Centrum für Reproduktionsmedizin und Andrologie, Abteilung für Klinische und Operative Andrologie

Altern beim Mann (Altershypogonadismus)

In Bezug auf den Mann wird im Zusammenhang mit dem Alterungsprozess gern der Begriff „Wechseljahre des Mannes“ benutzt: Er spielt auf die Wechseljahre der Frau an und suggeriert, dass die Produktion der Geschlechtshormone, besonders Testosteron, beim Mann ähnlich wie bei der Frau rasch und unwiderruflich zu einen bestimmten Lebenszeitpunkt aufhört. Vielfach wird dies zum Anlass genommen, ältere Männer mit eher diffusen Symptomen wie Erschöpfung und Antriebsmangel unkontrolliert mit Testosteron zu "behandeln". Eine rasche Abnahme der Testosteronproduktion kann jedoch bei gesunden alternden Männern nicht beobachtet werden. Die Verarmung an Sexualhormonen mit zunehmendem Alter ist beim Mann vielmehr ein langsamer, sehr unterschiedlich ablaufender Prozess.
  
Der Anteil von Männern mit Testosteronwerten im subnormalen Bereich (<12 nmol/l) nimmt allerdings mit dem Alter zu: Während entsprechende Werte bei Männern unter 40 Jahren in ca. 1% der Fälle beschrieben werden, finden sich diese bei mehr als 20% der Männer über 60 und mehr als 40% der Männer über 80. Der altersabhängige Anstieg der Spiegel von sexualhormon-bindendem Globulin (SHBG) bedingt ein deutlicheres Absinken der Spiegel von freiem Testosteron (siehe Abbildung). Eine Diagnostik muss also immer eine Bestimmung auch dieser Werte beeinhalten.

Häufig wird bei älteren Männern die Hormonkonstellation eines erniedrigten Spiegels von Testosteron in Zusammenhang mit niedrig normalen, d.h. inadäquaten, Spiegeln von Luteinisierungshormon (LH) angetroffen. Dieses Phänomen der gleichzeitigen Störung von Strukturen im Hoden und Hirn ist mit dem Alterungsprozess verknüpft, und daher ist es pathophysiologisch gerechtfertigt, von einem Altershypogonadismus des Mannes als Mischform aus primärem und sekundärem Hypogonadismus zu sprechen. Einen Imperativ zur Substitutionstherapie mit Testosteron stellen aber weder die Bezeichnung noch die Hormonkonstellation dar. Eine gleichzeitig vorhandene Symptomatik und der Ausschluss von Kontraindikationen müssen die Diagnostik komplettieren.

Die Beschwerdebilder älterer Männer sind eher diffus und möglicherweise anderen altersassoziierten Erkrankungen, wie Diabetes mellitus Typ 2 oder Atherosklerose, zuzuschreiben, was bei jeder Diagnostik beachtet werden muss. Erniedrigte Testosteronwerte tragen meist zur Verschlimmerung psychosomatischer Symptomkomplexe bei (z.B. Erschöpfbarkeit, Antriebsmangel, Hitzewallungen, Niedergeschlagenheit, Libidoverlust); auch können kognitive Funktionen wie das räumliche Denkvermögen beeinträchtigt sein. Häufig macht sich eine Blutarmut bemerkbar sowie ein Verlust von Knochenmasse, der osteoporotisch bedingte Frakturen auslösen kann. Ebenso kann ein Testosterondefizit den Verlust von Muskel- und die Zunahme der Fettmasse bedingen und Stoffwechselkrankheiten fördern.


Diese entsprechenden Punkte werden in unserer andrologischen Sprechstunde ausführlich in die Diagnostik und die Gespräche mit dem Patienten eingeschlossen.
 
Weitere Informationen finden Sie bei den Hormontherapien.

 
 
 
 

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Für unsere Forschungsprojekte sind wir auf freiwillige Probanden angewiesen, die je nach Projekt von drei Tagen bis zu einem Jahr an einer Studie teilnehmen können. Falls Sie ganz unverbindlich Interesse haben, eventuell an einer Studie teilzunehmen - z.B. für die "Pille für den Mann" - können Sie sich als potentieller Proband registrieren lassen.   

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Testosteronspiegel mit zunehmendem Alter