Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Mototherapie

„…eine Gänsehaut bekommen...“
„...vor Freude in die Luft springen...“
„...eigene Stärke spüren...“

Der Körper mit seinen Regungen und Bewegungen spielt eine wichtige Rolle, wie wir uns selbst erleben, einschätzen und bewerten. Jeder von uns hat dabei im Verlauf seines  Lebens eine ganz eigene Form der Bewegung und des Erlebens des Körpers entwickelt.

Die Mototherapie ist ein bewegungs- und körperorientierter Ansatz, der  Bewegungs- und Körperarbeit als Zugang zur Selbstwahrnehmung, zum Selbsterleben und zum Selbstverstehen nutzt. Sie bietet so den Zugang zu einer positiven Verankerung von sich selbst in der eigenen Körperlichkeit, zu dem Erkunden und Verstehen eigener Erlebnisweisen und Verhaltensstrategien und zu dem Entwickeln und Erproben neuer Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Ihre
Dorothee Beckmann-Neuhaus, Dipl. Motologin

Vorgehen der Mototherapie während des stationären Verlaufs

Als ein entwicklungs- und individuumsorientierter Ansatz greift die Mototherapie das aktuelle Selbsterleben sowie eigene Erfahrungen auf. Sie entwickelt daraus ein entsprechend „sinnhaftes“ Therapieangebot mit Inhalten aus  bewegungs-, spielerisch-, tänzerisch- oder körper¬-orientierten  Ansätzen. Ge- und begleitet wird das Vorgehen von der Fragestellung, in welchem individuellen Bedeutungszusammenhang das Körper- und Selbsterleben des Patienten zu verstehen ist.

Mögliche Ziele sind:

Stabilisierung und Stärkung im Selbsterleben durch:

  • Selbstvergewisserung, z.B. Sicherheit im Körper finden, Sich-Aufrichten, eigene Stärke spüren
  • Vermittlung von Kompetenzen zur Symptombewältigung wie Unruhe, Anspannung, Antriebshemmung, Gedankenkreisen, Impulsdurch- bruch über sensitiv-achtsame Körperwahrnehmungsangebote oder dynamische Bewegungsangebote
  • Ressourcenaktivierung, z.B. Anknüpfen an Erfahrungen und Kompetenzen aus dem sportlichen oder tänzerischen Bereich

 

Unterstützung des Entwicklungsprozesses des Menschen

  • in seiner Emotionalität, z.B. über das Erkennen von körperlichen Signalen 
  • in seiner Handlungs- und Interaktionsfähigkeit durch das Verstehen eigener Strategien und Muster und Erproben neuer Formen auf der Bewegungsebene

 

Einsicht in krankheitsbedingende und -bedingte Anteile

    • Selbstwerterleben
    • Umgang mit Belastungsanforderungen
    • Autonomieerleben
    • Interaktions- und Beziehungsmuster
    • Konfliktbearbeitung

Angebote

  • Einzeltherapie:
    Die individuelle Zielsetzung der einzeltherapeutischen Arbeit richtet sich nach Symptomatik, Entwicklung und Ressourcen des Patienten und wird abgestimmt auf das gesamttherapeutische Vorgehen

  • Mototherapie innerhalb der psychoanalytisch-interaktionellen Gruppentherapie:
    Der Aufbau einer positiven Beziehung zum Körper und die Thematisierung der eigenen Kommunikations- , Interaktions- und Beziehungsmuster sowie Erprobung alternativer Interaktionsformen sind Schwerpunkte dieser Gruppe.

  • Körperbildarbeit für Patientinnen/en mit Essstörungen:
    Inhalte sind die Verbesserung des Körperschemas, Veränderung dysfunktionaler Einstellungen zum Körper sowie von Vermeidungs- und Kontrollverhalten sowie der Aufbau positiven Körpererlebens.

  • Mototherapiegruppe für depressive Patienten:
    Inhalte und Ziele werden auf die aktuelle Zusammensetzung der Gruppe abgestimmt.

  • "Bewegung in den Tag"
    Über achtsame Bewegungsformen sowie tänzerische und spielerische Bewegungsangebote, die sowohl besinnlich-achtsamen wie auch vitalisierenden, energievollen Charakter haben, soll das Angebot in seiner Form des bewussten Körper- und Bewegungserlebens Selbststabilisierung und Aktivierung initiieren.
 
 
 
 
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