Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Social Neurosciences

Mitarbeiter

Projektleiterin
Priv.-Doz. Dr. med. Katja Kölkebeck

Wissenschaftliche Mitarbeiter
M.Sc. Psych. Katharina Wehebrink

Doktoranden
cand. med. Enrico Gottfried
cand. med. Carla Liedtke
cand. med. Lisa Knepper
Dipl.-Psych. cand. med. Izabela Rychter-Suleja
cand. med. Anne Vosseler
Dipl.-Psych. Waldemar Kohl

Studentische Hilfskräfte
Amelie Helmrich
Marieke Meier

Wissenschaftliche Schwerpunkte

  • Theory of Mind Defizite der Schizophrenie
  • Funktionelle Bildgebung des Gehirns
  • Transkulturelle Emotionspsychologie
Methodische Schwerpunkte

  • Neurokognitive Diagnostik
  • Funktionelle Bildgebung des Gehirns
Beschreibung aktueller Drittmittelprojekte

Deutsche Übersetzung und Anwendung eines in Japan entwickelten Interviewmanuals für tiefgreifende Entwicklungsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)

Projektleiterin:
Priv.-Doz. Dr. Katja Kölkebeck, Münster
Kooperationspartnerin: Dr. Yasuko Funabiki, Universität Kyoto, Japan 
Gefördert durch die Stiftung Irene „zum Wohle autistischer Menschen“

Tiefgreifende Entwicklungsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsstörungen gehören zur Gruppe der neurologischen Entwicklungsstörungen. Das Multidimensionale Interview für tiefgreifende Entwicklungsstörungen und ADHS (MSPA) ist ein effektives Instrument zur Erhebung sowohl einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung als auch einer ADHS. Symptomprofile können anhand dieses Interviews nicht nur den Patienten selbst, sondern auch deren Umfeld vermittelt werden (z. B. Familie, Betreuungspersonen, Lehrer, Anleiter). Da das Interview hilft, das Wesen des Störungsbildes zu vermitteln und bessere Strategien im Umgang mit oder bei der Kompensation von Einschränkung aufzuzeigen, bietet es somit im Vergleich zu der alleinigen Diagnosestellung Vorteile. Durch Feststellung des Grades der Einschränkung in jedem der Verhaltensfertigkeitensets können anhand dieses Interviews praktische Hilfen vermittelt und die Lebenssituation von Patienten verbessert sowie auch eine bessere Anpassung an die Umwelt herbeigeführt werden. Ziel unseres Projektes ist die Anwendungsüberprüfung des Interviews im ambulanten und klinischen Setting von Einrichtungen, die autistische Patienten betreuen.

 

Identifizierung der neuronalen Basis von Defiziten vertrauensvollen Verhaltens bei Menschen mit psychischen Erkrankungen (KÖ 12 15 02)

Kooperationspartner: Dr. Mariska E. Kret, Universität Leiden, Comparative Psychology and Affective Neuroscience Group (CoPAN)
Gefördert durch die IMF - Innovative Medizinische Forschung an der Medizinischen Fakultät Münster

Emotionen in Gesichtern zu erkennen und auf diese adäquate Reaktionen zu zeigen gehört zu einem Verhaltensset, welches Menschen befähigt, mit anderen zu interagieren und emotionale Bindungen aufzubauen. Die Erweiterung der Pupillen zeigt Erregung und Zuneigung, aber auch Vertrauen an. Störungen der Dekodierung solcher sozialen Signale tragen zu dysfunktionalen Interaktionsstilen bei und unterstützen so die Entwicklung psychischer Erkrankungen wie Depressionen oder Angsterkrankungen. Anhand der Erfassung der Pupillenreaktivität bzw. der Synchronisation mit dem Gegenüber kann vermutlich auf neurophysiologischer Ebene Vertrauensverhalten nachgewiesen werden. In unserer Untersuchung wird bei einem Trust Game gleichzeitig das (finanzielle) Investitionsverhalten der Teilnehmer gegenüber einem virtuellen Spielpartner sowie die Pupillensynchronisation anhand eines Eye-Tracking Geräts als Maß für Vertrauensverhalten erfasst. In der hierbei verwendeten Aufgabenvariante wird nur die Augenregion der Spielpartner präsentiert, deren Pupillen in ihrer Weite manipuliert werden (erweiternd, verengend, statisch). Bei der gesunden Kontrollgruppen zeigte sich eine deutliche Korrelation zwischen Investitionsverhalten und Pupillensynchronisierung, die sich bei Patienten mit Depressionen nicht finden lässt. Ursächlich hierfür könnten Störungen der zerebralen Reizverarbeitung, z. B. im Bereich der Amygdala, sein. Veränderte Aktivierungsmuster dieser Region konnten bei Patienten mit psychischen Erkrankungen, besonders jedoch mit Angsterkrankungen, wiederholt nachgewiesen werden. In unserer Untersuchung soll die neuronale Basis reduzierten Vertrauensverhaltens anhand des Trust Game bei 30 Patienten mit einer Angsterkrankung im Vergleich zu 30 gesunden Kontrollen untersucht werden. Funktionelle zerebrale Aktivierungsdaten und die Pupillenreaktion werden aufgezeichnet. Die Ergebnisse können nicht nur auf neuronaler Basis klinische Defizite von Menschen mit psychischen Erkrankungen erklären helfen, sondern auch relevante Hinweise auf die Entwicklung personalisierter Behandlungsmöglichkeiten und Remissionsmarker liefern.

