Epigenetik in der AML

Die Organisation des Chromatins im Zellkern ist wichtig für die Kompaktierung der DNA und für die Kontrolle von vielen Genomfunktionen wie die Regulation der Genexpression, Replikation, DNA-Reparatur und Rekombination. Als Chromatin bezeichnet man den Komplex aus DNA und Histonproteinen.

Histone werden posttranskriptionell modifiziert und regulieren damit die Packungsdichte der DNA. Histon-Azetylierung führt zur Auflockerung des Chromatins. Dadurch wird die DNA für Replikation und Transkription zugänglich. Wenn Histone dagegen methyliert werden, verdichten sie damit die Packung der DNA und diese wird schlechter zugänglich für Enzyme und Transkriptionsfaktoren. Aber nicht nur Histon-, sondern auch DNA-Modifikationen regulieren die Genexpression. DNA wird an Cytosinresten in sog. CpG-Inseln methyliert, dies führt zur Gen-Silencing. Die ursprüngliche Funktion der DNA-Methylierung ist die Suppression der intragenomischen Parasiten und proviraler DNA. Außerdem spielt sie eine wichtige Rolle bei genomischen Imprinting und der X-Chromosomen-Inaktivierung.

Histon- und DNA-Modifikationen werden als Epigenetik zusammengefasst. Die epigenetische Information ist stabil und wird über die Zellteilung hinweg weitergegeben.

Zwei bahnbrechende Entdeckungen machten die Epigenetik zu einem lohnenswerten Forschungsschwerpunkt: Tumorsuppressorgene sind in Krebszellen oft an CpG-Inseln methyliert und dadurch transkriptionell herunter reguliert. Auch die Entdeckung der chemischen Modifikationen an Histonen und ihre Rolle in der Genregulation war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur Erforschung der Epigenetik.

Unsere Gruppe erforscht die komplexen Vorgänge der Epigenetischen Regulation in humanen Krebsarten. Wir konzentrieren uns v.a. auf folgende Aspekte:

1. DNA-Methylierung in Akuter Myeloischer Leukämie (AML) und Lungenkrebs   

1a. Die Identifikation neuer Tumorsuppressorgene anhand von DNA-Methylierungsmustern in AML und Lungenkrebs.

1b. Methylierungsanalysen in primären AML-Zellen, um die spezifischen DNA-Methylierungsmuster im Epigenom der AML zu charakterisieren.

2. Identifikation der epigenetischen Signatur in AML durch Bestimmung der globalen Histonmodifikationsmuster

 
 
 
 

Kontakt zum Labor für Molekulare Hämatologie und Onkologie

Universitätsklinikum Münster Medizinische Klinik A
Molekulare Hämatologie/Onkologie

Leitung
Prof. Dr. med. Georg Lenz

Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude D3,

Anfahtsadresse: Domagkstr. 3 | 48149 Münster

Tel.: 0049-(0)251/83-52995
Fax: 0049-0(251)-83-52673

E-Mail: