Klinik für Herz- und Thoraxchirurgie

Die Herztransplantation

Die Herzinsuffizienz (= Herzschwäche) ist eine der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Verschiedene Erkrankungen, wie zum Beispiel Durchblutungsstörungen oder Herzmuskelerkrankungen können zu einem schlagartigen oder schleichenden Verlust der Herzfunktion und damit einhergehend der Belastbarkeit und Lebensqualität führen. Zunächst wird versucht, mittels medikamentöser Therapie oder interventionellen bzw. operativen Eingriffen (PTCA/Stent, CRT/ICD, Bypass- oder Herzklappenchirurgie, Implantation mechanischer Herzunterstützungsysteme) die Herzfunktion zu verbessern und zu stabilisieren. Läßt sich auch nach Ausschöpfen anderer Therapieverfahren keine ausreichende Stabilisierung des Patienten erreichen, dann kann die Herztransplantation als Therapiemaßnahme erwogen werden. Hierzu ist zunächst durch verschiedene Untersuchungen zu klären, ob die Herztransplantation ein geeignetes und indiziertes Therapieverfahren für einen Patienten darstellt. Die Entscheidung hierüber wird gemäß den Transplantationsvorschriften in einem interdisziplinären Team gefällt. Wenn dann die Entscheidung zur Transplantation gefällt ist, erfolgt die Anmeldung bei Eurotransplant in Leiden (Niederlande).

Nach Aufnahme auf die Warteliste bei Eurotransplant betreuen wir unsere Wartelistenpatienten engmaschig in unserer interdisziplinären Sprechstunde für Patienten mit Herzinsuffizienz und nach Herztransplantation weiter. Leider muss man mittlerweile angesichts der immer knapper werdenden Spenderorgane in der Regel von einer Wartezeit von mehreren Jahren ausgehen. Manchmal tritt während dieser Zeit eine weitere Verschlechterung des Zustandes ein, so dass man mit speziellen Kreislaufunterstützungssystemen („Kunstherz“) eine Stabilisierung erreichen muss. Die Organvermittlung erfolgt immer über Eurotransplant in Leiden / Niederlande. Die Auswahl des passenden Organs erfolgt nach den Kriterien Dringlichkeit und Wartezeit. Ist ein passendes Spenderherz gefunden, so muss der Patient auf schnellstem Wege in die Klinik kommen und die Vorbereitungen zur Transplantation beginnen. Zeitgleich wird durch ein Team aus unserem Haus das Spenderherz vor Ort nochmals auf seine Eignung zur Transplantation beurteilt. Erst wenn das Spenderherz sicher geeignet ist, wird mit der Operation begonnen. Nach der erfolgten Herztransplantation werden die Patienten zunächst auf die Intensivstation verlegt, wo sie von speziell ausgebildeten Intensivmedizinern versorgt werden. Wenn sich die Organfunktionen stabilisiert haben wird der Patient auf die Allgemeinstation verlegt, nach einiger Zeit schließt sich eine Rehabilitation an.

Nach einer Transplantation sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen notwendig. Diese finden in unserer Sprechstunde für Patienten nach Herztransplantation statt. Vor allem ist aber eine regelmäßige disziplinierte Einnahme verschiedener Medikamente zum Schutz vor einer Abstoßung notwendig. Abstoßungen sind vor allem in der Frühphase möglich bzw. zu erwarten, können aber auch im späteren Verlauf auftreten. In unserer Sprechstunde für Patienten nach Herztransplantation werden die Patienten interdisziplinär betreut, so dass auch mögliche Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Nierenschwäche oder Zuckerkrankheit mitbehandelt werden können. Insgesamt erfordert die Nachsorge herztransplantierter Patienten engmaschige Kontrollen, bei denen eine Vielzahl von Aspekten zu berücksichtigen sind. Wir bieten auch eine professionelle psychologische Mitbehandlung in der prä- und postoperativen Phase an. Insgesamt wurden am Universitätsklinikum Münster seit nunmehr fast 25 Jahren mehr als 440 Herztransplantationen mit gutem Langzeiterfolg durchgeführt.

 
 
 
 

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