 

Weitere aktuelle Projekte:

"Einsatz eines japanischen Paradigmas zur Erkennung von ambiguen Emotionen bei Patienten mit einer Schizophrenie" (Kö 12 13 02)

"Die Fertigkeit zum Lernen von Gesichtern bei Menschen mit Autismus - eine EEG Studie" (KÖ 21 15 01)

„Moralisches Urteilsvermögen und der Zusammenhang mit der Fähigkeit des empathischen Einfühlens bei schizophrenen Patienten“
Kooperationspartner: Professor Dr. Fiery Cushman, Moral Psychology Lab, Harvard University, USA

„Untersuchung der neuronalen Basis und des Einflusses der Fähigkeit zur Unterdrückung von Gedächtnisinhalten bei Patienten mit einer depressiven Episode“
Kooperationsparter: Prof. Dr. Patricia Ohrmann, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKM; Dr. Jochen Bauer, Dr. Harald Kugel, Translational Research Imaging Center – TRIC des UKM; Dr. Jan Hendrick Peters, Institut für Psychologie, Universität Bamberg

„Effekte von Oxytocin auf soziale Gedächtnisprozesse“
Kooperationsparter: Prof. Dr. Gerald Echterhoff, Dr. Ullrich Wagner, Institut für Psychologie der Universität Münster, Arbeitseinheit Sozialpsychologie; Prof. Dr. Patricia Ohrmann, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKM

Internationale Kooperationen

  • Dr. Seiko Minoshita, Kawamura Gakuen Women´s University, Abiko, Japan
  • Prof. Toshiya Murai, Hidehiko Takahashi, Jun Miyata, Yasuko Funabiki, Universität Kyoto, Department of Neuropsychiatry, Japan
  • Dr. Mariska E. Kret, Universität von Leiden, AG Comparative Psychology and Affective Neuroscience, Niederlande
  • Dr. Vibeke Fuglsang Bliksted, Aarhus University, Interacting Minds Center und Research Department P, Risskov University Hospital, Aarhus, Dänemark
  • Prof. Dr. Fiery Cushman, Moral Psychology Lab, Harvard University, USA
Nationale Kooperationen

  • Prof. Dr. Dr. Katharina Domschke, Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie, Universitätsklinikum Würzburg
  • Prof. Dr. Jan Hendrick Peters, Institut für Psychologie, Universität Bamberg
  • Prof. D. Martin Brüne, Ruhr-Universität Bochum, LWL-Universitätsklinik Bochum
Intramurale Kooperationen/WWU-Kooperationen

  • Priv.-Doz. Dr. Judith Alferink, Klink für Psychiatrie und Psychotherapie, UKM
  • Prof. Dr. Patricia Ohrmann, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKM
  • Prof. Dr. Rebekka Lencer, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKM
  • Prof. Dr. Dr. Udo Dannlowski, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, UKM
  • Dr. Jochen Bauer, Harald Kugel, Translational Research Imaging Center – TRIC, UKM
  • Dr. Claudia Schulz, Institut für Klinische Psychologie, WWU Münster
  • Prof. Dr. Gerald Echterhoff, Ullrich Wagner, Institut für Psychologie, Arbeitseinheit Sozialpsychologie, WWU Münster
  • Prof. Dr. Heiko Wagner, Judith Mergen, Institut für Sportmedizin, WWU Münster
Wichtige Originalarbeiten (Auswahl)

Wehebrink K#, Koelkebeck K#, Piest S, de Dreu C, Kret ME. Pupil mimicry and trust - Implications for depression. J Psychiatr Res. 97 (2018) 70–76

Liedtke C, Kohl W, Kret ME#, Koelkebeck K#. Emotion recognition from faces with in- and out-group features in patients with depression. J Affect Disord. 226 (2018) 12–20

