UKM Prostatazentrum

Studien zu Prostatakrebs

Leiter der Studien in Münster: PRIAS, PSAInForm + ART-2: 
Prof. Dr. med. Axel Semjonow
T: 0251-8357417 oder E:
prostata(at)­uni-muenster(dot)­de

Früherkennung von Prostatakrebs

PSAInForm - Entscheidungsunterstützung und Prozessqualität bei der Früherkennung des Prostatakarzinoms - Ein Modellprojekt in der Region Münster  Die Studie untersucht die Auswirkungen einer computergestützten Entscheidungshilfe zum PSA-Test im Vergleich zu einer herkömmlichen Beratung. Als Zielgrößen werden die Zufriedenheit mit der Beratung, die Einbeziehung des Mannes, mögliche Entscheidungskonflikte, das Gefühl der Sicher-heit der Betroffenen und die Entscheidung für oder gegen den Test erhoben. Die Entscheidungshilfe wird im Regierungsbezirk Münster in etwa 100 Praxen erprobt werden. Die Praxen erklären sich dabei bereit, ihre Patienten – je nach Zuteilung (Randomisierung) - konventionell oder mit Hilfe der computergestützten Entscheidungshilfe, ergebnisoffen zu beraten. Hintergrund: Die Diskussion über Schaden und Nutzen des prostataspezifischen Antigens (PSA) in der Früherkennung von Prostatakrebs hält auch nach ersten Veröffentlichungen der Ergebnisse großer Studien an. Die tumorbedingte Sterblichkeit kann mit Hilfe PSA-basierter Früherkennung gesenkt werden. Wie bei jedem Früherkennungsprogramm können aber auch Tumore diagnostiziert werden, deren Nichtentdeckung und Nichtbehandlung dem Betroffenen nicht geschadet hätte. Ein flächendeckendes PSA-Screening wird aufgrund der noch nicht abgeschlossenen europäische Früherkennungsstudie aktuell nicht empfohlen. Die meisten Fachgesellschaften plädieren für eine Aufklärung der an Früherkennung interessierten Männer über Vor- und Nachteile des PSA-Tests bereits vor dessen Durchführung. Die Entscheidung, ob ein Mann einen PSA-Test durchführen lässt, sollte nach bestmöglicher Aufklärung über nachge-wiesene oder zu vermutende Vor- und Nachteile ihm selbst überlassen werden. Vor diesem Hintergrund wird im Rahmen der Studie zunächst die Häufigkeit der Verwendung von PSA zu Früherkennungszwecken im Regierungsbezirk Münster erhoben, da es hierzu bislang bundesweit keine verlässlichen Daten gibt. Ziel der Studie ist die Entwicklung einer gut verständlichen, bebilderten computergestützten Entscheidungshilfe zur PSA-basierten Früherkennung, die während der ärztlichen Beratung um Einsatz kommt und die den Mann in die Lage versetzen soll, sich eine eigene Meinung und somit eine Entscheidung für oder gegen eine Früherkennung zu PSA zu bilden. Das Konzept orientiert sich dabei am Vorbild anderer erprobter Entscheidungshilfen nach dem arriba® Modell, z.B. für Herz-Kreislaufer-krankungen oder Diabetes.

Organbegrenzter Prostatakrebs

PRIAS-Studie (Aktive Überwachung), für Patienten mit einem neu diagnostizierten, organbegrenzten Prostatakarzinom.
Aktive Überwachung bedeutet Männer mit einem neu diagnostizierten Prostatakrebs zunächst in regelmäßigen Zeitabständen zu beobachten und nicht sofort, sondern erst zeitlich verzögert mit einer aktiven Behandlung (Operation oder Bestrahlung der Prostata) zu beginnen. Bei den engmaschigen Kontrollen ab Diagnosestellung wird im weiteren Verlauf festgestellt, ob ein Therapiebedarf grundsätzlich besteht. Wenn dies erforderlich sein sollte, wird dann die Therapie in heilender (kurativer) Absicht durchgeführt. Weitere Informationen zur Studie finden Sie auf dem Informationsblatt des Prostatazentrums zu diesem Thema unter dem Link Broschüren/Flyer.

