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3. Münsteraner Kontinenztag

Neun Millionen Menschen leiden in Deutschland unter einer Harn- oder Stuhlinkontinenz. Nur 45 Prozent von ihnen suchen einen Arzt auf und bekommen eine Behandlung, die in 90 Prozent der Fälle bereits konservativ, also ohne Operation, erfolgreich sein kann. 

Im Rahmen der Welt-Kontinenz-Woche lädt das Team des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums am UKM zu einer Informationsveranstaltung ein, in der Themen aus dem Bereich Inkontinenz und Beckenbodenfunktionsstörungen verständlich aufgearbeitet und vermittelt werden.

Alle Informationen zum Programm und zur Teilnahme sind im Flyer hinterlegt.

Veranstalter
Kontinenz- und Beckenbodenzentrum am UKM 

Termin
20. Juni 2018 ab 16 Uhr

Ort
Stadthotel Münster, Aegidistraße 21 in 48143 Münster“ 

Themen

  • Osteopathie und Urotherapie bei Kontinenzstörungen und Schmerzen
  • Neurologische Erkrankungen und Kontinenzprobleme
  • Senkungsbeschwerden
  • Harninkontinenz beim Mann
  • Behandlung von Blasenschmerzen

Gegen Inkontinenz: Nur ein kleiner Schnitt für mehr Freiheit

Er trainiert die jungen und bundesweit erfolgreichen Florettfechter des TB Burgsteinfurt und ist selbst Diplom-Fechtmeister. Klar, dass so ein Mann in Bewegung und fit sein muss. Das fiel ihm allerdings bis vor kurzem immer schwerer. Nach einer, aufgrund einer Krebserkrankung durchgeführten, radikalen Prostata-Entfernung und der anschließend in seinem Fall noch notwendigen Bestrahlung, wurde Nowakowski inkontinent. Während er nachts den Harn gut halten konnte, kam es unter starker Belastung, insbesondere beim Fechten, zum Teil zu ungewolltem Urinverlust.

Doch Dr. Fabian Queißert von der Klinik für Urologie und Kinderurologie des UKM (Universitätsklinikum Münster) konnte Nowakowski dank einer einfachen OP-Methode wieder auf die Planche und damit zum Fechten zurückbringen. Denn die Grundvoraussetzungen für eine gute Kontinenz waren gegeben: „Herr Nowakowski hatte eigentlich noch eine gute Restfunktion des Schließmuskels. Deshalb haben wir uns dazu entschlossen, eine Schlinge mit einem Silikonkissen unterhalb der Harnröhre zu implantieren. Mit diesem neuen Inkontinenz-Implantat ist es Herrn Nowakowski möglich, ohne Probleme und vor allem kontrolliert Urin zu lassen und zu halten.“

Das Implantat führt zur richtigen Positionierung und einer Kompression der Harnröhre und stellt somit die ursprüngliche Schließmuskelfunktion der Harnröhre wieder her. Die individuell regulierbare Befüllung des Silikonkissens mit Kochsalzlösung steuert dabei die Wirkung. Zusätzlich wird innerhalb des Hodensacks ein Titan-Port eingesetzt, über den das Silikonkissen je nach Bedarf befüllt und entleert werden kann.

Laut Queißert ist die Einbringung des Systems dabei keineswegs aufwendig: „Es handelt sich um eine kleine Operation – der Patient verspürt einige Wochen lang Symptome wie bei einem Muskelkater. Nach einem Vierteljahr sind die Beschwerden weg und der Patient kann wieder völlig normal leben.“ Insofern bedeutet das neue Implantat Hoffnung für viele Männer, die mit Inkontinenz zu kämpfen haben, weiß Prof. Dr. Andres Jan Schrader, Direktor der Klinik für Urologie: „Durch unsere inzwischen etablierten hochmodernen konservativen wie operativen Behandlungstechniken können wir immer mehr Männern langfristig helfen. Dafür nehmen Patienten wie Herr Nowakowski zum Teil weite Wege ins UKM auf sich.“

Jerzy Nowakowski kann das nur bestätigen: „Der Weg zu Dr. Queißert hat sich wirklich gelohnt.“ Er hat jetzt wieder den Kopf frei für die Dinge, die ihm wirklich Spaß machen -  und der Ausfallschritt stellt kein Problem mehr dar. 

Dr. Fabian Queißert und Dr. Thomas Köpke wurden von Diplomfechtmeister Jerzy Nowakowski nach der Operation zum Fechtunterricht eingeladen.
 
 
 
 

Koordinator

Foto Koordinator Kontinenzzentrum Dr. Fabian Queißert

Dr. med. Fabian Queißert

Kontakt

Sekretariat Frau C.Middeldorf, Frau S.Gierse

kontinenzzentrum(at)­ukmuenster(dot)­de
T: 0251 / 83 - 48344

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