Patient Blood Management: Ein klinisches Projekt zur Steigerung der Patientensicherheit

Vor dem Hintergrund der aktuellen demographischen Entwicklung zeichnen sich in den nächsten Jahren erhebliche Engpässe bei der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Blutkonserven ab. Die WHO fordert daher seit 2011 die Einführung von Alternativen zur Bluttransfusion, z. B. ein adäquates „Blut Management Programm“, genannt  Patient Blood Management (PBM). Das UKM hat in Kooperation mit den Universitätskliniken Frankfurt, Kiel und Bonn das PBM Programm mit vielen unterschiedlichen Ansätzen in der präoperativen, intraoperativen sowie postoperativen Versorgung der Patientinnen und Patienten seit dem 01.04.2014 eingeführt.

Ziele des Patient Blood Management sind

•    Erkennen und Behandeln einer präoperativen Anämie

•    Sorgfältiges Umgehen mit der Ressource Blut

•    Strenge Indikationsstellung zur Transfusion

•    Reduktion von Blutverlusten durch operative Maßnahmen, Cellsaver oder  Kontrolle und Optimierung der Gerinnung


Am UKM wird das Projekt von Dr. med. Andrea Steinbicker
(Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie) in Kooperation mit Priv.-Doz. Dr. Georg Geißler (Institut für Transfusionsmedizin und Transplantationsimmunologie) koordiniert. Das PBM Programm ist ein multimodales, interdisziplinäres Konzept.


Das Projekt verfolgt aktuell drei Hauptziele: Erstes Ziel ist die Optimierung einer präoperativen Anämie bei elektiver, nicht-notfallmäßiger Operation, zweites Ziel ist der rationale Einsatz von Blutkonserven und als drittes Ziel stehen fremdblutsparende Maßnahmen im Fokus.

Seit dem 1. April ist eine Anästhesie/PBM-Sprechstunde etabliert, die eine präoperative Anämie bei definierten elektiven Eingriffen optimiert. Dazu sind alle operativen Kliniken aufgerufen, bei Patienten mit bestimmten elektiven Eingriffen ein kleines Blutbild und einen Eisenstatus zu bestimmen. Die operativen Kliniken können diese Patienten gleichentags nach Indikationsstellung zur Operation spontan der Anästhesiesprechstunde zuweisen. Es ist wichtig, die Patienten so früh wie möglich vor der Operation zu sehen, optimal sind 4 Wochen vor elektivem Eingriff. Bei einem zu geringem Hb-Wert werden die betroffenen Patientinnen und Patienten in der Anästhesie/PBM-Sprechstunde, die im Rahmen der Anästhesiesprechstunde stattfindet, beraten und die Anämie direkt therapiert. In seltenen Fällen, bei Vorliegen einer ausgeprägten Anämie, kann der elektive Eingriff unter Umständen verschoben werden, bis die Ursache der Anämie abgeklärt und die Anämie therapiert ist. Alle teilnehmenden Kliniken erhalten regelmäßig ausführliche Schulungen und Informationsmaterialien zu diesem Thema.

 
 
 
 
Kontakt und Ansprechpartner

PBM Ambulanz, Anästhesie Sprechstunde,
Dr. med. Andrea Steinbicker
Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie
Universitätsklinikum Münster
E-Mail: pbm(at)­ukmuenster(dot)­de
Tel.: 0251-83-44042

Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf der Homepage http://www.patientbloodmanagement.de/