Plakate, UKM-Pflegekampagne 20...

Seelisch gesunden

 

Die Pflege in der psychosozialen Medizin ist geprägt von der Begleitung und Unterstützung der Patienten in ihrem psychischen Genesungsprozess. Die medizinische Behandlungspflege im herkömmlichen Sinne stellt dabei den kleineren Teil der pflegerischen Tätigkeit dar. Es stehen vielmehr die psychosozialen Probleme und Ressourcen des erkrankten Menschen im Vordergrund. Unabhängig von der jeweiligen Erkrankung oder dem Alter der Patienten geht es bei der Pflege in der psychosozialen Medizin am UKM darum

  • die Patienten in ihrer Ganzheit wahrzunehmen. Dazu gehören der individuelle Krankheitszustand, die Fähigkeit der Alltagsbewältigung und Beziehungsgestaltung, die Biografie, die aktuelle Lebenssituation und die noch vorhandenen persönlichen Interessen.
  • ein hohes Maß an Einfühlungsvermögen und Flexibilität zu entwickeln, um die Patienten dabei zu unterstützen, ihre sozialen, psychischen und physischen Kompetenzen auszubauen und so einzusetzen, dass sie ein akzeptables und lebenswertes Leben führen können.
  • eine vertrauensvolle und tragfähige Beziehung zum Patienten von Beginn an aufzubauen und eine größtmögliche Kontinuität bei der Zuständigkeit der pflegerischen Bezugsperson zu gewährleisten. (Bezugspflege)
  • die Pflege als Teil des therapeutischen Prozesses zu verstehen, die hilft, festgelegte Therapieziele im alltäglichen Umgang mit den Patienten umzusetzen, ohne jedoch selbst therapeutisch zu intervenieren.
  • sich innerhalb eines multiprofessionellen Teams über die Patienten kontinuierlich auszutauschen, Rückmeldung über Entwicklungsschritte zu geben und ggf. pflegerische Maßnahmen anzupassen. Dabei nimmt jede Berufsgruppe eine eigenständige, jedoch eng verzahnte Rolle innerhalb des therapeutischen Teams ein.
  • die fachspezifischen Kenntnisse in wöchentlichen Schulungen und Einzelfallbesprechungen zu erweitern.
  • Deeskalationsstrategien und Krisenmanagement durch regelmäßige Schulungen zu trainieren.

 Der pflegerische Bereich der psychosozialen Medizin umfasst folgende Kliniken:

  • Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie
  • Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

 

Klinik und Poliklinik für Psychosomatik und Psychotherapie

Die Klientel der Klinik und Poliklinik sind erwachsene Patienten mit psychogenen Ess-Störungen, somatoformen (Schmerz-) Störungen, somatopsychischen und psychotraumatischen Störungen.

Besondere Aufgabenstellungen an die Pflege sind:

  • Erhebung der Pflegeanamnese gemeinsam mit dem Patienten
  • Planung und Durchführung einzelfallbezogener Pflegemaßnahmen
  • selbständige, schriftliche Kontrolle und ggf. Korrektur der geplanten Pflegemaßnahmen
  • Einstufung in die pflegerischen Standardprogramme
  • Kontaktaufnahme zu Angehörigen und nach Absprache mit dem Bezugstherapeuten deren Einbeziehung in die Therapie
  • Vorbereitung von Belastungserprobungen sowie deren Nachbesprechung mit dem Patienten
  • mindestens ein wöchentliches Einzelgespräch mit dem Patienten
  • Anleitung und Begleitung bei: Alltagshygiene, Einhaltung stützender Tagesstruktur, Orientierung geben durch Reflexion der Regeln, Freizeitgestaltung

 

 

Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Die Klientel der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie sind Patienten mit allen psychischen Störungen. Behandlungsschwerpunkte sind insbesondere Depressionen und manisch depressive Erkrankungen, Psychoseerkrankungen, neurotische Erkrankungen und Aufmerksamkeits- und Gedächtnisstörungen. Ein Teil der stationären Patienten sind nicht nur psychisch erkrankt, sondern müssen darüber hinaus aufgrund einer somatischen Erkrankung versorgt werden.

Besondere Aufgabenstellungen an die Pflege sind:

  • Umfassende Kenntnis sowohl der psychiatrischen als auch der somatischen Erkrankungen
  • Planung, Evaluation und Durchführung individueller psychiatrischer Pflegemaßnahmen
  • Anwendung der pflegerischen Standardprogramme
  • Verabreichung von Medikamenten und deren Wirkung und Nebenwirkung einschätzen
  • Größtmögliche Einbeziehung von Angehörigen und Bezugspersonen des Patienten zur Klärung pflegerelevanter Themen
  • Anleitung und Begleitung bei der Alltagsbewältigung
  • Begleitung des Patienten in der Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge zur Elektrokrampftherapie (EKT)

 

Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie

Die Klientel der Klinik sind Kinder und Jugendliche im Alter von sechs Jahren bis ins junge Erwachsenenalter. In der Familientagesklinik werden Säuglinge, Klein-und Vorschulkinder und ihre Familien behandelt.

Neben der Diagnostik und Behandlung aller übrigen Störungsbilder gibt es folgende Behandlungsschwerpunkte:

  • Emotionale Störungen und affektive Erkrankungen, besonders bei Jungen
  • Komplexe und schwerwiegende Schulstörungen und Schulverweigerungen
  • Essstörungen (Anorexie, Bulimie)
  • Komplexe und komorbide Fälle von ADHS
  • Krankheitsbilder aus dem Bereich Säuglings-Kleinkind- und Vorschulkindpsychiatrie
  •  Autismus und Aspergerdiagnostik
  • Psychotraumatastörungen

Besondere Aufgabenstellungen an die Pflege sind:

  • Planung und Durchführung einzelfallbezogener psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Pflegemaßnahmen
  • selbständige, schriftliche Kontrolle und ggf. Korrektur der geplanten Pflegemaßnahmen
  • Integration des systemischen Therapieansatzes, bei dem Pflege ein Teil des therapeutischen Settings ist
  • Stabilisierung des familiären Umfeldes in enger Zusammenarbeit mit den behandelnden Therapeuten, Psychologen und Erziehern
  • Ausgabe von Medikamenten und Einschätzen von Wirkung und Nebenwirkung
  • Anleitung und Begleitung bei: Alltagshygiene, Einhaltung stützender Tagesstruktur, Regelbefolgung, Freizeitgestaltung
  • Bezugsbetreuung: Beziehungsgestaltung mit den Patienten, Hilfen im Umgang mit eigenen Gefühlen (Affektregulation),Förderung der Selbstfürsorge und Unterstützung bei zunehmender Übernahme von Eigenverantwortung
 
 
 
 
Foto Psychosoziale Pflege
Foto Psychologische Hilfestellung
Foto Gemeinsame Aktivitäten