Experimentelle und klinische Schmerzforschung

Gegenstand dieses Forschungsschwerpunktes ist das Verständnis grundlegender Mechanismen der Schmerzentstehung. Hierbei stehen neuronale Mechanismen des akuten postoperativen, chronisch entzündlichen und neuropathischen Schmerzes im Vordergrund. An entsprechenden experimentellen Schmerzmodellen wird die Bedeutung spezieller Rezeptoren, Proteine, Neurotransmitter und Transduktionskaskaden für das Schmerzgeschehen herausgearbeitet und potentielle Möglichkeiten ihrer Beeinflussung im Hinblick auf neue analgetische Therapieoptionen untersucht. Hierbei zur Anwendung kommen pharmakologische, neurophysiologische und molekularbiologische Untersuchungen, die in ihrer Gesamtheit das komplexe Bild der Schmerzentstehung bei verschiedenen Erkrankungen differenziert darstellen sollen. Beispiele sind Untersuchungen zur Rolle der verschiedenen Adenosinrezeptoren und ihre Interaktion mit Kaliumkanälen im Rückenmark nach einer Inzisionsverletzung (DFG-gefördertes Projekt), die Differenzierung verschiedener Protein- und MAPkinasen für Schmerz und Hyperalgesie nach einer Operation (ein durch die Else Kröner-Fresenius-Stiftung gefördertes Projekt) und Experimente zur Darstellung glialer Glutamattransporter für den Schmerz (ESA-gefördertes Projekt). Weitere basiswissenschaftliche Projekte befassen sich mit geschlechtsspezifischen Unterschieden von Schmerzen (IARS-gefördertes Projekt) so wie hormoneller, zyklusabhängiger Beeinflussung chronischer Schmerzen (DGAI gefördertes Projekt). In Kooperation mit Wissenschaftlern aus dem Deutschen Forschungsverbund Neuropathischer Schmerz (BMBF-gefördertes Projekt) werden darüber hinaus bei Probanden und bei Patienten standardisierte Methodiken der Quantitativen Sensorischen Testung (QST) angewandt, die mit verschiedenen Techniken wie z.B. nicht-invasiven bildgebenden Verfahren (fMRT und MRS in Kooperation mit der Radiologie des UKM), evoziierten Potenzialen (in Kooperation mit der Klinik für Neurologie des UKM) oder Nervenfaserdichte (in Kooperation mit der Klinik für Dermatologie) kombiniert und für Studien genutzt werden. Auch rein klinische Studien bei postoperativen und chronischen Patienten werden durchgeführt, die ab Januar 2009 zum Teil im Rahmen des 7. EU-Rahmenprogramms gefördert werden.
 
 
 
 

Leiterin der Arbeitsgruppe

Univ.-Prof. Dr. med. Esther Pogatzki-Zahn *