Ahmetspahic D, Schwarte K, Ambrée O, Bürger C, Falcone V, Seiler K, Rahbar Kooybaran M, Grosse L, Roos F, Scheffer J, Jörgens S, Koelkebeck K, Dannlowksi U, Arolt V, Scheu S, Alferink J. Altered B cell homeostasis in patients with major depressive disorder and normalization of CD5 surface expression on regulatory B cells in treatment responders. J Neuroimmune Pharmacol. 2017 Sep 13. doi: 10.1007/s11481-017-9763-4. [Epub ahead of print]

Rojnic Kuzman M, Andlauer O, Burmeister K, Dvoracek B, Lencer R, Koelkebeck K, Maric Bojovic N, Nawka A, Pantovic M, Riese F, Aukst Margetić B, Bošnjak D, Ćelić Ružić M, Ćurković M, Grubišin J, Madžarac Z, Makarić P, Petrić D, Radić K, Savić A. Effective assessment of psychotropic medication side effects using PsyLOG mobile application. Schizophr Res. 2017 Apr 27. pii: S0920-9964(17)30245-1. doi: 10.1016/j.schres.2017.04.038. [Epub ahead of print]

Koelkebeck K, Liedtke C, Kohl W, Alferink J, Kret ME. Attachment style moderates theory of mind abilities in depression. J Affect Disord 2017 Feb 20;213:156-160

Koelkebeck K, Uwatoko T, Tanaka J, Kret M. How culture shapes social cognition deficits in mental disorders - A Review. Soc Neurosci. 2017 Apr;12(2):102-12

Hennion, S, Delbeuck X, Koelkebeck K, Brion M, Tyavear L, Plomhause L, Derambure P, Lopes R, Szurhaj W. A functional magnetic resonance imaging investigation of theory of mind impairments in patients with temporal lobe epilepsy. Neuropsychologia 2016 Dec; 93, Part A, 271–9

Bliksted V, Ubukata S, Koelkebeck K. Discriminating autism spectrum disorders from schizophrenia by investigation of mental state attribution on an on-line mentalizing task: A review and meta-analysis. Schizophr Res, 2016 Mar;171(1-3):16-26

Koelkebeck K, Luettgenau J, Kohl W, Triantafillou S, Ohrmann P, Satoh S, Minoshita S. Benefits of using culturally unfamiliar stimuli in ambiguous emotion identification: a cross-cultural study. Psychiatry Res. 2015 Jul 30;228(1):39-45

Koelkebeck K, Miyata J, Kubota M, Kohl W, Son S, Fukuyama H, Sawamoto N, Takahashi H, Murai T. The contribution of cortical thickness and surface area to gray matter asymmetries in the healthy human brain. Hum Brain Mapp. 2014; 35(12): 6011-22

Koelkebeck K, Hirao K, Miyata J, Kawada R, Saze T, Dannlowski U, Ubukata S, Ohrmann P, Bauer J, Pedersen A, Fukuyama H, Sawamoto N, Takahashi H, Murai T. Impact of gray matter reductions on theory of mind abilities in patients with schizophrenia. Soc Neurosci. 2013 Nov;8(6):631-9

Pedersen A, Koelkebeck K (geteilte Erstautorenschaft), Brandt M, Wee M, Küppers K, Kugel H, Kohl W, Bauer J, Ohrmann P. Theory of mind in patients with schizophrenia: Is mentalizing delayed? Schizophr Res. 2012 May;137(1-3):224-9

Koelkebeck K, Hirao K, Kawada R, Miyata J, Saze T, Ubukata S, Itakura S, Kanakogi Y, Ohrmann P, Bauer J, Pedersen A, Sawamoto N, Fukuyama H, Takahashi H, Murai T. Trans-cultural differences of brain activation patterns during Theory of Mind (ToM) task performance in Japanese and Caucasian participants. Soc Neurosci. 2011; 6(5-6): 615-626

Miyata J, Sasamoto A, Koelkebeck K, Ueda K, Kawada R, Fujimoto S, Tanaka Y, Kubota M, Takahashi H, Fukuyama H, Sawamoto N, Murai T. Abnormal asymmetry of white matter integrity in schizophrenia revealed by voxelwise diffusion tensor imaging. Hum Brain Mapp. 2012 Jul;33(7):1741-9

Koelkebeck K, Pedersen A, Suslow T, Kueppers KA, Arolt V, Ohrmann P. Theory of Mind in first-episode schizophrenia patients: Correlations with cognition and personality traits. Schizophr Res. 2010 Jun;119(1-3):115-1235

Koelkebeck K, Ohrmann P, Hetzel G, Arolt V, Suslow T. Visual backward masking: deficits in locating targets are specific to schizophrenia and not related to intellectual decline. Schizophr Res. 2005; 78(2-3): 261-8

 

Vollständige Publikationsliste in Pubmed

 
 
 
 

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