Leiter der Studien bei metastasiertem Prostatakarzinom:
Dr. med. Martin Bögemann
T: 0251-83 48001 oder E:
Martin.Bögemann(at)­ukmuenster(dot)­de

Fortgeschrittener Prostatakrebs

Studien vor Chemotherapie für Patienten mit kastrationsrefraktärem Prostatakrebs ohne Nachweis von Metastasen 
SPARTAN Eine multinationale, multicenter, doppelblind randomisierte Phase 3-Studie zur Untersuchung von ARN-509 (Antiandrogen) bei Männern mit nicht metastasiertem kastrationsresistenten Prostatakrebs.  

Studien zur Optimierung der Chemotherapie mit Docetaxel
Tasquinimod
Eine doppelblind randomisierte, placebokontrollierte "Proof of Concept"-Phase-2-Studie einer Erhaltungstherapie mit Tasquinimod bei Patienten mit metastasiertem, kastrationsrefraktären Prostatakrebs ohne Nachweis eines Erkrankungsprogresses nach Abschluss einer Erstlinienchemotherapie mit Docetaxel. 
Quolitax Überprüfung der Lebensqualität bei Patienten unter Erstlinien-Chemotherapie mit Standard Docetaxel/Prednison, die in keiner anderen Studie behandelt werden.                                                                   

Studie zur Lebensqualität bei Zweitlinienchemotherapie mit Cabazitaxel
Quolitime
Überprüfung der Lebensqualität bei Patienten unter Zweitlinien-Chemotherapie mit Standard Cabazitaxel/Prednison, die in keiner anderen Studie behandelt werden.

 
 
 
 

ART-2 Studie

ART-2 Multizentrische randomisierte Phase-III-Studie zur Wirkung einer adjuvanten Strahlentherapie bei Pateinten mit Prostatakarzinom mit oder ohne positiven Schnittrand nach radikaler Prostatektomie und Lymphknotenmetastasierung mit geringer Tumorlast (Mikrometastasen, ≤ 2 Lymphknotenmakrometastasen).
Verglichen wird Strahlentherapie versus „wait and see“ bei operierten Patienten mit max. 2 Lymphknotenmetastasen
Status: offen, Rekrutierung möglich
Weitere Informationen finden Sie unter folgendem Link

PSAInForm

Die von der deutschen Krebshilfe e.V. unterstützte Studie untersucht die Auswirkungen einer computergestützten Entscheidungshilfe zum PSA-Test im Vergleich zu einer herkömmlichen Beratung. Als Zeilgrößen werden die Zufreidenheit mit der Beratung, die Einbeziehung des Mannes, mögliche Entscheidungskonflikte, das Gefühl der Sicherheit der Betroffenen und die Entscheidung für oder gegen den Test erhoben.

Studiensekretariat Urologie

Informationen zu aktuellen Studien im Bereich Prostatakrebs erhalten Sie auf den Seiten der Studienzentrale der Klinik für Urologie am UKM.

Falls Sie sich für die Teilnahme an der PRIAS- oder PREFERE-Studie interessieren, nehmen Sie bitte Kontakt auf zu den Mitarbeitern des Prostatakarzinomzentrums Frau Ptok T: 0251-8357417 oder Herrn Kruse T: 0251-8352112.

"Active surveillance for low-risk prostate cancer."

Artikel aus 08/2012 zu lesen im Internet unter: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22878262

Autoren: Bangma CH, Bul M, van der Kwast TH, Pickles T, Korfage IJ, Hoeks CM, Steyerberg EW, Jenster G, Kattan MW, Bellardita L, Carroll PR, Denis LJ, Parker C, Roobol MJ, Emberton M, Klotz LH, Rannikko A, Kakehi Y, Lane JA, Schröder FH, Semjonow A, Trock BJ, Valdagni R.