Weiterbildung


Ausgehend von der Erkenntnis Galileo Galileis "Man kann einem Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken", erwarten wir von unseren Kolleginnen und Kollegen ein hohes Maß an eigenem Engagement und eigener Initiative. Die Weiterentwicklung wird dann von uns mit dem kompletten Wissen eines universitären Hauses kompetent begleitet. Ob theoretisches Hintergrundwissen, praktische Handlungskompetenz, interdisziplinäres Zusammenwirken oder das Training im hochmodernen Trainingszentrum, Ihnen wird, wie auch die Beteiligung an Forschungsprojekten, die gesamt Bandbreite medizinischer Entwicklungsmöglichkeiten geboten - unabhängig davon, ob Sie ärztlicher, pflegerischer oder wissenschaftlicher Mitarbeiter sind.
Eine Chance und Stärke, wie Sie sie in kaum einem anderen Haus finden werden.

Dabei konzentriert sich der Fokus auf das gesamte medizinische Personal.  Bereits seit 1981 bietet unsere Klinik eine zweijährige berufsbegleitende Weiterbildung nach den Richtlinien der Deutschen Krankenhausgesellschaft zur Fachkrankenpflege „Anästhesie und Intensivmedizin“ an. Diese Weiterbildung mit pflegerischen Mitarbeitern des UKM wird nunmehr in einem eigenen Institut nach der staatlichen Weiterbildungs- und Prüfungsordnung des Landes Nordrhein-Westfalen durchgeführt und findet breite Anerkennung.

Nicht ohne Grund wurde unserer Klinik als eine der ersten zwei Kliniken in Deutschland das Zertifikat "Intensivmedizin Schwerpunktversorgung mit den Kompetenzmodulen Forschung und Lehre, Neuro, kardiovaskulär, ECMO, Entwöhnung von der Beatmung, Polytrauma, IMC und Transplantation" von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesie und Intensivmedizin (DGAI) verliehen.

Noch im März 2016 erfolgte die Re-Zertifizierung der Klinik  durch die European Academy of Anaesthesiology und des European Board of Anaesthesiology der UEMS als "Europäische Ausbildungsstätte für Anästhesisten". Dabei wird die Zertifizierung  bis 2021 bestätigt.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über aktuelle Weiterbildungs- und Fortbildungsangebote unserer Klinik.

 


Der Klinikdirektor verfügt über die folgenden Weiterbildungsermächtigungen:

  • Weiterbildung Gebiet "Anästhesiologie": 60 Monate
  • Zusatz-Weiterbildung "Intensivmedizin": 24 Monate
  • Zusatz-Weiterbildung "Spezielle Schmerztherapie": 12 Monate
    gemeinsam mit dem Leiter der Schmerztagesklinik Priv.-Doz. Dr. med. Daniel Pöpping
  • Zusatz-Weiterbildung "Notfallmedizin": 24 Monate:
    gemeinsam mit dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst der Stadt Münster Priv.-Doz. Dr. med. Andreas Bohn


Der European Trauma Course (ETC) wurde entwickelt von der European Trauma Course Organisation - einer gemeinsamen Initiative des ERC (European Resuscitation Council), der ESTES (European Society for Trauma and Emergency Medicine), der EuSEM (European Society for Emergency Medicine) und der ESA (European Society of Anaesthesiology).
Der ETC vermittelt als neuartiger, innovativer Kurs ein teamorientiertes Behandlungskonzept für das innerklinische Schockraummanagement. Der Kurs ist als Voraussetzung zur Auditierung für ein lokales oder regionales Traumazentrum anerkannt.
Der ETC ist offen für alle Fachrichtungen und Berufsgruppen welche in die innerklinische Behandlung von schwerverletzten Patienten involviert sind.

Nähere Informationen sowie einen aktuellen Termin erfahren Sie hier.


Aufgrund der Komplexitätssteigerung in der anästhesiologischen Versorgung von Hochrisikopatienten hat es sich herausgestellt, dass es einer über die Facharztqualifikation hinausgehenden Expertise bedarf, um diese Fälle adäquat versorgen zu können.

