Medizinische Klinik A

Antikörper-basiertes Vaskuläres Tumor Targeting (Leitung: Priv.-Doz. Dr. med. Christoph Schliemann)

In der Onkologie zeigen konventionelle zytotoxische Chemotherapeutika oft nur eine begrenzte Spezifität für Tumorgewebe, was häufig zu unerwünschten Nebenwirkungen an gesunden Organen führt. Eine elegante Möglichkeit, diese Nachteile zu umgehen, liegt in der gezielten Anreicherung von therapeutischen Substanzen im Tumorgewebe durch monoklonale Antikörper, die selektiv an tumor-assoziierte vaskuläre Zielstrukturen binden. Die Arbeitsgruppe beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit der Evaluation von Antikörper-Zytokin-Fusionsproteinen (sog. Immunzytokine) in der Behandlung solider und hämatologischer Neoplasien. So konnte u.a. gezeigt werden, dass z.B. Interleukin-2-basierte Immunzytokine signifikant das Wachstum verschiedener aggressiver und indolenter B-Zell-Lymphome inhibieren und die Wirkung einer anti-CD20-Antikörpertherapie durch lokale Rekrutierung und Aktivierung von Immuneffektorzellen im Lymphomgewebe potenzieren konnten. Eine klinische Phase I Studie, die die Kombinationsbehandlung aus einer anti-CD20-Antikörpertherapie und einem IL-2-basierten Immunzytokin bei Patienten mit diffusen großzelligen B-Zell-Lymphomen (DLBCL) evaluieren soll, ist momentan in Vorbereitung.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeitsgruppe besteht in der Identifikation neuer vaskulärer Targets mit Hilfe proteomischer und bioinformatischer Methoden. In diesem Forschungsbereich besteht eine enge Kooperation zur Arbeitsgruppe von Dr. Christoph Rösli (HiSTEM Institut am DKFZ Heidelberg).

 
 
 
 

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