I. Ganzheitliches Therapiekonzept bei Hypertonikern

Hintergrund

In einer erst kürzlich veröffentlichten groß angelegten multinationalen Studie konnte gezeigt werden, dass 44% der Bevölkerung aus 6 europäischen Ländern an Bluthochdruck (Hypertonie) leidet, wobei Deutschland – 55% aller 35- bis 64-Jährigen hatten eine Hypertonie – den höchsten Anteil an Patientinnen/Patienten mit einer Hypertonie im Gesamt-Ländervergleich hatte. Die respektiven Zahlen lagen in den USA und Kanada lediglich bei 28% und 27%.

Fatale Folgeerkrankungen erhöhter Blutdruckwerte, welche erheblich zur Gesamt-Morbidität und -Mortalität in Deutschland beitragen, sind Schlaganfall, Herzinfarkt, Nieren-/Herzinsuffizienz, progressive Atherosklerose und vaskuläre Demenz. Blutdruck-Höhe und Hypertonie-Dauer korrelieren linear mit dem kardiovaskulären Risiko, was durch eine rechtzeitige und gezielte Behandlung erheblich verringert werden könnte; dennoch bleibt die Hypertonie-Behandlung in Deutschland bislang insgesamt defizitär.


Ganzheitliches Versorgungskonzept am UKM

In der Inneren Medizin D am UKM haben Frau Prof. Brand und Herr Prof. Pavenstädt mit Kollegen ein erfolgreiches, ganzheitliches Versorgungskonzept für Hypertoniker etabliert, an dem bisher über 800 Patienten teilgenommen haben. Ziel des interdisziplinären Konzeptes ist es, dass u.a. durch Lebensstil-Änderung die Blutdruckeinstellung verbessert wird und antihypertensive Medikamente eingespart werden können.

Bei den Patienten werden sekundäre Hypertonieformen ausgeschlossen, kardiovaskuläre Risikofaktoren, Hypertonie-assoziierte Endorganschäden sowie Begleiterkrankungen ermittelt und darüber das individuelle Risiko einer kardiovaskulären Folgeerkrankung (Framingham-Score) bestimmt. Diese Risikostratifizierung ist entscheidend für das individuell zugeschnittene Therapiekonzept. Die Patienten werden mündlich und schriftlich über die Erkrankung und deren Risiken aufgeklärt. Insbesondere werden nicht-medikamentöse Maßnahmen wie Gewichtsreduktion, verringerter Alkoholgenuss, Nikotinabstinenz, Steigerung der körperlichen Aktivität und kochsalz-reduzierte „mediterrane Kost“ (DASH diet) erläutert und unter aktiver Hilfestellung eines Ernährungsberaters, Psychologen und Sportmediziners sowie Einbindung niedergelassener Kollegen und der Selbsthilfegruppe der Hochdruckliga umgesetzt.

Ernährungsberater vermitteln an das individuelle Risikoprofil angepasste Ernährungsformen (salzarm, ballaststoff- und obstreich, cholesterinarm, fettmodifiziert), die zur Gewichtsreduktion und Blutdrucksenkung beitragen. Sportmediziner (Univ.-Prof. Dr. Dr. Stefan-Martin Brand; Institut für Sportmedizin) bieten eine individuell angepasste sportmedizinische Testung und Beratung an. Ein weiterer Schwerpunkt des ganzheitlichen Versorgungskonzepts ist die psychologische Betreuung mit einer individuellen Beratung zum Stressmanagement (Prof. Heuft, PD Dr. Burgmer; Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie).

Jährlich organisieren wir den Welthypertonietag in Münster, um Betroffenen und Interessierten praxisrelevante und leicht verständliche Informationen über die Erkrankung Hypertonie an sich sowie über die Prävention kardiovaskulärer Ereignisse zu vermitteln. Hierzu werden Referenten eingeladen, die über den aktuellen Stand der Prävention, Diagnostik und Therapie der Hypertonie und ihrer Folgeerkrankungen referieren. Patienten-Arzt-Gespräche werden organisiert, Reihenblutdruckmessungen durchgeführt und Informationsbroschüren verteilt.

Interdisziplinäre Ansprechpartner

Standort/FunktionAnsprechpartnerTel., Fax, E-Mail
Innere Medizin D – Allg. Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie); Stellvertr. Direktorin Nephrologin, HypertensiologinUniv.-Prof Dr. Dr. med. Eva Brand






Tel.: 0251-83 47518 (83 48746)
Fax:  0251-83 46979
E-mail: Eva.Brand(at)­ukmuenster(dot)­de




Institut für Sportmedizin;   
Direktor


 
Univ.-Prof. Dr. Dr. med. Stefan-Martin Brand)



Tel.: 0251-83 35391
Fax:  0251-83 35387
E-mail:
sportmedizin(at)­uni-muenster(dot)­de
Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie;
Direktor
Univ.-Prof. Dr. med. G. Heuft
(OA PD Dr. Burgmer)

Tel.: 0251-83 52905
Fax:  0251-83 52903
E-mail: psychosomatik(at)­mednet.uni-muenster(dot)­de

Verbesserte Blutdruckkontrolle durch
ganzheitliches Behandlungskonzept des UKM

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Eine Anmeldung zur Hypertonie-Sprechstunde erfolgt über:
Tel.: 0251/83-44994 (Poliklinik) oder
Tel.: 0251/83-47516 (Frau Seegers, Privatambulanz)
Kassenpatienten benötigen einen Überweisungsschein für die Hypertonie-Sprechstunde