Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie

Dünndarm, Dickdarm, Mastdarm


Operationen am Dickdarm und Mastdarm gehören zu den Schwerpunkten unserer Klinik. Es werden pro Jahr über 100 Patienten mit bösartigen Tumoren in diesem Bereich behandelt. Insgesamt werden jährlich mehr als 200 operative Eingriffe an diesen Darmabschnitten vorgenommen. Die interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des Darmzentrums am UKM gewährleistet eine exzellente Betreuung dieser Patienten. Folgende Diagnosen stehen im Vordergrund:

Divertikulose – Divertikulitis

Unter einer Divertikulose versteht man begrenzte Ausstülpungen von Wandschichten des Darmes. Mit Abstand am häufigsten sind diese Divertikel im Sigma, dem vorletzten Abschnitt des Dickdarms, lokalisiert, da dieses als „Hochdruckzone“ des Darms einer vermehrten mechanischen Belastung ausgesetzt ist. Die Divertikulose verläuft in den meisten Fällen asymptomatisch, d.h. der Patient ist beschwerdefrei. Etwa 10 - 25 % aller Patienten entwickeln Beschwerden, die durch entzündliche Veränderungen, die Divertikulitis, hervorgerufen werden. Außerdem neigen die Divertikel vermehrt zu Blutungen.

Von diesen Divertikelentzündungen abzugrenzen sind chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Bei einer Divertikulitis wird in Abhängigkeit von der Ausprägung der Entzündung zunächst eine konservative Therapie versucht. Bei kompliziertem Verlauf oder wiederholtem Auftreten ist eine operative Entfernung des betroffenen Darmabschnitts erforderlich. Bei Blutungen kann eine endoskopische Therapie versucht werden. Da die genaue Blutungsquelle jedoch häufig nicht sicher identifiziert werden kann, ist auch hier oft eine operative Therapie notwendig.

Diese Operationen mit Entfernung der betroffenen Darmabschnitte werden in der Regel während einer Bauchspiegelung vorgenommen, wodurch eine geringere Schmerzsymptomatik und schnellere Erholung nach der Operation erreicht werden können.

Gutartige Darmpolypen

Gutartige Polypen der Darmschleimhaut sind eine aufgrund der Ernährungsgewohnheiten in unserer Gesellschaft zunehmende Erkankung. Diese Polypen weisen verschiedene Wachstumsmuster auf, für die die weitere Behandlung variiert. Kleine und gestielte Polypen können erfolgreich und mit geringem Risiko endoskopisch abgetragen werden. Bei großen und breitbasigen Polypen besteht bei der endokopischen Abtragung ein erhöhtes Risiko der Darmwandverletzung. Daher sollte hier eine Therapie endoskopisch in Operationsbereitschaft oder direkt operativ (z.B. durch Bauchspiegelung) erfolgen. Bei besonders schwer zu lokalisierenden Polypen kann eine endoskopische Markierung während einer Operation oder ein kombiniertes Vorgehen mit gleichzeitiger Darm- und Bauchspiegelung, als sog. Hybridverfahren, vorgenommen werden.

Dickdarmkrebs

Der Dickdarmkrebs gehört zu den häufigsten bösartigen Erkankungen in Deutschland. Bei der Diagnose unterscheiden sich diese Tumoren hinsichtlich der lokalen Ausdehnung und des Vorliegens von Absiedlungen in Lymphknoten oder anderen Organen. Von dieser Ausbreitung wird die weitere Therapie wesentlich beeinflußt.

Während sehr frühe Tumorstadien, die auf die Darmschleimhaut beschränkt sind, durch eine endoskopische Abtragung sicher behandelt werden können, verlangen fortgeschrittenere Stadien teilweise komplexe interdisziplinäre Therapien. Neben der standardisierten operativen Therapie, die auch wahlweise durch eine Bauchspiegelung durchgeführt werden kann, sind bei Befall der Lymphknoten Zusatzbehandlungen vor oder nach der Operation sinnvoll. Bei Tumoren der oberen Dickdarmabschnitte erfolgt diese Zusatzbehandlung in der Regel als Chemotherapie, die sich an die operative Entfernung des Tumor tragenden Darmabschnitts anschließt. Beim Mastdarmkrebs wird nach modernen Therapiestandards bei Durchbruch des Tumors durch die Darmwand oder einer Lymphknotenbeteiligung eine kombinierte Strahlen-Chemotheapie vor der Operation vorgenommen.

Durch diese Komplexbehandlungen konnte in den letzten Jahren eine deutliche Verbesserung der Therapieergebnisse beim Darmkrebs erzielt werden. In 5 -10 % der Fälle kommt der Dickdarmkrebs mit einer familiären Häufung vor. Als Ursache dafür kann eine erbliche Veranlagung vorliegen, die durch genetische Veränderungen hervorgerufen wird. Dabei sind zwei Formen zu unterscheiden. Die familiäre Polyposis (FAP) führt bei den Betroffenen zu Hunderten bis Tausenden Polypen im Dickdarm, aus denen sich im Laufe des Lebens praktisch immer ein Dickdarmkrebs entwickelt. Daher wird bei diesen Patienten möglichst rechtzeitig eine operative Entfernung des gesamten Dickdarms angestrebt. Dieses Vorgehen kann zwar mit einer begrentzen Einschränkung der Verdauungsfunktionen einher gehen, jedoch garantiert es, dass die befürchtete Komplikation der Entwicklung eines Dickdarmkrebses nicht mehr auftreten kann.

Der zweiten Form des erblichen Darmkrebses, dem sog. HNPCC-Syndrom, liegt ein genetischer Defekt der DNA-Reparaturmechanismen zugrunde. Dadurch kommt es zu einer Anhäufung von Genschäden in einzelnen Zellen, die vor allem im Dickdarm zu einem sehr stark erhöhten Krebsrisiko führen. Eine prophylaktische Operation wurde bisher für diese Patienten nicht etabliert.

Eine Beratung der Familien mit erblichem Darmkrebs und entsprechende Diagnostik ist im Rahmen spezialisierter Sprechstunden zu empfehlen.

 
 
 
 

Sprechstunde


Auf unserer Seite Sprechstunden finden Sie Zeiten und Kontakt für eine persönliche Sprechstunde zur Planung der prästationären Diagnostik, zur Beratung und OP-Indikationsstellung und zur postoperativen Nachbetreuung.

Aufklärungsgespräch vor der Operation
Blutentnahme zur Überprüfung
Nach der Operation auf der Aufwachstation
Darmkrebs – vorbeugen und behandeln: Flyer zum Interdisziplinären Darmzentrum am UKM als Download