Aus diesem Grund bieten wir in unserer Klinik sogenannte "Fellowships", die durch eine intensive Fortbildung hochspezialisierte Kenntnisse und Fähigkeiten vermitteln. Diese richten sich an Fachärzte, die ein hohes Engagement mitbringen und sich über ihre Facharztqualifikation hinweg weiter in unserer Klinik spezialisieren möchten.

Derzeit bieten wir folgende Fellowship-Programme:

Für weitere Informationen oder Bewerbungen um einen Platz im Fellowship-Programm kontaktieren Sie bitte Herrn Priv.-Doz. Dr. med. Manuel Wenk, den leitenden Oberarzt der Klinik.

Selbstverständlich sind auch unsere direkten Bereichsoberärzte bei Interesse oder Fragen für Sie da.


Im Jahr 2002 ist als Pilotprojekt der Bundesärztekammer, ein Weiterbildungsverbund mit anderen Krankenhäusern im Münsterland, etabliert worden.
Im Rahmen dieses Verbundes können Ärzte/-innen, die sich während ihrer Facharztweiterbildung am UKM befinden, für vier Monate in ein anderes Krankenhaus innerhalb des Verbundes rotieren, um dort anderweitige Erfahrungen zu sammeln und einen anderen Blick auf die Anästhesie zu gewinnen - ohne dass sie Zeit während ihrer Weiterbildung verlieren.

Hierzu zählen aktuell:


Ein Kernbereich der Anästhesiologie ist die notfallmedizinische Versorgung von Patienten nach schweren Unfällen oder plötzlicher Akuterkrankung. Sie gehört mit zu den anspruchs- und verantwortungsvollsten Aufgaben, die einem Arzt oder einer Ärztin übertragen werden können. Ohne Kenntnis der klinischen Vorgeschichte oder aktueller Befindlichkeiten müssen, oft unter widrigen Bedingungen und Zeitdruck, lebensrettende Maßnahmen eingeleitet werden. Dazu gehören die Analyse der Situation, die Diagnose des oder der Patienten, die Stabilisierung des Patienten, die Klärung des Transportweges und die Abstimmung mit dem aufnehmenden Klinikum.

Jeden Tag sind vier Assistenzärzte sowie zwei Fachärzte unserer Klinik als Notärzte auf den regionalen Autobahnabschnitten, in der Stadt Münster und im Landkreis Warendorf gefordert.

Die Arbeit im Bereich des Rettungsdienstes erweitert das Berufsfeld des klinisch tätigen Anästhesisten erheblich. Zusätzlich zu der Versorgung von akuten internistischen und traumatologischen Notfällen, sind Kenntnisse im Bereich der psychologischen Krisenintervention notwendig. Die Stärke seiner Ausbildung kann der anästhesiologische Notarzt vor allem bei der Überwachung und Stabilisierung akut hämodynamisch und respiratorisch instabiler Patienten sowie in Reanimationssituationen unter Beweis stellen.

Diese Vollzeitstellen werden im sechs-monatlichen Wechsel von dem ärztlichen Personal unserer Klinik besetzt und werden vollständig für die Facharztweiterbildung angerechnet.


Seit Jahren gewinnt die Anwendung von diagnostischen Sonographie- bzw. Ultraschallverfahren im Fachgebiet Anästhesiologie zur Diagnostik und Intervention eine immer größere Relevanz. Ihr Einsatz ist heute aus dem anästhesiologischen, intensivmedizinischen Alltag nicht mehr wegzudenken. So ist es verständlich, dass die Ausbildung in der Ultraschalldiagnostik und der ultraschall-gesteuerten Punktionen für Anästhesistinnen und Anästhesisten eine wachsende Bedeutung einnimmt.

Ultraschall - ein integraler Bestandteil der Weiterbildung

Erstmalig wurde  im Jahr 2012 in Zusammenarbeit mit der Ärztekammer Westfalen-Lippe der Einsatz der Ultraschalltechnik in die Weiterbildungsordnung für die Anästhesiologie oder anästhesiologische Behandlung integriert. 2015 wurden diese Verfahren in die Muster-Weiterbildungsordnung der Bundesärztekammer aufgenommen und sind integraler Bestandteil der Weiterbildung zum Facharzt für Anästhesiologie.

