Stammzellen und Leukämie

Im Gegensatz zu normalen Hämatopoetischen Stammzellen (HSC) haben maligne Stammzellen nicht mehr das Potential zur Selbsterneuerung und zur Differenzierung. Sie sind nicht mehr in der Lage, die unterschiedlichen Zellen des Blutes zu regenerieren. Entweder erhöhtes Selbsterneuerungspotential oder eine vergrößerte Lebensspanne reichen aus, um einen malignen Tumor am Leben zu erhalten. Eine Leukämie- oder Lymphom-initiierende Zelle kann ihr Potential zur Bildung von reifen myeloischen oder lymphatischen (Effektor-) Zellen verloren haben, aber ist trotzdem Ursache für Tumorwachstum. Diese wenigen Grundbedingungen, die maligne Stammzellen erfüllen müssen, erklären, weshalb es bis heute so schwierig ist, diese Zellen zu entdecken und gezielt zu eliminieren.

Unsere Gruppe interessiert sich v.a. für die leukämischen Stammzellen (LSC). Obwohl diese Zellen zu den best-charakterisierten Arten von Krebsstammzellen gehören, gibt es noch viele unbeantwortete Fragen. So ist beispielsweise noch ungeklärt, wodurch sich diese LSC von normalen HSC unterscheiden. Auch fehlen Strategien, wie man das bisherige Wissen nutzen kann, um die LSC gezielter anzugreifen und die Leukämie-Behandlung effizienter zu machen.

Um normale und leukämische HSC zu erforschen, haben wir eine Reihe von in vivo und in vitro Modellen etabliert, die die Isolation, die funktionelle Charakterisierung und gezielte Therapieansätze sowohl bei Akuter als auch bei Chronischer Leukämie ermöglichen.