AG Angiogenese und Vaskuläres Targeting

Die Arbeitsgruppe Angiogenese und Vaskuläres Targeting beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Erforschung innovativer antivaskulärer Therapiestrategien. Die Angiogenese, d.h. die Neubildung von Blutgefäßen, ist eine wesentliche Grundvoraussetzung für die Progression und Metastasierung von soliden und hämatologischen Tumoren. Im Gegensatz zu antiangiogenen Therapiestrategien, die das Wachstum und die Differenzierung neuer tumor-assoziierter Blutgefäße hemmen, greift die Strategie des Vaskulären Tumor Targetings bereits bestehende Tumorgefäße an. Dabei macht man sich zu Nutze, dass sich Tumorblutgefäße auf molekularer Ebene von ruhenden Gefäßen gesunder Organe unterscheiden und spezifische Zielstrukturen exprimieren, die sich für eine zielgerichtete Anreicherung antineoplastischer Substanzen im Tumorgewebe eignen. Aufgrund ihrer immanenten Erreichbarkeit für systemisch applizierte Substanzen erscheinen Antigene, die innerhalb des Tumorgewebes nicht auf den Tumorzellen selbst, sondern im tumor-assoziierten Gefäßsystem exprimiert werden, als Zielstrukturen besonders attraktiv. Damit beschreibt die Strategie des Vaskulären Tumor Targetings die selektive Anreicherung einer antineoplastischen Substanz (sog. Effektorfunktion, z.B. zytotoxische Substanzen, Zytokine, prokoagulatorische Moleküle, Radionuklide) durch Kopplung an einen Liganden (typischerweise ein monoklonaler Antikörper oder ein Peptid), der spezifisch an ein tumor-assoziiertes vaskuläres Antigen bindet (Zielstruktur, die entweder auf dem Endothel oder der subendothelialen extrazellulären Matrix exprimiert wird). Je nach Wahl der Effektorfunktion ergeben sich mit der Adressierung vaskulärer Antigene eine Vielzahl verschiedener Therapiemöglichkeiten, von der selektiven Infarzierung des Tumorgefäßsystems (z.B. durch gerinnungsaktivierende Substanzen oder alpha-emittierende Radionuklide) bis hin zur selektiven Rekrutierung und Aktivierung von Immuneffektorzellen (z.B. durch potente proinflammatorische Zytokine wie IL-2, IL-12 oder TNFalpha).

 
 
 
 

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