Medizinische Klinik B (Gastroenterologie, Hepatologie, Endokrinologie, Klinische Infektiologie)

Sehr geehrte Patientinnen und Patienten,

mit der zunehmenden Ausbreitung des Corona-Virus SARS-CoV-2 sind wir gezwungen, unsere Kapazitäten in den Ambulanzen zu reduzieren. Wir möchten Sie bitten, dass Sie nur in dringenden Fällen bei uns in der Ambulanz vorstellig werden. Sollten Sie grippeartige Symptome (insbesondere Fieber und Husten) haben, kontaktieren Sie uns bitte zunächst telefonisch (T 0251 8347661), so dass wir das weitere Prozedere abstimmen können, ohne die anderen Patienten zu gefährden.

Wir bitten um Verständnis.

Informationen zur UKM-Corona-Teststelle

Die UKM-Corona-Teststelle und die Corona-Hotline sind an allen Wochentagen erreichbar. Werktags sind wir von 8-16 für Sie da, an Wochenenden und Feiertagen von 8-13 Uhr.

Abstriche werden grundsätzlich nur aufgrund Coronavirus-verdächtiger Symptome, bei eingem Kontakt zu einem positiv getesteten Fall, auf Anordnung des Gesundheitsamtes, bei Reise-Rückkehrern aus Risikogebieten oder bei Alarmierung der Corona-Warn-App durchgeführt. In Sonderfällen führt das UKM Testungen für Patienten unmittelbar vor der Aufnahme in das UKM durch.

| Anfahrt mit Google Maps

Ablauf
Eine Überweisung und eine Voranmeldung sind nicht notwendig. Wir benötigen lediglich Ihre Krankenversicherungskarte.

Anfahrt & Wartezeiten
Wir weisen darauf hin, dass es in Stoßzeiten zu erheblichen Wartezeiten kommen kann. Die Teststelle ist als Drive-In konzipiert, so dass Sie die Wartezeit im Auto verbringen können, auch aus Sicherheitsaspekten.

Ergebnisübermittlung
Die Testergebnisse werden im Regelfall am Folgetag automatisch per Telefon an Sie übermittelt. Auf Wunsch werden die Ergebnisse auch per verschlüsselter E-Mail mitgeteilt; dafür wird bei der Anmeldung die aktuelle E-Mail-Adresse benötigt. Das schriftliche Ergebnis erhalten Sie per Post innerhalb von 2-3 Werktagen.

Corona-Hotline
Sollten Sie Fragen rund um eine Coronainfektion haben, kontaktieren Sie uns unter T 0251 83-55555.

Bitte beachten Sie: Um unsere Patienten, Mitarbeitenden und Besucher vor einer Infektion zu schützen und die Ausbereitung von SARS-CoV2 einzudämmen, ist in allen Gebäuden des UKM das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes erforderlich.

Für den Besuch des UKM dürfen Sie Ihre eigenen, privaten Masken nutzen. Sollten Sie keine Maske dabei haben, stellen wir Ihnen für Dauer ihres Aufenthaltes im Klinikum an der jeweiligen Pforte einen geeigneten Schutz zur Verfügung.

Das Betreten der Gebäude ist ohne Mund-Nasen-Schutz nicht gestattet.

Besuche eingeschränkt möglich

Auf Grundlage der Coronaschutzverordnung des Landes Nordrhein-Westfalens sind am UKM ab sofort eingeschränkt Besuche für bestimmte Patientengruppen wieder möglich.

  • Besuche sind ab dem dritten Behandlungstag des Patienten/der Patientin möglich.
  • Es sind maximal zwei Besuche pro Woche mit einer Dauer von maximal einer Stunde vorgesehen.
  • Als Besucher dürfen zwei fest benannte Personen empfangen werden. Es darf immer nur eine Person anwesend sein.
  • Besuche sind werktags von 15.00 bis 19.00 Uhr, an Wochenenden und Feiertage von 08.00 bis 19.00 Uhr möglich.

