Zentrum für Krebsmedizin (CCCM)

Auszüge aus der Satzung

(Stand Februar 2015)

Präambel

Das Zentrum für Krebsmedizin (Comprehensive Cancer Center Münster – CCCM) des Universitäts-klinikums Münster (UKM) und der Medizinischen Fakultät (MFM) der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) betreibt eine Biobank zum Zwecke der biomedizinischen Krebsforschung. 

Ziel der CCCM Biobank des ist es, die Forschung an humanen Biomaterialien zu fördern, um diagnostische und therapeutische Verfahren insbesondere für Krebserkrankungen oder deren Vorstufen weiterzuentwickeln und zu optimieren. Dafür werden Gewebe, Körperflüssigkeiten und andere Biomaterialien von an Krebs erkrankten Patienten und anderen Spendern gesammelt und direkt oder in aufbereiteter Form sowie die notwendigen krankheits- bzw. patientenbezogenen Informationen für spezielle Forschungsprojekte in qualitätsgesicherter Form zur Verfügung gestellt. 

Die CCCM Biomaterialbank des ist Teil des Biobankkonzeptes der MFM und greift auf zentrale Ressourcen zu.

§ 1 Definitionen und Bezeichnungen

(1) Biomaterialien

Die Biomaterialbank umfasst vom Menschen stammendes, erbsubstanzhaltiges Material mit dazugehörigen, personenbezogenen und soziodemographischen Daten, die auch gesundheitsbezogene Angaben enthalten sowie ergänzenden Materialien, die keine Erbsubstanz enthalten. 

Eine Nutzung der Materialien zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken im Rahmen der Krankenversorgung ist nicht Ziel der Biomaterialbank.

§   2 Zweck und Aufgaben

(1) Zweck 

Zweck der CCCM Biomaterialbank ist das Sammeln, Charakterisieren, Registrieren, Archivieren und Aufbereiten von Geweben, Gewebeextrakten und Körperflüssigkeiten von Patienten mit Krebserkrankungen und anderen Spendern in hoher Qualität für wissenschaftliche Zwecke im Rahmen von Krebsforschung.

Die CCCM Biomaterialbank unterstützt biomedizinische wissenschaftliche Projekte der MFM und arbeitet mit anderen Forschungsschwerpunkten zusammen.

(2) Rechtsstellung 

Die CCCM Biomaterialbank ist Teil der MFM der WWU und insofern gemeinnützig.

(3) Allgemeine Aufgaben 

Die Biomaterialbank orientiert sich daran, dass die biomedizinische Krebsforschung innerhalb der MFM und in überregionalen Netzwerken Zugriff auf Bioproben von Patienten und gesunden Spendern hat, die folgenden Anforderungen genügen:

  • Die Probensammlung erfolgt prospektiv für wissenschaftliche Forschungsprojekte;
  • Alle wesentlichen onkologischen Krankheitsentitäten und Forschungsthemen können in der Sammlung repräsentiert werden, wobei eine hinreichende Flexibilität der zu archivierenden Materialien gewährleistet sein muss;
  • Die Patienteninteressen sind adäquat gewahrt (Einverständnis, Datenschutz, Aufklärung, Nutzungsbeschränkungen); aufgrund der angestrebten umfassenden Projektnutzungs-möglichkeiten müssen die hierfür eingesetzten Umsetzungsmechanismen eine Orientierung an den Zielen und der Struktur der Biobank gewährleisten; 
  • Durch eine besondere Transparenz der unterstützten Projekte wird eine erweiterte Projektbezogenheit  über einzelne Forschungsprojekte zum Zeitpunkt der Einlagerung der Biomaterialien hinaus ermöglicht;
  • Bei einer erweiterten projektunabhängigen Nutzungsmöglichkeit der Biomaterialien ist der Zugriff kontrollierbar und transparent zu gestalten;
  • Die Aufarbeitung und Lagerung der Bioproben erfolgt unter qualitätskontrollierten Bedingungen, die lückenlos dokumentiert sind;
  • Es besteht eine Verbindung der Probendokumentation zu wesentlichen fallbezogenen Informationen, wobei personenbeziehbare Daten nur in mindestens pseudonymisierter Form genutzt werden;
  • Es besteht eine IT-Unterstützung, die die Umsetzung der genannten Forderungen hinreichend gewährleistet;
  • Die Gesamtstruktur ist so aufgebaut, dass eine hinreichende Flexibilität hinsichtlich der Begleitdokumentation bzw. Datenvernetzung besteht;
  • Ethische und juristische  Aspekte sind ausreichend berücksichtigt und werden überprüft.

