Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Bei der intraoperativen Radiotherapie (IORT) wird während der Operation direkt nach der chirurgischen Entfernung des Tumors das Tumorbett lokal bestrahlt. Nicht erkranktes Gewebe wird hierbei geschont. Die IORT wird vor allem angewendet, wenn ein Rezidiv eines Enddarmkrebses im kleinen Becken vorliegt, aber auch bei Tumoren im Bauchraum, z.B. beim Liposarkom.

Hierbei wird routinemäßig während der Operation mit einer speziellen Sonde der Verlauf des Stimmbandnervs überprüft, um eine Schädigung der Nerven zu vermeiden. Wir verwenden die schonende Methode mit Elektroden am Beatmungsschlauch. Mit dem Neuromonitoring kann man das Risiko der Stimmbandnervverletzung erheblich reduzieren.

Die Radiofrequenzablation ist ein örtliches Therapieverfahren zur Behandlung von bösartigen Tumoren, z.B. der Leber, die aufgrund ihrer Größe oder Lage nicht chirurgisch entfernt werden können. Die Tumore werden dabei mittels einer Hitzesonde abgetötet. Der Eingriff wird intraoperativ per Ultraschallkontrolle oder ohne Operation CT-gesteuert durchgeführt. Diese Therapieform bietet den Vorteil einer geringen Nebenwirkungs- oder Komplikationsrate.

Die dreidimensionale Rekonstruktion mittels CT-Bildern klärt die anatomische Lage des Tumors in Bezug auf die Gefäße in der Leber, so dass anhand der Resektionsgren-zen das verbleibende Restlebervolumen abgeschätzt und mit Stoffwechseltests auf seine Funktion hin überprüft werden kann. Durch diese nicht invasive Diagnostik vor Operationen können Komplikationsrisiken besser eingeschätzt und Therapien besser auf den Patienten abgestimmt werden.

Auch die TACE ist ein Beispiel für die Kooperation zwischen Leberchirurg und interventioneller Radiologie: Bei der TACE wird ein Katheter über die Leistenarterie in die Gefäße der Leber gebracht, um chemotherapeutisch wirksame Mittel in direkter Nähe des Tumors zu applizieren und gleichzeitig den Tumor von der Blutzufuhr abzuschneiden. So kann die Kontaktzeit und -intensität der Therapeutika mit dem Tumor optimal festgelegt werden. Gesundes Gewebe wird dabei geschont. Dieses Verfahren allein führt vielleicht nicht zur endgültigen Heilung, das Tumorwachstum kann aber deutlich gebremst werden. Die TACE hat in den letzten Jahren als Überbrückungstherapie bis zu einer Lebertransplantation die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten deutlich erhöht.

Eine wichtige Aufgabe der Leber ist es, den Körper von Schadstoffen zu reinigen. Die MARS ist ein zellfreies Dialyseverfahren, das mit einer MARS-Membran arbeitet, die den Blutkreislauf vom Dialysatkreislauf trennt. Die auf der Blutseite befindlichen Giftstoffe im freien Blut und die an das Albumin gebundenen Giftstoffe können per freier Diffusion auf die Dialysatseite mit verhältnismäßig sauberem Albumin übertreten. Dieses Verfahren kann bei einem akuten Leberversagen zum Einsatz kommen, um die Zeit bis zur Erholung der Leber oder bis zur Transplantation zu überbrücken.

PET/CT ist die modernste Fusionsbildgebung, bei der die anatomisch hochauflösende Darstellung des Mehrzeilen- Spiral -CT's mit der spezifischen molekularen Bildgebung der PET in einem Untersuchungsgang kombiniert werden. Die hohe Detailgenauigkeit der Darstellung der anatomischen Körperstrukturen mit kontrastmittelverstärktem Spiral-CT und die spezifische "Anfärbung" pathologischer Gewebsveränderungen mit geeigneten molekularen Sonden und PET führen zu einer Verbesserung der Diagnostik der häufigsten bösartigen Tumore und zu einer Verkürzung des diagnostischen Ablaufes.

Die PET/CT-Untersuchung erfolgt in einem Messgerät und in einem Untersuchungsgang. Zunächst wird eine Kontrastmittelverstärkte Computertomographie (CT), danach die Positronen-Emissions-Tomographie (PET)- Untersuchung durchgeführt. Die Untersuchung erfolgt im Liegen und dauert ca. 30 Minuten. In der Regel wird die Computertomographie nach i.v. Injektion eines Röntgenkontrastmittels durchgeführt. Bei bestimmten Fragestellungen kann auch eine Kontrastierung des Magens und/oder Darms durch Trinken von 1-2 Liter Wasser oder einem wässrigen Röntgenkontrastmittel notwendig sein. Für die PET-Untersuchung ist die intravenöse Injektion eines Radiopharmakons notwendig. Am häufigsten wird ein traubenzuckerähnliches Medikament (2-F-18 Fluordesoxyglukose FDG) verwendet. Um eine ungestörte Traubenzuckeraufnahme in die relevanten Gewebe zu gewährleisten, sollten Sie 8-12 Stunden vor der Untersuchung nichts gegessen haben und keine zuckerhaltigen Flüssigkeiten zu sich genommen haben. Reichlich trinken vor der Untersuchung ist erwünscht. Aufgrund der sehr kurzen Abklingzeit des radiochemischen Arzneimittels ist die Strahlenbelastung durch die PET-Untersuchung sehr gering. Akute oder chronische Schäden sind durch die am häufigsten verwendeten radioaktiven Arzneimittel bisher nicht bekannt geworden.

Die intraoperative Bestimmung des Parathormonspiegels dient der Erfolgskontrolle bei Operationen der Nebenschilddrüsen. Das Parathormon (PTH) wird in den vier Nebenschilddrüsen gebildet. Ein Nebenschilddrüsengeschwulst weist eine Überproduktion des PTH auf. Nach Entfernung der erkrankten Drüse soll die Konzentration des PTH innerhalb weniger Minuten abfallen. Die intraoperative PTH-Messung gibt Aufschluss darüber, ob eine weitere Nebenschilddrüse entfernt werden muss. So können mitunter weitere Eingriffe vermieden und die Dauer der Operation kann erheblich verkürzt werden.

Um Verletzungen der komplexen Nervenstrukturen im kleinen Becken zu schonen, kommt das pelvine Neuromonitoring während einer Operation am Darm zum Einsatz. Mit Hilfe von kleinen Nadelelektroden werden Gewebestrukturen im Operationsgebiet mit elektronischen Impulsen stimuliert. So kann sichergestellt werden, dass die jeweilige Struktur noch intakt ist. Droht Verletzungsgefahr, wird der Operateur akustisch gewarnt. Folgen einer Operation am Darm wie Stuhl- und Harninkontinenz oder Erektionsstörungen können so vermieden werden. Ein ähnliches Verfahren ist aus der Schilddrüsenchirurgie bekannt, wo das Neuromonitoring zum Schutz der Stimmbandnerven während der OP seit vielen Jahren eingesetzt wird.

 
 
 
 

Kontakt

T 0251 83-56361