Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde

Rekonstruktion von Teilen des Rachens, der Mundhöhle oder Gesichtes durch Transplantate

Ist z. B. ein Teil der Zunge oder des Rachens von einem Tumor befallen und würde durch eine operative Entfernung des Tumors ein relevanter Gewebeverlust der Zunge oder des Rachens auftreten, so ist es heutzutage Standard, diesen Verlust an Gewebe durch ein Transplantat zu ersetzen. Hierzu stehen uns in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde verschiedenste Transplantate zur Verfügung. Die Entscheidung, welches Transplantat im Einzelfall verwendet werden soll, resultiert aus verschiedenen Aspekten, wie z.B. Region und Größe des Gewebeverlustes, bereits erfolgte Therapie und andere Vorerkrankungen des Patienten.

Grundsätzlich kann man zwei wesentliche Transplantat-Formen unterscheiden, die im HNO-Gebiet regelhaft Verwendung finden. Zum einen gibt es sogenannte gestielte Transplantate, welche über einen Gewebsstiel, der auch die versorgenden Blutgefäße enthält, mit ihrem eigentlichen Ursprungsort verbunden bleiben. Sie werden im Rahmen der Tumor-Operation derart mobilisiert, dass sie spannungsfrei in den Defektbereich geschwenkt werden können. Diese Transplantate stammen z.B. vom großen Brustmuskel oder der Schulter.

mikrovaskulär-anastomosiertes
Unterarm-Transplantat

Ferner gibt es sogenannte freie Transplantate, welche aus ihrer eigentlichen Region komplett entnommen werden, also auch von ihrer bisherigen Blutversorgung getrennt werden. Da Transplantate in dieser Größe aber immer auf eine konstante Blutversorgung angewiesen sind, müssen die versorgenden Gefäße des Transplantates im gleichen Eingriff an Gefäße im Hals-Bereich über eine sogenannte Anastomose angeschlossen werden. Deshalb nennt man diese Transplantate auch mikrovaskulär-anastomosierte Transplantate. Beispiele hierfür sind das Unterarm-Transplantat Bild und das seitliche Oberschenkeltransplantat.

All diese Transplante werden in unserer Klinik seit vielen Jahren verwendet.

 
 
 
 

Seit 2012 sind wir zertifiziertes Kopf-Hals-Tumorzentrum.