Department für Kardiologie und Angiologie

Klinische Schwerpunkte der AG Kardiovaskuläre Bildgebung

Die Arbeitsgruppe Kardiovaskuläre Bildgebung hat sich mitunter zwei Schwerpunkte gesetzt, die im Nachfolgenden erklärt werden sollen:

Klinischer Schwerpunkt 1: Herz-MRT
Klinischer Schwerpunkt 2: Echokardiographie

 

 

Klinischer Schwerpunkt 1: Herz-MRT

Die sogenannte „Magnetresonanztomographie“ (MRT) des Herzens stellt ein neues Diagnose-Verfahren für Herzerkrankungen dar. Mit diesem Verfahren kann man ohne Eingriff in den Körper verschiedenste Aspekte des Herzens (sowohl die Struktur als auch die Funktion des Herzens betreffend) in einem einzigen Untersuchungsgang analysieren und mögliche krankhafte Veränderungen sehr frühzeitig feststellen. Das Herz-MRT kommt insbesondere immer dann zur Anwendung, wenn die klassischen Untersuchungsverfahren wie Ruhe-EKG, Belastungs-EKG bzw. Echokardiographie nicht weiterführend sind und eine genauere Abklärung erforderlich ist. Gegenüber anderen modernen Untersuchungsverfahren wie z.B. der Computertomographie (CT) hat das Herz-MRT den Vorteil, dass der Patient keiner Strahlung ausgesetzt ist und verschiedenste Aspekte des Herzens gleichzeitig untersucht werden können.

Mit besonderen Aufnahmetechniken (cine-Aufnahmen) ist es im Rahmen einer Herz-MRT-Untersuchung möglich, das Bewegungsmuster des Herzens (sowohl der linken als auch der rechten Herzkammer) als auch die Größe der einzelnen Herzkammern exakt zu erfassen und zu beurteilen.

Movie 1: Cine-MRT-Aufnahmen

Cine-MRT-Aufnahmen

A: Darstellung des Herzens in seiner Längsachse im sogenannten 4-Kammerblick (cine-Aufnahme). Hier ist ein normal strukturiertes Herz mit einer normalen Pumpfunktion eines gesunden Erwachsenen zu erkennen.

Cine-MRT-Aufnahme

B: Auch hier ist die Darstellung des Herzens in seiner Längsachse im 4-Kammerblick zu erkennen. Hierbei handelt es sich jedoch ein in seinem Aufbau und seiner Funktion gestörtes Herz eines Patienten mit Becker-Muskeldystrophie.

Durchblutungsuntersuchungen des Herzmuskels (Stress-MRT) erlauben eine sehr genaue Aussage darüber, ob eine Verengung im Bereich der Herzkranzgefäße vorliegt und ein Herzkatheter zur weiteren Abklärung erforderlich ist.

Abb. 1: Durchblutungsuntersuchung mittels Herz-MRT

Durchblutungsuntersuchung mittels Herz-MRT

Bei unauffälligen anatomischen Verhältnissen (A) ist im Rahmen einer Adenosin-Stress-Perfusionsuntersuchung (B) eine subendokardiale Myokardischämie im Bereich der Hinterwand (roter Pfeil) zu sehen, die in der Ruhe-Perfusion (C) nicht zu erkennen ist und wiederum wegweisend für die zugrundeliegende RCA-Stenose in diesem Fallbeispiel ist, die sich in der anschließenden Koronarangiographie (D) manifestierte.

Kontrast-Aufnahmen wiederum ermöglichen eine hoch aufgelöste Untersuchung der Struktur des Herzmuskels und erlauben die Feststellung von sogar sehr kleinen Herzmuskelschäden durch den Nachweis einer Kontrastmittelanreicherung im Bereich der geschädigten Herzmuskelbereiche.

Abb. 2: Diagnose von Herzmuskelschäden mittels Herz-MRT

Diagnose von Herzmuskelschäden mittels Herz-MRT

Das Ausmaß einer stattgehabten Myokardschädigung (in diesem Fall Infarktnarbe im Bereich der Vorderwand) kann mittels Kontrast-Aufnahmen in verschiedenen Ebenen (A-D) exakt beurteilt werden (rote Pfeile). Aufgrund der hohen räumlichen Auflösung ist der Nachweis von noch vorhandener Restvitalität sicher möglich.

Sogenannte Ödem-Aufnahmen erlauben die Beurteilung, ob sich Entzündungsreaktionen im Herzmuskel abspielen. Durch den Nachweis einer Entzündungsreaktion kann wiederum auf das Alter einer vorhandenen Herzmuskelschädigung geschlossen werden: ein positiver Entzündungsnachweis spricht häufig für eine frische Herzmuskelschädigung.

Abb. 3: Nachweis von Herzmuskelentzündungen mittels Herz-MRT

Nachweis von Herzmuskelentzündungen mittels Herz-MRT

Im Falle einer akuten Myokarditis kommt es häufig zu einer sehr charakteristischen subepikardialen Kontrastmittelanreicherung im Bereich der linksventrikulären Lateralwand (A-B, rote Pfeile) in den Kontrast-Aufnahmen. T2-gewichtete Ödem-Aufnahmen wiederum ermöglichen im Akutstadium die Detektion einer myokardialen Inflammation (C, rote Pfeile), die nach Ausheilen der Myokarditis nicht mehr sichtbar ist (D).

Zudem lassen sich Veränderungen im Bereich der Körperschlagader (Aorta) wie z.B. eine Erweiterung der Körperschlagader (Aortenaneurysma) oder eine Verletzung der Aortenwand (Aortendissektion) mittels 3-dimensionaler MRT-Aufnahmetechniken exakt darstellen und beurteilen.

Abb. 4: Untersuchung der Körperschlagader (Aorta) mittels Herz-MRT

Untersuchung der Körperschlagader (Aorta) mittels Herz-MRT

Mit einer sehr hohen räumlichen und zeitlichen Auflösung kann im Herz-MRT ein 3D-Datensatz aquiriert werden, der wiederum eine sehr genaue 3D-Darstellung und Untersuchung der Aorta ermöglicht. Ohne Strahlenbelastung lassen sich somit krankhafte Veränderungen im Bereich der Aorta (z.B. ein Aortenaneurysma, A) bzw. der Aortenwand (z.B. eine Aortendissektion, B) exakt nachweisen.

Die Fragestellungen, für die das Herz-MRT besonders gut geeignet ist, lassen sich somit wie folgt zusammenfassen:

  • Beurteilung der Herzgröße bzw. der Herzmasse (Kardiomyopathie?)
  • Beurteilung der Pumpfunktion (sowohl der linken als auch der rechten Herzkammer)
  • Beurteilung der Herzmuskeldurchblutung (Ischämie?)
  • Beurteilung von Herzmuskelentzündungen (Myokarditis?)
  • Beurteilung von Herzmuskelschädigungen (Narbe nach Herzinfarkt? Kardiomyopathie?)
  • Beurteilung von Herzklappenfehlern
  • Beurteilung von krankhaften Veränderungen im Bereich der großen Gefäße (Aorta / Pulmonalarterie)
  • Beurteilung von Blutgerinnseln (Thrombus?) im Herzen
  • Beurteilung von komplexen Herzerkrankungen (angeborene Herzfehler)

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Klinischer Schwerpunkt 2: Echokardiographie

Der Onlineauftritt des Schwerpunktes Echographie befindet sich im Aufbau

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Herz-MRT-Bildgebung

Univ.-Prof. Dr. med. Ali Yilmaz

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Kardiologie, Schwerpunkt Kardiovaskuläre Bildgebung
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Priv.-Doz. Dr. med. Jörg Stypmann

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