Die Besucher erhalten vom UKM vorab eine Besuchererlaubnis, die zusammen mit dem Personalausweis als Zutrittserlaubnis für das UKM gilt, und am Eingang überprüft wird.

Die Besucherregelung gilt für das Zentralklinikum sowie alle externen Kliniken. Ausnahmen werden lediglich für die Geburtshilfe, die Pädiatrie, für die Palliativstationen sowie – nach Absprache mit den verantwortlichen Ärztinnen und Ärzten – für schwerstkranke Patienten zugelassen. Bitte haben Sie Verständnis, dass es für einzelne Bereiche abweichende Vorgaben geben kann. Je nach Entwicklung der Corona-Pandemie wird diese Regelung regelmäßig geprüft und angepasst. Bitte beachten Sie außerdem: Der Zugang zum Zentralklinikum ist NUR über die Haupteingänge Ost und West auf Ebene 04 möglich.

Hinweis zu unseren Ambulanzen und Sprechstunden

Liebe Patientin, lieber Patient,

wenn Sie in den kommenden Tagen einen Termin in einer unserer Ambulanzen haben, melden Sie sich bitte vorab, wenn

  • bei Ihnen folgende Symptome bestehen: Fieber, Halsschmerzen und/oder Schluckstörungen, Husten, Atemnot, Geschmacks- oder Geruchsverlust, allgemeine Abgeschlagenheit und/oder Leistungsverlust, soweit nicht durch eine bestehende Vorerkrankung erklärbar, Magen-Darm-Symptome, starken Schnupfen
  • Sie Kontakt zu einer SARS-CoV-2 positiven Person hatten
  • oder positiv auf Coronavirus getestet wurden.


Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besprechen mit Ihnen das weitere Vorgehen.

Kommen Sie bitte nicht in unsere Ambulanzen, wenn Sie unsicher sind, ob Sie von COVID19 betroffen sind.


Vielen Dank!

Diese Seite wird zur Zeit aktualisiert und überarbeitet…

Sehr geehrte Besucher unserer Homepage.

Unser Internetauftritt wird zur Zeit auf den neusten Stand gebracht.
Wir bitten um Ihr Verständnis und freuen uns auf Ihren Besuch zu einem späteren Zeitpunkt.

Unsere Forschungsprojekte

Als universitäre Einrichtung messen wir der Forschung selbstverständlich einen hohen Stellenwert bei. An dieser Stelle seien einige unserer breitgefächerten Forschungsaktivitäten genannt.

AG Zibert / Schmidt


Die Arbeitsgruppe Zibert / Schmidt hat ihren Schwerpunkt in der Grundlagenforschung zu entzündlichen Prozessen von Leber, Pankreas und Dünndarm. Ein Ziel ist, innovative Therapieverfahren, wie zellbasierte Therapien, bei genetisch bedingten Erkrankungen, Entzündungskrankheiten der Leber, des Pankreas und Dünndarms zu entwickeln.

Grundlagenforschung

Ein Aspekt der Arbeiten ist die Frage, inwieweit adulte Stammzellen, für die es bereits eine große Erfahrung in der klinischen Anwendung gibt (u.a. Knochenmark oder Nabelschnurblut), für eine Therapie gastrointestinaler Erkrankungen herangezogen werden können. Auch werden in diesen Ansätzen adulte Zellen verwendet, die nach Reprogrammierung und Differenzierung hergestellt werden (sog. induzierte pluripotente Stammzellen, iPS). Im Vordergrund der Untersuchungen stehen neben der Charakterisierung der molekularen Vorgänge auch sicherheitsrelevante Aspekte, die für eine mittelfristige Einführung der neuen Verfahren in die Klinik wichtig sind. Die Verbindung von Zelltherapie und nanotechnologischer Verfahren wird zur Steigerung der Therapieeffizienz einbezogen.

