Zentrum für Krebsmedizin (CCCM)

Comprehensive Cancer Center Münster (CCCM)
Häufige Fragen

Welche Untersuchungen werden durch die Biobank ermöglicht?

Die Biomaterialien werden in tiefgefrorener Form oder nach Behandlung mit Chemikalien als sogenannte fixierte Proben für laufende und auch zukünftige Forschungsvorhaben gelagert. Konkrete Projekte und damit verbundene Forschungsinhalte, in denen die Proben Eingang finden, können wir zum jetzigen Zeitpunkt nicht benennen. Aus langjähriger Erfahrung ist bekannt, dass zwischen dem Zusammenstellen von Probenmaterial in ausreichender Zahl und einem möglichen Forschungsprojekt oft Jahre liegen und der medizinische Fortschritt innerhalb dieses Zeitraums Fragestellungen verändert. Das Spektrum der möglichen Forschungsvorhaben ist breit gefächert und beinhaltet molekularbiologische und auch genetische Untersuchungen. Für die Durchführung genetischer Untersuchungen werden die Spender gesondert um Einverständnis gebeten. Eine langjährige Lagerung der Biomaterialien oder die Erstellung langlebiger Derivate ist möglich.

Jedes einzelne Projekt, das von der Biobank des CCCM unterstützt wird, wird vor Beginn unabhängig hinsichtlich Ethik und geltender rechtlicher Rahmenbedingungen vom oben genannten Beirat und der zuständigen Ethikkommission geprüft. 

Werden meine Biomaterialien an andere Forscher weitergegeben?

Das CCCM kooperiert in vielen Projekten mit anderen ärztlichen und naturwissenschaftlichen Forschergruppen im In- und Ausland. Eine Weitergabe an diese Forschergruppen erfolgt nur mit ausdrücklichem Einverständnis der Spender und ausschließlich in anonymisierter Form, d.h. ohne die Möglichkeit, die Person zu identifizieren, die das jeweilige Biomaterial gespendet hat. Die kooperierenden Forschergruppen werden vor Abgabe der Materialien vertraglich verpflichtet, die mit den jeweiligen Spendern vereinbarten Rahmenbedingungen zur Nutzung der Biomaterialien einzuhalten. Wir müssen jedoch darauf hinweisen, dass in anderen Ländern, insbesondere außerhalb der Europäischen Union, andere gesetzliche Regelungen zum Datenschutz und zu staatlichen Zugriffsmöglichkeiten auf diese Proben existieren.

Was passiert mit den Patientendaten der Spender?

Die elektronische Speicherung und Verarbeitung von Daten (Krankheitsdaten) erfüllt alle Anforderungen des Datenschutzes (vergl. Landesdatenschutzgesetz NRW, Gesundheitsdatenschutzgesetz NRW, Bundesdatenschutzgesetz). Das gesammelte Biomaterial und die zugehörigen Daten werden in pseudonymisierter Form, d.h. ohne die Namen oder sonstige direkt auf die Person beziehbare Daten der Spender, aufbewahrt und ggf. weitergegeben. Die Biomaterialien und krankheitsbezogenen persönlichen Daten werden mittels eines Codes verschlüsselt. Der Zugang zu diesem Code ist nur über eine Vertrauensstelle möglich, deren Mitarbeiter nicht an den Forschungsprojekten der Biobank beteiligt sind und über die Einhaltung des Datenschutzes wachen. Dadurch wird sichergestellt, dass eine Rückverfolgung auf die Spender durch Unberechtigte nicht möglich ist. Ferner ist vorgesehen, pseudonymisierte Verlaufsdaten über die jeweilige Erkrankung so zu speichern, dass die Forschungsergebnisse der Biobank mit Informationen zu Krankheitsverläufen verknüpft werden können. Der Vergleich der wissenschaftlichen Ergebnisse mit den pseudonymisierten Daten erhöht die wissenschaftliche Aussagekraft der möglichen Untersuchungen. Alle an der Datenerhebung, -verarbeitung, oder -nutzung beteiligten Personen unterliegen der ärztlichen Schweigepflicht bzw. den gesetzlichen Bestimmungen des Datenschutzes.

Auf schriftlichen Antrag erhalten die Spender eine Information über alle Daten, die in der Biobank zur jeweiligen Person gespeichert wurden.

Sollten Spender zu einem späteren Zeitpunkt das Einverständnis zur Nutzung der Biomaterialien und Daten ändern, weisen wir darauf hin, dass diese Änderungen jeweils nur für die Nutzung ab diesem Änderungszeitpunkt, nicht jedoch rückwirkend wirksam sind.

Werde ich über Projekte, die die Biobank unterstützt, und deren Ergebnisse informiert?

Die von der Biobank unterstützten Projekte und Nutzungsgrundsätze werden auf dieser Webseite aufgeführt. Informationen über personenbezogene Ergebnisse aus individuellen Forschungsprojekten an die Spender der Biomaterialien oder deren behandelnde Ärzte finden grundsätzlich nicht statt. In einzelnen Fällen kann es jedoch sehr wichtig für das Forschungsprojekt sein, ergänzende Daten zum Krankheitsverlauf der Spender zu erhalten. Um für diese Projekte die Möglichkeit zu haben, mit den Spendern Kontakt aufnehmen zu können, bitten wir die Spender um ein separates Einverständnis. Die Transparenz des Umgangs mit den Biomaterialen in der Biobank wird gewahrt, indem intern dokumentiert wird, in welchen Projekten das gespendete Material ggf. Verwendung gefunden hat. 

Welche Risiken gehe ich bei der Spende des Biomaterials ein?

Das Einverständnis oder die Ablehnung einer Spende von Biomaterialien für die Biobank des CCCM hat keinerlei negative Auswirkungen auf die Art und den Umfang der medizinischen Behandlung.

Auch bei einer Pseudonymisierung der Proben und Daten kann es beim Vorliegen seltener Befundkonstellationen und aufgrund genetischer Daten vorkommen, dass indirekt Rückschlüsse auf bestimmte Personen gezogen werden können. Dieses Risiko halten wir durch eine strikte Zugangskontrolle zu den erhobenen Daten so gering wie möglich, können eine Reidentifizierung in diesen Fällen jedoch nicht mit letzter Sicherheit ausschließen.

Dürfen staatliche Behörden auf die Biobank zugreifen?

Nach derzeitiger gängiger Rechtsauffassung in Deutschland und der Europäischen Union dürfen staatliche Behörden (z.B. im Rahmen von Strafverfolgungen) nur in besonderen Ausnahmefällen auf Materialien von Biobanken zugreifen.

 
 
 
 
Kontakt

CCCM Biobank
Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie
Universitätsklinikum Münster
Domagkstr. 17
48149 Münster 

Sekretariat

T 0251 83-55440
pathologie(at)­ukmuenster(dot)­de

Bei Fragen zu den unterstützten Forschungsprojekten und der Einwilligung: 
 
Sekretariat des CCCM
T 0251 83-57655
cccm(at)­ukmuenster(dot)­de

Bei Fragen zum Datenschutz: 
 
Datenschutzbeauftragter des UKM
T 0251 83-49694
datenschutz(at)­ukmuenster(dot)­de