorgung ist uns am UKM deshalb auch eine gute Krankheitsbewältigung wichtig.

Da die Beschäftigung mit der Kunst dabei helfen kann, haben wir seit einigen Jahren eine Kooperation mit dem Kunstmuseum Pablo Picasso Münster und bieten für Patienten und Angehörige in Begleitung von Priv.-Doz. Dr. Dorothee Wiewrodt (Neurochirurgin/ Psychoonkologin) und Prof. Monika Wigger (Kunsttherapeutin) Museumsbesuche an. Das Programm besteht aus zwei Teilen: Die Teilnehmer nehmen zunächst an einer Führung durch das Museum teil und können dann in einem sich anschließenden Workshop ihre Eindrücke
künstlerisch verarbeiten.

Um die Effekte dieses Programms zu beschreiben und das Programm zu verstetigen, soll es wissenschaftlich evaluiert werden.

Im Rahmen der Evaluationsstudie soll untersucht werden,

  • welche Bedingungen dazu beitragen, dass das Museum als geschützter Raum erlebt werden kann,
  • inwiefern die spezifischen Bedingungen im Museum Einfluss auf die Kommunikation zwischen Patienten und Angehörigen haben
  • inwiefern das Museum von den Patienten als Ort der Begegnung und kulturellen Teilhabe erlebt werden kann und
  • ob und inwiefern die Museumsbesuche zur Entwicklung von Coping-Strategien beitragen.

Für die Untersuchung dieser Fragen sollen sowohl qualitative Forschungsinstrumente als auch standardisierte spezifische und generische Fragebögen eingesetzt werden.

Kooperationspartner:
Klinik für Neurochirurgie/UKM
Kunstmuseum Pablo Picasso Münster
MSH Medical School Hamburg

Förderer des Projektes:
Förderverein ZNS

Kontakt
dorothee.wiewrodt(at)­ukmuenster(dot)­de