Angewandte Forschung

Die Diagnose von Seltenen Erkrankungen ist oftmals schwierig, da die Symptomatik komplex und patientenspezifisch ist. Die molekulare Analyse der Erbinformation repräsentiert hier einen wertvollen Bestandteil der Diagnose. Für Erkrankungen, wie die Familiäre Transthyretin Polyneuropathie (FAP) oder auch M. Wilson, stehen Zellen, wie u. a. Hepatozyten, für eine experimentelle Erforschung der Pathogenität nur eingeschränkt zur Verfügung. Die Untersuchung von Zellmodellen, die in vitro durch transgene Expression erzielt werden kann, ist ein Bestandteil der Forschungen. Mithilfe von innovativen Technologien zur Darstellung von stammzellabgeleiteten Zellen könnte zukünftig eine Bewertung der individuellen Pathogenese und eine verbesserte Therapie erreicht werden. Auch die Wirkung/-Nebenwirkung von neuen Wirkstoffen kann mit solchen stammzellbasierten Ansätzen experimentell überprüft werden. Die Transplantation geeigneter Zellen stellt eine interessante Alternative zur Organtransplantation dar.

Interdisziplinäre Forschung

Die Forschung im Bereich der Stammzellbiologie/Regenerativen Medizin und der angewandten Forschung steht in enger Kooperation mit den verschiedenen Forschungsschwerpunkten der Universität Münster, dem Max-Planck-Institut Münster sowie Unternehmen im Bereich der Biotechnologie und soll neue Möglichkeiten des Gewebe- und Organersatzes sowie der Diagnostik eröffnen.

Arbeitsgruppenleiter:

Dr. rer. nat. Andree Zibert (andree.zibert(at)­ukmuenster(dot)­de)

Univ.-Prof. Dr. med. Hartmut Schmidt (hepar(at)­ukmuenster(dot)­de)

Bei Interesse an einer experimentellen Doktorarbeit im Bereich „Stammzellen/Seltene Erkrankungen der Leber/DNA-RNA basierte Therapieverfahren/Transplantationsmedizin“ senden Sie bitte eine E-Mail zusammen mit Ihrem Lebenslauf an: andree.zibert(at)­ukmuenster(dot)­de.

Wir freuen uns auf Sie!

AG Heinzow / Kabar

Die translationale hepatobiliäre Forschung  stellt einen integralen Bestandteil unserer Arbeitsgruppe dar, und hilft uns neben der Gewinnung neuer Erkenntnisse auch die Behandlung unserer Patienten stetig zu verbessern. Das Hauptziel der translationalen Hepatologie ist die direkte Übersetzung aktueller Forschungsergebnisse in die Klinik, sodass unsere Patienten von neuen wissenschaftlichen  Erkenntnissen unmittelbar profitieren können. Neben Projekten aus dem Bereich der Endoskopie bei hepatobiliären Erkrankungen  werden auch unterschiedliche innovative bildgebende Verfahren in der Diagnostik hepatobiliärer Erkrankungen evaluiert. Darüber hinaus werden auch nicht-interventionelle Fragestellungen aus dem Bereich der Hepatologie und Transplantationsmedizin (z.B. Mikrobiota-Analysen) beforscht. Wir stehen in engem Austausch mit anderen Forschungseinrichtungen am UKM und auch anderen Forschungszentren weltweit. An dieser Stelle seien einige unserer breitgefächerten Forschungsaktivitäten genannt.

Wissenschaftliche Schwerpunkte

SNPs und deren Einfluss auf Immunsuppressiva Spiegel post transplantationem (Leber)
Ansprechpartner Miriam Maschmeier

Veränderungen der intestinale Mikrobiota in der Transplantationsmedizin
Ansprechpartner Hauke Heinzow

Hämodynamische, molekulare und zelluläre Veränderungen nach Anlage eines Transjugulären Intrahepatischen Portosystemischen Shunts (TIPS) 
Ansprechpartner Fabian Bolte

Biliäre Komplikationen nach Lebertransplantation
Ansprechpartner Iyad Kabar und Hauke Heinzow

Die Diagnostik zirkulierender Tumor-DNA als neuartiger Tumormarker des hepatozellulären Karzinoms mittels NGS
Ansprechpartner Iyad Kabar

