Kinder- und Neugeborenenchirurgie

Nephroblastom

Das Nephroblastom, oder, nach dem Erstbeschreiber Max Wilms, auch Wilms-Tumor genannt, ist der häufigste Nierentumor im Kindesalter, er tritt mit einer Wahrscheinlichkeit von 1 zu 100.000 auf und wird meist zwischen dem ersten und vierten Lebensjahr diagnostiziert. Meist ist eine Niere befallen, in bis zu 5% alle Fälle tritt der Tumor beidseitig auf. Mitunter tritt das Nephroblastom im Rahmen von syndromalen Erankungen und familiär gehäuft auf. Die Kinder haben meist nur sehr wenige Beschwerden und fallen mitunter erst dann auf, wenn der Tumor wächst und sich eine deutliche Vorwölbung auf der betreffenden Seite abzeichnet. Schmerzen oder Blutbeimengungen zum Urin (Hämaturie) finden sich eher selten.

Spezielle Substanzen im Blut, sog. Tumormarker, gibt es beim Nephroblastom, im Gegensatz z.B. zum Neuroblastom (=> Link) nicht. Die Ultraschalluntersuchung ist aber meist so spezifisch, dass hier bereits die Diagnose gestellt werden kann, die dann evtl. noch durch eine Schnittbildgebung des Bauches (MRT) unterstützt wird. Obwohl bei vielen soliden Tumoren für die Therapie eine vorherige Biopsie erforderlich ist, ist das beim Nephroblastom anders: Die Bildgebung ist meist so spezifisch, dass die Diagnose bereits mit hinreichender Sicherheit gestellt werden kann und eine primäre Biopsie dann eher nachteilig ist, weil sie das Risiko einer Aussaat von Tumorzellen birgt. Sollte sich in einer Röntgenaufnahme des Brustkorbes der Verdacht auf Lungenmetastasen ergeben, erfolgt anschließend noch eine CT-Untersuchung.

Die Behandlung des Nephroblastoms beginnt mit einer vier bis sechswöchigen Chemotherapie, an die sich dann die chirurgische Entfernung des Tumors anschließt. Gleichzeit lässt sich der Tumor anhand seiner lokalen Ausdehnung klassifizieren sowie, nach Entnahme, vollständig histologisch aufarbeiten. Meist ist anschließend eine erneute Chemotherapie erforderlich, je nach Stadium des Tumors kombiniert mit einer Bestrahlung.

Die Prognose des Nephoblastoms ist, abhängig von Tumorstadium und Tumorzelltyp, gut.

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