Zentrum Familiärer Brust- und Eierstockkrebs

Vererbung

 

Etwa 5 bis 10% aller Brust- und Eierstockkrebserkrankungen sind auf Mutationen (Veränderungen) in mit Brustkrebs assoziierten Genen (Erbanlagen) zurückzuführen. Sollte eine Mutation in einem dieser Gene in einer Familie nachgewiesen werden, besteht eine erblich Prädisposition (Veranlagung) für Brustkrebs. Diese Prädisposition folgt einem autosomal-dominanten Erbgang.

Der autosomal-dominante Erbgang lässt sich wie folgt erklären: Das Erbmaterial ist in Form von Chromosomen organisiert. Der menschliche Chromosomensatz besteht aus insgesamt 46 Chromosomen. Auf diesen Chromosomen befinden sich die einzelnen Gene (Erbanlagen). Von den Genen, die auf den Autosomen liegen, gibt es zwei Kopien. Zu diesen Genen gehören auch die mit Brustkrebs assoziierten Gene.

Bei einem autosomal-dominanten Erbgang besteht das Erkrankungsrisiko bereits dann, wenn nur eine der beiden paarig angelegten Erbanlagen eine Mutation (Veränderung) aufweist. Für Trägerinnen einer Mutation in einem mit Brustkrebs assoziierten Gen besteht ein deutlich erhöhtes Erkrankungsrisiko für Brust- und Eierstockkrebs. Dabei ist eine verminderte Penetranz zu berücksichtigen. Unter verminderter Penetranz versteht man in diesem Zusammenhang die Tatsache, dass nicht alle Träger einer Mutation erkranken.

Da man nur eine der beiden Erbanlagen an seine Kinder weiter gibt, beträgt das Risiko für einen erstgradig verwandten Nachkommen 50%, die Mutation zu erhalten. Beim autosomal-dominanten Erbgang spielt das Geschlecht keine Rolle. Dies bedeutet, dass sowohl Männer als auch Frauen die Mutation erben beziehungsweise diese an ihre Nachkommen weitergeben können.