Die Rolle von microRNA-Familien in der Pathogenese sowie deren Einfluss auf Prognose und Therapieansprechen beim hepatozellulären und Pankreaskarzinom
Ansprechpartner Iyad Kabar

Gastrointestinale Komplikationen der Leberzirrhose
Ansprechpartner Hauke Heinzow

Das hepatorenale Syndrom
Anprechpartner Hauke Heinzow

Das hepatopulmonale Syndrom
Anprechpartner Iyad Kabar

Team

Arbeitsgruppenleiter:

Prof. Dr. med. Hauke Heinzow (hauke.heinzow(at)­ukmuenster(dot)­de)

Priv.-Doz. Dr. med. Iyad Kabar (iyad.kabar(at)­ukmuenster(dot)­de)

Ärztliche Mitarbeiter:

Dr. med. Anna Hüsing-Kabar

Dr. med. Miriam Maschmeier

Dr. med. Bernhard Schlevogt

Dr. med. Fabian Bolte

Doktoranden:

Nina Steidl, Eva Wilke, Carina Stenger, Amelie Troschel, David Kara, Christina zu Dohna, Gina Katharina Merkel

Aktive Teilnahme an:

  1. Neuroendokrine Tumore (NET)-Register der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
  2. Akromegalie-Register der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie (DGE)
  3. Lipopdystrophie-Register (European Consortium of Lipodystrophy)
  4. Kurzdarm-Register
  5. NutritionDay Projekt

Wissenschaftliche Schwerpunkte:

  1. Akromegalie: Analyse von Bildgebung, klinischen und laborchemischen Parametern und Korrelation mit Outcome bei Patienten mit operativer Versorgung von Somatotropin-produzierenden Hypophysenadenomen und Akromegalie
  2. Neuroendokrine Tumore: ernährungsmedizinische Aspekte
  3. Kurzdarm-Syndrom

 
 

Unsere Arbeitsgruppe nutzt sowohl klinisch-endoskopische als auch experimentelle Ansätze in der Forschung zu chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen – Colitis ulcerosa und Morbus Crohn – bezeichnen Entzündungszustände des Magen-Darm-Trakts, die aufgrund des nicht vorhersehbaren Verlaufs und möglicher Komplikationen nach wie vor eine Herausforderung für behandelnde Ärzte darstellen. Bei einer steigenden Anzahl von Neuerkrankungen ist es unser Ziel, die klinische Patientenversorgung und unsere Forschung eng zu verzahnen. Dabei verfolgen wir folgende Schwerpunkte: 

Beteiligung von microRNAs an der Pathogenese der experimentellen Kolitis

Nach aktuellem Kenntnisstand existieren > 1000 MicroRNAs, die verschiedenste biologische Prozesse regulieren und an der Entstehung bzw. Vermittlung verschiedenster Erkrankungen involviert sein können. Es ist bekannt, dass bei Patienten mit CED viele verschiedene microRNAs anders reguliert und exprimiert werden als bei Gesunden, was auf eine Beteiligung von microRNAs an der Entstehung und Aufrechterhaltung der CED schließen lässt.  In diesem Projekt möchten wir analysieren, welche microRNAs an CED-assoziierten Pathomechanismen beteiligt sind. Wir untersuchen daher mittels Sequenzierungsanalysen die Expression aller im Blut quantifizierbarer microRNAs in verschiedenen experimentellen Kolitismodellen und können 11 verschiedene microRNAs, die in allen Kolitismodellen signifikant unterschiedlich exprimiert wurden, identifizieren. Mittels Protein-Assoziationsanalysen wird nun weiter untersucht, welche gemeinsamen Signalwege durch dieses microRNA-Panel reguliert werden und welche Assoziation zur Pathogenese der CED besteht.

