Klinik für Pädiatrische Rheumatologie und Immunologie

Durchführung klinischer Studien in unserer Klinik

 

Beispiele für aktuelle Studien:

Canakinumab bei Systemischer juveniler idiopathischer Arthritis: Doppelt verblindete, randomisierte und kontrollierte Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit des Interleukin-1-Antikörpers Canakinumab bei SJIA. Die Therapie mit Canakinumab stellt eine Alternative zur herkömmlichen Basistherapie dar und wird alle 4 Wochen durchgeführt.

 

EUROPAC-2: Doppelt verblindete, randomisierte und kontrollierte Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit von Antox(vers) 1.2 und MGCT (Magnesium) bei der Behandlung von hereditärer und idiopathischer chronischer Pankreatitis. Untersucht werden Patienten mit chronischen Entzündung der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis), die durch erbliche Risikofaktoren ausgelöst wurde oder deren Ursache unbekannt ist. Das Universitätsklinikum Greifswald (Klinik und Poliklinik für Innere Medizin A, Abteilung für Gastroenterologie, Endokrinologie und Ernährungsmedizin; Direktor Prof. Dr. Markus M. Lerch) führt eine multizentrische placebokontrollierte Therapiestudie mit dem Titel EUROPAC-2 durch, die zeigen soll, ob die regelmäßige Einnahme von Magnesium oder Antioxidantien (ANTOX vers.1.2) die Häufigkeit und die Stärke von Schmerzen bei chronischer Pankreatitis verringert. Wir beteiligen uns als Studienzentrum an dieser Studie.

PREVENT: Mit Medikamenten kann bei der Mehrzahl der Patienten mit JIA eine Remission induziert werden. Patienten, die Medikamente weiter nehmen, bleiben meist beschwerdefrei (Remission mit Medikation) und bis zu 50% dieser Patienten haben kein erneutes Rezidiv nach Absetzen der Therapie (Remission ohne Medikation). Allerdings bedeutet das auch, dass 50% der Patienten einen erneuten Rückfall nach Ende der Therapie haben. Deshalb wird in der klinischen Praxis in vielen Fällen weiter behandelt, um ein Rezidiv zu vermeiden, obwohl 50% der Patienten keine Medikamente mehr benötigen. Wir haben gezeigt, dass Phagozyten-spezifische S100-Proteine eine subklinische Aktivierung des angeborenen Immunsystems detektieren. Bei Patienten mit erhöhten Werten, besteht daher eine erhöhte Gefahr eines Rezidivs nach Absetzen der Therapie (Föll et al. 2010, Gerss et al. 2012). In der PREVENT-Studie wollen wir daher überprüfen, ob diese Biomarker eine zuverlässige Stratifizierung von Patienten ermöglichen und somit bei der Entscheidung, die Behandlung zu beenden, helfen können. Im Rahmen dieser prospektive interventionellen Studie sollen 100 polyartikuläre JIA-Patienten eingeschlossen werden. Diejenigen mit subklinischer Krankheitsaktivität und hohem Rezidivrisiko (angezeigt durch erhöhtes S100A12 oder hsCRP) setzen die Therapie fort, während diejenigen mit niedrigen Biomarker die Therapie beenden. Als Kontrolle wird eine Kohorte mit 200 Patienten untersucht, die im bestehenden Behandlungsregister erfasst ist und bei denen die Therapie ausschließlich nach ärztliche Ermessen beendet wurde. 

Translationale FMF-Studien: Familiäres Mittelmeerfieber (FMF) gehört zu den prototypischen autoinflammatorischen Erkrankungen mit genetischen Defekten im Pyrin-Gen, die zu einer Dysregulation des proinflammatorischen IL-1 Signalweges führen. Die Patienten leiden an rekurrierenden Entzündungsschüben mit Fieber. Neben der phänotypischen Charakterisierung dieser Patienten, um eine bessere Kontrolle der Entzündung zu gewährleisten, untersuchen wir Phänotyp-Genotyp Korrelationen und pathophysiologische Grundlagen der Erkrankung. In Kooperation mit der Uniklinik Berlin (Charite) analysieren wir proinflammatorische Signalwege bei FMF-Patienten und die Rolle von Phagozyten-spezifischen S100 Proteinen in der Vermittlung von Entzündung bei FMF.

 
 
 
 

Mitarbeiter der Studiengruppe

PD Dr. med. Helmut Wittkowski

Dr. med. Claas Hinze

Antje Hellige (Study Nurse)