Neben der transösophagealen Echokardiografie (TEE), die bereits seit langer Zeit durch Anästhesisten bei vielen  Herzoperationen  und zur hämodynamischen Überwachung von  kritischen Patienten mit anderen operativen Eingriffen sowie im Intensivbereich eingesetzt wird, ist der Ultraschall zur Evaluation akuter Situationen im Bereich der Anästhesie-, Notfall- und Intensivmedizin nicht mehr wegzudenken. Die Untersuchungen von Herz, Lunge und Abdomen sind zur Evaluation akut bedrohter Patienten eine unverzichtbares Werkzeug des Anästhesisten geworden. Als ein Alleinstellungsmerkmal des Fachgebietes Anästhesiologie ist die ultraschallgesteuerte Anlage von zentralen und peripheren Kathetern sowie  die ultraschallgesteuerte Durchführung von peripheren Nervenblockaden jeder Art anzusehen.

Ultraschall erhöht Patientensicherheit


Durch die bildliche Darstellung der individuellen Patientenanatomie und die in Echtzeit visualisierbare Kanüle lassen sich Punktionen und regionalanästhesiologische Verfahren mit höchster Präzision durchführen. Dies ermöglicht eine maximale Patientensicherheit, bildet so die Grundlage für effektives, effizientes und sicheres arbeiten bei gleichzeitig maximalem Patientenkomfort.

Ultraschall in unserer Klinik


Die Sonographie wird in unserer Klinik tagtäglich angewandt um eben genau dies zu sicherzustellen:  Patientensicherheit und Patientenkomfort. Darüber hinaus zeigt sich, das die konsequente Anwendung ultraschallgesteuerter Regionalanästhesie zu einer verbesserten Lernkurve und zu schnellerem Lernerfolg bei auszubildenden Anästhesisten führt, da jede Punktion supervidiert wird.

Das Erlangen einer professionellen Handlungskompetenz kann nur durch stringente didaktische Konzepte zum Erfolg gebracht werden, die eine erfolgreiche Vermittlung des komplexen Wissens gewährleisten. Basis dieses Konzeptes bilden zertifizierte Ultraschallkurse für unsere Mitarbeiter, die mehrmals im Jahr kostenfrei durchgeführt werden. Im Rahmen der Rotation für die Facharztausbildung werden dort, wo regionalanästhesiologische Maßnahmen angewandt werden, diese durch individuelle, aufbauende Einzelschulungen ergänzt. Erst nach ausreichenden supervidierten Anwendungen, werden diese Verfahren selbständig durchgeführt.

Bereits jetzt sind in unserer Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie mehr als 10 Mitarbeiter durch die Deutsche Gesellschaft für Ultraschallmedizin (DEGUM) zertifiziert. Zwei von ihnen sind DEGUM-zertifizierte Kursleiter und stellen so nachhaltig die hochwertige Fort- und Weiterbildung sicher.

Zertifizierte Ultraschallkurse unserer Klinik


Neben den internen Ultraschallkursen führen wir mehrmals im Jahr, von der Ärztekammer und der DGAI-/DEGUM anerkannte und zertifizierte  Ultraschallkurse für externe Kolleginnen und Kollegen durch.
Der inhaltliche Rahmen ist durch den Anforderungskatalog der DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschallmedizin) sowie der DGAI (Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin) vorgegeben. Das hierauf aufbauende, von uns entwickelte Ausbildungskonzept, erfüllt schon seit 2010 höchste Qualitätsansprüche und hat sich in der Praxis überzeugend bewährt. Unser didaktisches Konzept sieht einen schnellen Wechsel zwischen theoretischen Input und sofortiger praktischer Anwendung vor. Wir versuchen damit den passiven Lernteil zeitlich auf maximal 20 Minuten zu beschränken, um durch die Anwendung aktives Wissen und praktische Fähigkeiten zu generieren. Der starke Praxisbezug, basierend auf tagtäglicher Erfahrung und die Übungen in Kleingruppen (4:1-Betreuung), bilden die Kernbereiche didaktischer Qualitätskontrolle.

Nähere Informationen sowie aktuelle Kurstermine erfahren Sie hier.