Diagnostische Bildgebung von Colitis und kolorektalem Karzinom in murinen Modellen

In einem Projekt wurde die Anwendbarkeit des kontrastmittelverstärkten (Kleintier-) Ultraschalls (CEUS) des Darms zur Verlaufskontrolle und Charakterisierung einer murinen DSS-Colitis untersucht. Zur weiteren Spezifizierung des CEUS auf entzündliche Darmerkrankungen kam ein Kontrastmittel zum Einsatz, das an das darmspezifisches Zelladhäsionsmolekül MAdCAM bindet und dieses visualisiert/quantifiziert. Vergleichbare krankheitsspezifische molekulare Kontrastmittel kamen beispielsweise in der sonographischen Beschreibung früher intestinaler Neoplasien über VEGF-A im AOM-DSS Colitismodell zum Einsatz. Eine zusätzliche Weiterentwicklung in der murinen Colitisdiagnostik besteht im Einsatz von Miniatur-Endoskopen. Neben intraindividuellen Verlaufskontrollen von Colitisaktivität und Wundheilung mittels Weißlichtendoskopie, verwenden wir die Fluoreszenzendoskopie um durch den Einsatz spezifischer fluoreszierender Marker Aspekte der Karzinogenese sowie Entzündungskaskade in vivo darzustellen.

Einfluss der Primär Sklerosierenden Cholangitis auf den Krankheitsverlauf von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Die CED kann mit extraintestinalen Manifestationen wie der primär sklerosierenden Cholangitis (PSC) einhergehen.  In diesem Projekt analysieren wir den Einfluss der PSC auf den Krankheitsverlauf der CED. Die Ergebnisse unserer Kohortenstudie zeigen, dass Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) mit koizidenter PSC einen deutlich unterschiedlichen Krankheitsverlauf mit geringerer Krankheitsaktivität, weniger Schüben aber früherer Krankheitsmanifestation und ausgedehnterer Krankheitsmanifestation aufweisen. Trotz der geringeren Krankheitsaktivität ist das Risiko für die Entstehung des kolorektalen Karzinoms bei CU-PSC Patienten signifikant erhöht. Es wird weiter analysiert, welchen Einfluss die PSC auf den Krankheitsverlauf des Morbus Crohn hat.

Einfluss des JAK-STAT Signalweges und dessen Inhibition auf Pathomechanismus und Verlauf von chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Die Entstehung und Aufrechterhaltung der mukosalen Entzündungsaktivität der CED wird unter anderem durch überschießende immunologische Prozesse verschiedener Zellen des angeborenen und erworbenen Immunsystems vermittelt. Der JAK/STAT-Signalweg reguliert u. a. die Immunantwort in immunologischen Zellen. In diesem Projekt analysieren wir den Einfluss des JAK-STAT Signalweges und dessen Inhibition in verschiedenen immunologischen Zellen von CED-Patienten. Wir können zeigen, dass der JAK/STAT Inhibitor Tofacitinib Monozyten (Zellen des angeborenen Immunsystems) von CED Patienten zu einem regulatorischeren Phänotyp verändern kann. Analog zu den klinischen Erfahrungen zeigt sich ein deutlich stärkerer immunmodulatorischer Effekt von Tofacitinib auf Monozyten von Patienten mit Colitis ulcerosa (CU) im Vergleich zu Morbus Crohn (MC). Wir können weiterhin zeigen, dass der JAK/STAT Signalweg auf Monozyten von CU Patienten deutlich unterschiedlich im Vergleich zu Monozyten von MC Patienten und gesunden Kontrollen reguliert ist und stärker an inflammatorischen Prozessen in CU Monozyten beteiligt ist. Dies lässt darauf schließen, dass der JAK/STAT Signalweg einen unterschiedlichen Einfluss auf die Krankheitsaktivität von CU und MC Patienten hat. Weiterhin untersuchen wir aktuell Unterschiede des JAK/STAT Signalweges in Zellen des erworbenen Immunsystems, insbesondere in T-Zellen, von Patienten mit CU im Vergleich zu MC. Zusammenfassend können diese Erkenntnisse dazu beitragen, den JAK/STAT Signalweg als therapeutisches Target noch gezielter und effektiver zur Behandlung der CU und MC zu nutzen.

