Ablauf einer Organspende

Wie läuft eine Organspende ab? Was ist zu beachten und wer hilft den Angehörigen bei der eventuell notwendigen Entscheidungsfindung?

Nicht allen Patienten mit schweren Hirnverletzungen kann auf der Intensivstation geholfen werden. Oft sind die Verletzungen so erheblich, dass durch Untersuchungen nur noch der Hirntod diagnostiziert werden kann. Der Hirntod ist unumkehrbar und bezeichnet den Verlust jeder Wahrnehmung und der zentralen Steuerungsfähigkeit für die gesamten Körperfunktionen.

Eintritt des Hirntodes

Sobald der Hirntod diagnostiziert wurde, machen weitere therapeutische Bemühungen keinen Sinn mehr. Falls aus medizinischer Sicht eine Organspende in Betracht kommen könnte, führt der behandelnde Arzt oder ein als Transplantations-Koordinator tätiger Arzt das Gespräch mit den Angehörigen. Dabei wird die künstliche Beatmung weiter aufrechterhalten. Liegt kein Organspendeausweis vor, müssen die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen entscheiden.

Koordinierung der Vermittlung

Liegt ein Organspendeausweis vor oder stimmen die Angehörigen der Organspende zu, werden Laboruntersuchungen eingeleitet. Unter anderem werden Blutgruppe und Gewebemerkmale bestimmt, um Infektionen des Organempfängers zu vermeiden. Gleichzeitig werden die Koordinierungsstellen für die Vermittlung der Organe informiert: die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) und die Stiftung Eurotransplant im niederländischen Leiden.

Organspende rettet Leben

Mit größter chirurgischer Sorgfalt werden die Organe, die für eine Spende freigegeben wurden, entnommen. Während dieser Operation wird entschieden, ob ein Organ wirklich zur Transplantation und für den vorgesehenen Empfänger geeignet ist. Die gespendeten Organe werden auf schnellstem Wege in die Transplantationszentren gebracht, wo die Organempfänger bereits auf die bevorstehende Transplantation vorbereitet wurden. Nach der Organentnahme wird der Leichnam in würdigem Zustand zur Bestattung freigegeben. Angehörige können, wenn sie es wünschen, sich vorher in unserem Hause von ihrem Verstorbenen verabschieden.

 
 
 
 

Festellung des Hirntods

Zwei erfahrene Ärzte, die nicht in den Transplantationsprozess involviert sein dürfen, stellen unabhängig voneinander nach den Richtlinien der Bundesärztekammer in einem festgelegten mehrstufigen Verfahren den Hirntod fest (§16 Abs 1 Transplantationsgesetz).

Weitere Informationen dazu finden Sie hier.