UKM Prostatazentrum

Klinischer Behandlungspfad „Radikale Prostatektomie“


Die Behandlung von Patienten mit Prostata(krebs-)erkrankungen ist im Prostatazentrum der Klinik und Poliklinik für Urologie des Universitätsklinikums Münster hoch standardisiert, d.h. wir haben für unsere Patienten, die sich einer radikal-operativen Entfernung der Prostata unterziehen müssen, einen detaillierten Klinischen Behandlungspfad entwickelt, der nicht nur die gesamte ambulante und stationäre Versorgung dieser Patienten sondern auch krankenhausindividuelle Besonderheiten berücksichtigt. Seit  Anfang 2006 werden alle Patienten, die eine radikale Entfernung der Prostata erhalten, unter Berücksichtigung des klinischen Behandlungspfades „Radikale Prostatektomie“ therapiert.

Diese sog. „Klinischen Pfade“  wurden in den USA entwickelt und sind als System zu verstehen, das sich weiterentwickelt, selbst überprüft, anpasst und verbessert, man spricht in diesem Zusammenhang auch von einem „Lernenden System“.


Was sind die Ziele von Klinischen Behandlungspfaden?

Berücksichtigung von Patientenerwartungen durch umfassende Information und Aufklärung

Steigerung der Patienten- und Mitarbeiterzufriedenheit

Patientensicherheit wird gefestigt durch festgelegte Standards und Absprachen als wichtiger Beitrag zum Risikomanagement

Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen Behandlung
Verbesserung der Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität durch definierte Qualitäts- und Behandlungsziele

Qualitäts- und Behandlungsziele
Effiziente Nutzung der vorhandenen Ressourcen durch 
- Verkürzung der Verweildauer  
- Abbau unnötiger Leistungen 
- Realisierung von Einsparpotentialen

Schaffung von Transparenz über Abläufe und Kosten des Gesamtprozesses

Optimierung der Aus-, Fort- und Weiterbildung

Wichtig ist für unsere Patienten dabei, dass es sich bei dem Behandlungspfad „Radikale Prostatektomie“ um keine starre Arbeitsanweisung  handelt, die im Sinne einer „Kochbuchmedizin“ die ärztliche oder pflegerische Entscheidungsfreiheit einschränkt und unausweichlich „nur den einen“ Behandlungsweg vorschreibt. Er zeichnet sich vielmehr dadurch aus, dass von ihm begründet jederzeit abgewichen werden kann. Unser Ziel ist daher die ständige aktuelle Anpassung des Behandlungspfades „Radikale Prostatektomie“, denn je ausgereifter ein solcher Pfad ist, desto seltener wird von ihm abgewichen werden müssen.


Wann wird vom Behandlungspfad abgewichen?

Arzt-Präferenz, d.h. der behandelnde Arzt entscheidet sich für eine Abweichung, da sich der Zustand des Patienten, anders als zum Zeitpunkt der Aufnahme erwartet oder während der Behandlung, verändert.

Patienten-Präferenzen, d.h. der Patient selbst wünscht eine andere/modifizierte Behandlung.

Mit Hilfe dieses speziellen Pfades wird der gesamte Verlauf der Patientenbehand-lung, von der der stationären Aufnahme bis zur Entlassung, gesteuert. Der Pfad unterstützt die optimale Organisation des ambulanten und stationären Behandlungs-Ablaufes ebenso wie die Kommunikation der Beteiligten (Patient, Pflegekräfte, Physiotherapeuten, Ärzte) untereinander. Er fördert somit das Teamwork, die Ressourcen-Nutzung, die ökonomische Bewertung, die klinische Dokumentation und führt damit zu ausgezeichneten qualitativen Ergebnissen für den einzelnen Patienten.

Auf der Basis des Behandlungspfades „Radikale Prostatektomie“ werden sog. „Patientenpfade“ entwickelt. Diese stellen eine für den Patienten verständliche und verkürzte Form eines klinischen Behandlungspfades dar. Sie erhalten den Patientenpfad vor der Behandlung von Ihrem behandelnden Arzt, damit Sie über alle mit der Behandlung verbundenen Schritte umfassend aufgeklärt werden.