IIIa. „Coronary Artery Disease - Renal Failure“ (CAD-REF)-Register

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Seit langem ist das erhöhte kardiovaskuläre Risiko terminal niereninsuffizienter Patienten (chronische Nierenerkrankung Stadium 5) bekannt. Allerdings ist erst seit kurzem bekannt, dass Koronarpatienten mit nur geringer Ausprägung einer chronischen Nierenerkrankung im Stadium 1 und 2 bereits ein erheblich erhöhtes Sterblichkeitsrisiko aufweisen. Dabei ist unklar, durch welche Mechanismen und Komplikationen im Krankheitsverlauf diese erhöhte Sterblichkeit bedingt ist. Die enorme Bedeutung dieser Beobachtung ergibt sich aus der großen Zahl chronisch Nieren-erkrankter Patienten in den Stadien 1-4 mit mehr als 6 Millionen Patienten (mindestens 10% der deutschen Bevölkerung) in Deutschland.

Das deutsche „Coronary Artery Disease - Renal Failure“ (CAD-REF)-Register wurde etabliert, um Risikofaktoren chronischer Nierenerkrankungen und kardiovaskulärer Erkrankungen - insbesondere der KHK - bei chronisch Nieren-erkrankten Patienten zu determinieren und Modelle zur Identifizierung von Hoch-Risiko-Subgruppen zu entwickeln, um die Basis für verbesserte Präventiv- bzw. Therapiestrategien zu schaffen. CAD-REF hat innerhalb von 3 Jahren über 3400 Patienten aus 33 deutschen Kliniken und Praxen eingeschlossen, bei denen eine präzise phänotypische Charakterisierung (Koronarangiographie, Determinierung des Stadiums der chronischen Nierenerkrankung über die Kreatinin-Clearance mittels MDRD-Formel und Albuminurie/Proteinurie-Bestimmung) als Ausgangsbefund erhoben wurde und eine mehrjährige Verlaufsbeurteilung erfolgte. Dabei wurden Männer und Frauen im Alter von ≥18 Jahre mit allen Stadien einer chronischen Nierenerkrankung und einer koronarographisch dokumentierten KHK mit einer mindestens 50%-igen Koronarstenose eingeschlossen. Die Patienten wurden bei Einschluss und in jährlichen Abständen einer gründlichen klinischen Untersuchung unterzogen sowie alle 6 Monate telefonisch nach akuten Ereignissen befragt. Daten zur Lebensqualität, Ernährung, körperlichen Aktivität und medizinischen Versorgung wurden erhoben. Plasma- und Urin-Proben zur Exploration von Biomarkern, des Lipid-Metabolismus, der Inflammation, des Gerinnungsstatus, des oxidativen Stresses und der endothelialen Funktion sowie DNA stehen zur Verfügung. Aktuell ist eine Verlaufsbeurteilung für weitere 2 Jahre geplant.

Es ist zu erwarten, dass die geplanten Langzeitbeobachtungen unter Berücksichtigung der Ausprägung der KHK und der Nierenerkrankung wichtige Informationen zu den den Komplikationen zu Grunde liegenden Mechanismen und zu den Verlauf beeinflussenden Risikofaktoren ergeben werden, die die Basis für eine gezieltere Prophylaxe sind. Hieraus können langfristig Leitlinien zur Prävention sowie zur medikamentösen und interventionellen Therapie der KHK bei Nieren-erkranken Patienten entwickelt werden.

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-> Interview - Forschungsprojekt mit Fokus auf Herz und Niere, KfHaspekte Winter 2012/2013 

Beteiligte Kooperationspartner:

Univ.-Prof. Dr. G. Breithardt, Prof. Dr. H. Reinecke, Department für Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Münster (UKM)

Univ.-Prof. Dr. H. Pavenstädt, Univ.-Prof. Dr. Dr. E. Brand, Innere Medizin D (Allg. Innere Medizin sowie Nieren- und Hochdruckkrankheiten und Rheumatologie), Universitätsklinikum Münster (UKM)

Förderung: Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF)