Klinik für Augenheilkunde

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Lederhauterkrankungen


Die Lederhaut (Sklera) liegt unter der Bindehaut und bildet durch ihre derbe Struktur gemeinsam mit der Hornhaut das stabile Augengerüst. 

Zugleich stellen sie den Ansatzpunkt der äußeren Augenmuskeln dar, welche für die Bewegungen des Auges in die verschiedenen Richtungen zuständig sind. An der Rückseite des Auges durchtritt der Sehnerv die Lederhaut. Die weiße Farbe der Lederhaut ist durch die transparente Bindehaut im Bereich des vorderen Augenabschnittes zu erkennen. Die Lederhaut erscheint blau, wenn sie von der Veranlagung her oder nach einer Entzündung eine geringe Dicke aufweist und die darunter liegende Aderhaut hindurchscheint.

Entzündungen mit einhergehender vermehrter Durchblutung der tief liegenden Gefäße im Bereich der Lederhaut lassen diese rötlich erscheinen. Eine Abgrenzung zu oberflächlicheren Entzündungen der Bindehaut ist nicht immer eindeutig möglich. Zudem ist zwischen einer Skleritis - der tiefen Entzündung der Lederhaut – und einer Episkleritis – einer Entzündung des Bindegewebes zwischen der Lederhaut und der Bindehaut – zu unterscheiden. Zugrunde liegen unter Anderem autoimmune Allgemeinerkrankungen des rheumatoiden Formenkreises oder bakterielle oder virale Entzündungen. Manchmal können die Entzündungen der Sklera nach zwischenzeitlicher Abheilung erneut auftreten. Häufig kann jedoch keine eindeutige Ursache identifiziert werden und die Entzündung bildet sich zunächst spontan innerhalb weniger Wochen zurück. Bei Entzündungen der Sklera kann es zu einer Verdünnung der Lederhaut kommen. In beiden Fällen kann die Abheilung durch lokale antientzündliche Augentropfen oder im Falle der Skleritis auch durch systemische antientzündliche Medikamente unterstützt werden.

Bindehauterkrankungen


Die Bindehaut (Konjunktiva) ist eine mit Gefäßen durchwachsene optisch transparente Bindegewebsschicht, welche den vorderen, sichtbaren Abschnitt der Augen unter Aussparung der Hornhaut überdeckt. Sie geht oben und unten in eine Umschlagsfalte der Lidrückseiten über und endet an den oberen und unteren Lidkanten.

Bei einem sog. „roten Auge“ ist oftmals eine Rötung der Bindehaut ursächlich. Zugrunde liegt beispielsweise eine vermehrte Durchblutung der Bindehaut auf Grund einer Entzündung. Begleitend können eine Schwellung der Bindehaut mit schleimiger oder eitriger Sekretion und eine Blendungsempfindlichkeit auftreten.  Auslöser einer Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis) sind Viren, Bakterien, physikalische oder chemische Reize und Allergien auf beispielsweise Substanzen in der Luft oder Begleitstoffe in Augentropfen. Im Rahmen von Hauterkrankungen oder Schleimhauterkrankungen des Körpers, sowie Autoimmunerkrankungen kann die Bindehaut des Auges mit betroffen sein. Harmlose virale Bindehautentzündungen verheilen von selbst. Sie können mit einer Schwellung der Lymphknoten im Bereich des Ohres einhergehen.

Schwere virale Bindehautentzündungen treten im Rahmen der „Augengrippe“ (Keratokonjunktivitis epidemica) auf. Hierbei ist häufig auch die Hornhaut betroffen. Diese Keratokonjunktivitis epidemica beginnt mit einer stark juckenden, teils schmerzhaften Rötung eines Auges mit Begleitschwellung der Bindehaut und der Lider, wässriger Sekretion und ausgeprägter Blendungsempfindlichkeit. Diese Infektion kann nach einer gewissen Zeit auch auf das zweite Auge übergehen. Insgesamt dauert der Krankheitsverlauf ca. 2-3 Wochen. Die Erkrankung heilt eigenständig aus. Sofern die Hornhaut betroffen ist, bilden sich in unterschiedlichem Maße punktförmige Hornhauttrübungen aus, welche für einige Monate das Sehen im Sinne einer erhöhten Blendungsempfindlichkeit und einer Verschlechterung der Sehschärfe einschränken können. Diese Erkrankung ist in den ersten 2-3 Wochen hochinfektiös, weshalb Hygienemaßnahmen mit Verwendung eines separaten Handtuches und eine Vermeidung von Handkontakt mit anderen Personen ergriffen werden müssen. Unbedingt ist der Kontakt der eigenen Hände mit den Augen zu vermeiden, um einer Ausbreitung über die Hände vorzubeugen. Bakterielle Entzündungen äußern sich in einer eitrigen Sekretion  und verklebten Lidern. Derartige Formen der Konjunktivitiden können mit antibiotischen Augentropfen behandelt werden.

Eine Sonderform der bakteriellen Entzündungen beruht auf einer Infektion mit Chlamydien, einem sexuell übertragbaren Erreger. Die Augen sind gerötet und leicht verklebt durch zähen Schleim. Follikel der Bindehaut auf der Lidrückseite und eine Bindehautüberwachsung der oberen Hornhaut sind diagnostisch richtungsweisend. Ein Bindehautabstrich kann die Diagnose bestätigen, ein negatives Ergebnis schließt eine vorliegende Infektion jedoch nicht aus. Die Therapie erfolgt mit entsprechenden antibakteriellen Augentropfen und –salben für mehrere Wochen. Auf Grund der sexuellen Übertragbarkeit sollten der / die Patient/in und der / die Geschlechtspartner/in mit Antibiotika in Tablettenform zeitgleich behandelt werden.

Bindehautreizungen im Rahmen von Allergien gehen mit Juckreiz, wässriger Sekretion und Blendungsempfindlichkeit einher. Je nach der Substanz, welche diese auslöst, wie beispielsweise Pollen, treten diese jährlich zur gleichen Zeit oder nach bestimmten Situationen auf. Beschwerdelindernd sind entsprechende Augentropfen, welche in die Vorgänge der allergischen Reaktion spezifisch eingreifen. Wenn möglich sollte die auslösende Substanz gemieden werden.

Eine weitere Form des roten Auges entsteht durch eine Einblutung in die Bindehaut (Hyposphagma). Diese kann beispielsweise durch einen Stoß, im Sinne eines blauen Flecks, hervorgerufen werden. Hierbei gilt es, das äußere Auge und das Augeninnere, sowie in Abhängigkeit vom Unfallhergang auch die Augenhöhle und die Schädelbasis auf Traumafolgen zu untersuchen. Ohne Trauma kann ein Hyposphagma durch ein spontan eingerissenes Bindehautgefäß im Rahmen eines erhöhten Blutdruckes oder bei Medikamenteneinnahme zur Blutverdünnung entstehen. Begleiterscheinung eines solchen Bludruckes ist meist Kopfschmerz. Grundsätzlich sollte herbei die Ursache, der entgleiste Blutdruck, behandelt werden, um weiteren Gefäßschäden im Körper vorzubeugen. Bindehauteinblutungen werden vom Körper innerhalb einiger Tage resorbiert.

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