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Pupillen- und Akkommodationsstörungen

Pupille

Die Pupille ist die zentrale Öffnung in der Iris (Regenbogenhaut) und regelt wie eine Blende den Lichteinfall in das Auge. Durch die Pupille werden Lichtreize aufgenommen, um dann über die Zellen der Netzhaut und den Sehnerv weitergeleitet zu werden (afferente Bahn). Nach der Verarbeitung und Verschaltung im Gehirn gelangen Impulse über Nervenfasern zurück, um Signale an den Irismuskel zu übermitteln (efferente Bahn).

Bei heller Umgebung verengen sich die Pupillen, um den Lichteinfall zu reduzieren. Durch zum Teil gekreuzte Nervenfasern im Gehirn sind die Pupillen normalerweise

  • beide gleich groß (isokor); Abweichung bis zu 1 mm ist physiologisch (nicht krankhaft)
  • enger bei Lichteinfall, auch wenn nur ein Auge beleuchtet wird (enge Pupille = Miosis; weite Pupille = Mydriasis)

Störungen der Pupillenfunktion werden beurteilt durch das Vorhandensein von Isokorie (gleich große Pupillen) oder Anisokorie (ungleiche Pupillengröße), sowie durch das Prüfen der Lichtreaktion und der Naheinstellungsreaktion. Gegebenenfalls sind pharmakologische Tests zur weiteren Diagnostik notwendig (z. B. Kokain-Augentropfen-Test).

Es gibt eine Vielzahl an Pupillenfunktionsstörungen, die vor allem durch neurologische oder internistische Erkrankungen bedingt sein können.

  • Erkrankungen des Auges z.B. Makulopathie (Veränderungen im Bereich der Makula), Optikusatrophie (Sehnervenschädigung), Irisdefekte (Veränderungen der Regenbogenhaut)
  • Nervenerkrankungen:

    • Lähmung des Nervus oculomotorius (Pupille am betroffenen Auge erweitert), z.B. bedingt durch Prozesse im Bereich der Schädelbasis (Tumore, Gefäßveränderungen, Entzündungen) oder im Bereich der Augenhöhle
    • Horner-Syndrom (Pupille am betroffenen Auge verengt; herabhängendes Augenlid, sowie scheinbar kleineres Auge – Pseudoenophthalmus) bedingt durch Schädigung des Nervus symphaticus

  • Parinaud Syndrom bedingt durch z. B. Tumore im Mittelhirnbereich
  • Gabe von Medikamenten, z. B. Augentropfen
  • toxisch durch z. B. Pflanzengifte

Akkommodation

Als Akkommodation (Naheinstellvermögen) bezeichnet man die Fähigkeit, naheliegende und entfernte Objekte scharf darzustellen. Dies wird durch die Verformbarkeit der Linse und die dadurch bedingte Änderung der Brechkraft ermöglicht. Die Linse befindet sich hinter der Regenbogenhaut und der Pupille. Sie ist am Äquator durch Zonulafasern mit dem sogenannten Ziliarmuskel verbunden.

Je nach Veränderung des Muskeltonus flacht die Linse ab (Ziliarmuskel ist entspannt, Sehen in der Ferne) oder verformt sich wie eine Art Kugel, wodurch sich die Brechkraft erhöht (Ziliarmuskel ist kontrahiert, Sehen in der Nähe). Mit zunehmendem Alter reduziert sich die Elastizität der Linse und somit die Fähigkeit zur Akkommodation bis hin zur Alterssichtigkeit (Presbyopie).

Die Akkommodation kann zum Beispiel durch einen Spasmus oder eine Lähmung gestört werden. Eine lang anhaltende, ungewollte Kontraktion des Ziliarmuskels wird als Akkommodationsspasmus bezeichnet. Der Patient berichtet über meist tiefliegende Augenschmerzen sowie unscharfes Sehen in der Ferne. Mögliche Ursachen sind medikamentös, psychogen oder seltener organisch bedingt.

Eine Akkommodationslähmung liegt bei einer Lähmung des Nervus parasympathicus, der den Ziliarmuskel innerviert, vor. Die Fähigkeit zur Akkommodation ist unterbrochen und sorgt für ein Verschwommensehen in der Nähe. Mögliche Ursachen: medikamentös, Schädigung des Akkommodationszentrums.

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