MicroRNA-320a in experimenteller Kolitis und bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

MicroRNAs (miRs) sind nicht kodierende RNAs (8-24 Nukleotide) und regulieren posttranskriptional über 30% der Protein-kodierenden Gene durch Degradation oder  direkte Suppression der messengerRNA (mRNA). miRs sind als Biomarker zur Verlaufsbeurteilungen von immunvermittelten Erkrankungen beschrieben. Unsere Ergebnisse zeigen, dass miR-320a nicht nur eine spezifische Stärkung von Tight junction Proteinen an der intestinalen Epithelbarriere vermittelt, sondern auch, dass die miR-320a Expression im peripheren Blut die intestinale Krankheitsaktivität im Rahmen einer experimentellen Colitis adäquat widerspiegelt. Eine entsprechende Analyse der miR-320a Expression in peripherem Blut von Patienten mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa bestätigt, dass die miR-320a endoskopische Krankheitsaktivität widerspiegelt und somit ein großes Potential als nichtinvasiver Biomarker zum Krankheits-und Therapiemonitoring hat.

Opportunistische virale Infektionen bei CED

Die Rolle von Infektionen mit Viren der Herpesgruppe (CMV, HSV, EBV, VZV) bei der Entstehung und Exazerbation von CED ist gegenwärtig nicht hinreichend geklärt. Außerdem ist die valide Diagnose einer klinisch relevanten und damit behandlungsbedürftigen CMV-Infektion bei CED Patienten eine Herausforderung, da exakte diagnostische Algorithmen fehlen und angewendete Verfahren oft invasiv oder zeitaufwendig sind. Mit verschiedenen immunbiologischen Verfahren (ELISPOT, PCR, Antikörper-Nachweis) untersuchen wir daher die Rolle viraler Infektionen (v.a. mit CMV oder EBV) im Rahmen der Pathogenese von CED. Dabei soll vor allem durch direkte funktionelle Analyse der antiviralen CD8+-T-Zellen die immunologische Relevanz einer viralen Infektion im Rahmen einer akuten Exazerbation der zugrundeliegenden CED geklärt werden.

Quantitative  Phasenkontrastbildgebung zur Charakterisierung von intestinaler Inflammation und Fibrose bei CED-Patienten

Unsere Arbeitsgruppe verwendet die digitalholografische Mikroskopie als Beispiel quantitativer Phasenkontrastbildgebung, um intestinales Gewebe von Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zu untersuchen.  Zur Festlegung der therapeutischen Strategie bei Patienten mit Morbus Crohn-bedingten Stenosen ist eine Differenzierung von prädominant inflammatorischen und prädominant fibrotischen Stenosen wichtig, jedoch ist dies mittels der aktuell verfügbaren Diagnostik nur bedingt möglich. Bei Colitis ulcerosa Patienten ist eine verlässliche und direkte Einschätzung der intestinalen Entzündung ebenfalls sehr wichtig. Die digitalholografische Mikroskopie (DHM) ermöglicht eine färbungsfreie, quantitative Phasenkontrastbildgebung. Auf der Basis optischer Weglängendifferenzen kann ein Brechungsindex bestimmt werden, der direkt mit der Dichte des untersuchten Gewebes korreliert.

Team

Dr. med, Markus Brückner, Bereichsleiter Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Oberarzt

Dr. med. Arne Bokemeyer, stv. Leiter klinische Studien, Assistenzarzt

Jost Buskermolen, Assistenzarzt

Dr. med. Friederike Cordes, Fachärztin

Dr. med. Claudia Demmig, Assistenzärztin

Dr. med. Tobias Nowacki, Oberarzt

Dr. med. Phil-Robin Tepasse, stv. Bereichsleiter CED, stv. Oberarz

Sonja Dufentester, MTA

Elke Weber, MTA

 

Ausgewählte Publikationen:

https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/?term=Br%C3%BCckner+Markus+OR+Nowacki+TM+OR+Tepasse+P+OR+Bokemeyer+A+OR+Cordes+Friederike+OR+POTT+Friederike

Klinische Forschung

AG Prof. Cicinnati/Beckebaum
AG Prof. Fuhrmann