§ 4 Nutzungsgrundsätze

(1) Der Betrieb und die Nutzung erfolgen nach den Kriterien der guten wissenschaftlichen Praxis. 

(2) Zur Einlagerung von Biomaterialien ist jede Arbeitsgruppe aus Mitgliedseinrichtungen des CCCM berechtigt.

(3) Jede Arbeitsgruppe innerhalb des CCCM hat das Recht, die Nutzung von eingelagerten Biomaterialien zu beantragen. Der Antrag muss eine ausreichende Begründung für die Nutzung enthalten. Näheres dazu regelt eine Geschäftsordnung.

(4) Die Freigabe von Biomaterialien zur Nutzung in wissenschaftlichen Projekten erfolgt durch einen internen Freigabeprozess. Näheres dazu regelt eine Geschäftsordnung. Die Arbeitsgruppe, die ein Biomaterial eingelagert hat, hat ein Vetorecht im Rahmen der Nutzungsfreigabe. Sollte die Arbeitsgruppe nicht mehr im CCCM tätig sein, geht das Vetorecht auf den jeweiligen Direktor der Einrichtung über, zu der die Arbeitsgruppe gehört hat.

(5) Alle Nutzer sind zum sparsamen und effektiven Umgang mit den Ressourcen und Biomaterialien verpflichtet. Nicht benötigte Materialien sind nach Projektende zeitnah an die Biomaterialbank zurückzugeben.

(6) Bei Verwendung von Biomaterialien aus der Biobank ist darauf bei wissenschaftlichen Publikationen in adäquater Form hinzuweisen.

§ 5 Eigentumsrechte

(1) Eigentum an Biomaterialien

Die CCCM Biomaterialbank nimmt Biomaterialien entgegen, bei denen die Spender die Eigentums- und Nutzungsrechte an den Biomaterialien übertragen haben. Die Übertragung erfolgt ausschließlich zur nichtkommerziellen Verwendung. Unabhängig vom Eigentumsübergang verbleibt ein Widerrufsrecht für zukünftige Nutzungen beim Spender. 

Bei der Weitergabe von Biomaterialien an Dritte ist zu gewährleisten, dass die Grundsätze dieser Satzung auch durch die Dritten eingehalten werden. Die Weitergabe von Biomaterialien an Dritte darf nur erfolgen, wenn die jeweiligen Spender hierzu eingewilligt haben.

(2) Eigentum an patientenbezogenen Daten

Sämtliche personenbezogenen bzw. -beziehbaren Daten zu eingelagerten Biomaterialien verbleiben unter der vollständigen Verfügungsgewalt der Spender. 

(3) Eigentum an wissenschaftlichen und patentierbaren Ergebnissen

Die Verwertungsrechte für wissenschaftliche Ergebnisse, die mit Hilfe von Biomaterialien aus der CCCM Biomaterialbank gewonnen werden, richten sich nach den entsprechenden Grundsätzen der MFM. 

 
 
 
 
Kontakt

CCCM Biobank
Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie
Universitätsklinikum Münster
Domagkstr. 17
48149 Münster 

Sekretariat

T 0251 83-55440
pathologie(at)­ukmuenster(dot)­de

Bei Fragen zu den unterstützten Forschungsprojekten und der Einwilligung: 
 
Sekretariat des CCCM
T 0251 83-57655
cccm(at)­ukmuenster(dot)­de

Bei Fragen zum Datenschutz: 
 
Datenschutzbeauftragter des UKM
T 0251 83-49694
datenschutz(at)­ukmuenster(dot)­de