Für außergewöhnliche Situationen, die schnelles, aber sicheres Handeln erfordern, sind regelmäßige "Team-Trainings"-Programme ein wirksames Instrument, um die Sicherheitskultur und Patientensicherheit zu verbessern. So finden im Operationssaal monatlich während des Routinebetriebs Team-Trainings zur Beherrschung des schwierigen Atemweges statt ("Training on the Job").
Auch in Abteilungen mit hohem Risiko werden zudem regelmäßig interdisziplinäre Team-Trainings durchgeführt, so z. B. mit der Klinik für Herzchirurgie und Mitarbeitern der Intensivstation ein "Herzalarm–Training" oder ein monatliches "Schockraum-Team-Training" mit der Klinik für Unfallchirurgie, der Radiologie, der Allgemein-/Viszeralchirurgie und des Krankentransportdienstes.

Auch hierdurch ist es 2013 in Münster gelungen, von 614 bundesweit am Traumaregister der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) teilnehmenden Kliniken die besten Überlebenschancen für schwerverletzte Patienten, die nach einem Unfall im Schockraum erstversorgt und dann auf der Intensivstation weiterbehandelt wurden, zu erreichen.

Teil eines Team-Trainings ist ein qualifiziertes, videogestütztes Debriefing durch Experten der jeweiligen Fachrichtungen. Dabei wird neben dem medizinisch-fachlichen ein besonderer Fokus auf sicherheitsrelevante Kommunikation und "Crew Resource Management" (CRM) gelegt.

 
Nicht die außergewöhnliche Situation soll die Handlungsabläufe des medizinischen Personals bestimmen, sondern das medizinische Personal soll unvorhergesehene, außergewöhnliche Situationen optimal beherrschen. Es soll jederzeit Herr der Lage bleiben und so eine professionelle Handlungskompetenz zum Wohle des Patienten erhalten.
Simulation macht dabei deutlich, es geht um die Nachahmung realer Prozesse, die lebensechte Handlungsabläufe und Erfahrungen darstellen. Ähnlich wie bei einem Flugsimulator geht es in diesem Operationssaal nicht um das Training von Basics, sondern um die Bewältigung von Notfallsituationen. Ein Angebot stellt hierbei das UKM-weite Megacode-Training dar.

In diesem berufsgruppenübergreifenden interdisziplinären Schulungs- und Trainingszentrum werden auch anderen Kliniken, wie der Neurologische Intensivstation und der KMT-Station, regelmäßige Team-Trainings ermöglicht.

Gerade das Team-Training ist für die medizinische Arbeit bedeutsam. Die Überwachung der Vitalfunktionen, das frühzeitige Erkennen kritischer Situationen, die Fähigkeiten innerhalb von Handlungsabläufen Wirkmaßnahmen einzuleiten, die Handhabung medizinischen Gerätes, eine unmissverständliche, effektive, offene Kommunikation, Delegation und Kooperation sowie ein unvoreingenommenes, vertrauensvolles Zusammenwirken werden hier lösungsorientiert trainiert. Nach Abschluss jeder Simulation erfolgte eine konstruktive, videogestützte Bewertung. Zwei Mitarbeiter unserer Klink sorgen hier für die richtigen Voraussetzungen und eine vertrauensvolle Atmosphäre.
Die Trainings enden mit einem anerkannten Zertifikat.

Mehr hierzu unter UKM Trainingszentrum.
 
 
 


Die Halbwertzeit des Wissens wird immer kürzer. Dies trifft insbesondere auf sehr komplexe und hoch spezialisierte Bereiche zu. Die internationale und intensive medizinische Forschung leistet hierzu einen wesentlichen Beitrag. Alle fünf Minuten wird eine neue medizinische Erkenntnis gewonnen und jede Minute eine neue chemische Formel entdeckt. Daher ist es ständig geboten, sich weiter und zusätzlich zu qualifizieren. Insofern verstehen wir Lernen als einen lebenslangen Prozess, den man bei uns gestalten und an dem bei uns partizipieren kann.

 
 
 
 

Kontakt

Prof. Alexander Zarbock, UKM-Anästhesiologie

Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie

Univ.-Prof. Dr. med.
Alexander Zarbock
Direktor der Klinik

Albert-Schweitzer-Campus 1
Gebäude A1
48149 Münster

T: +49 251 / 83-4 72 52
F: +49 251 / 83-4 86 67

zarbock(at)uni-muenster(dot)de

Anfahrt über
Albert-Schweitzer-Str. 33
48149 Münster

Informationen zur Anfahrt
Anfahrt mit Google Maps

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