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Forschungsprojekte der Stabsstelle Telemedizin

Auf den folgenden Seiten finden Sie Informationen über laufende und abgeschlossene Forschungsprojekte der Stabsstelle Telemedizin.

Das Projekt „Medizinische Falldatenkommunikation in interoperablen Netzwerken“, kurz FALKO.NRW, beschäftigt sich mit dem Aufbau eines landesweiten Netzwerkes zur telemedizinischen Falldatenkommunikation in Nordrhein-Westfalen. Ziel ist die Entwicklung eines Standards zum Austausch elektronischer Falldaten zwischen den an der Behandlung beteiligten Leistungserbringern. Dazu sollen bereits bestehende Strukturen wie der Westdeutsche Teleradiologieverbund genutzt werden. Die einrichtungs-, sektor- und standortübergreifende Zusammenarbeit soll vereinfacht werden.

Unter der Leitung der MedEcon Ruhr GmbH beteiligen sich insgesamt sechszehn Partner an FALKO.NRW. Darunter sind vier Universitätskliniken, mehrere Softwarehersteller sowie Fallaktenprovider, die Hochschule Niederrhein, die Westfälische Hochschule Gelsenkirchen, Bocholt, Recklinghausen und das Essener Forschungsinstitut für Medizinmanagement GmbH.

Die Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie wird als die ausführende Stelle der Westfälischen Wilhelms-Universität das Projekt im Bereich der Schwerverletztenversorgung unterstützen. Schwerpunkte sind der Austausch von Informationen zwischen der Uniklinik und einer peripheren Klinik sowie die spezielle Befundanforderung. Das zentrale Ziel ist, die im Rahmen der Schwerverletztenversorgung stattfindende Kommunikation mit externen Einrichtungen zu vereinfachen und effektiver zu gestalten.

Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

 

Im März 2016 ist das dreijährig laufende Projekt Telemedizinische Informationen bei MEdizinischen Notfällen (T.I.M.E.) gestartet. Leitung des Forschungsvorhabens übernimmt die Stabsstelle Telemedizin des UKM in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, dem Lehrstuhl der Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie / UKM-Trainingszentrum, dem Institut für Medizinische Informatik, dem Institut für Biometrie und Klinische Forschung und dem Zentrum für Klinische Studien Münster. Weitere Projektbeteiligte sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), die DATATREE AG (DATATREE), die CompuGroup Medical Deutschland AG (CMG), VISUS Technology Transfer GmbH (VISUS) und die Akademie der Unfallchirurgie GmbH (AUC). Das Vorhaben wird aus Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) gefördert.

Übergreifendes Ziel des Kooperationsprojekts ist es, die Qualität, Sicherheit und Effizienz der Notfallversorgung mithilfe innovativer und nutzerorientierter Informations- und Kommunikationslösungen flächendeckend zu erhöhen.

Im Projekt T.I.M.E. wird dabei zwischen zwei Teilprojekten unterschieden. Das Teilprojekt „Notfalldaten“ untersucht in einer Simulationsstudie den Einfluss des Notfalldatensatzes auf die präklinische Versorgung. Dies geschieht vor dem Hintergrund der ab 01.01.2018 geplanten Bereitstellung des Notfalldatensatzes auf der elektronischen Gesundheitskarte. Außerdem beschäftigen sich die Akteure des Projekts damit herauszufinden, wie die Verfügbarkeit von Notfalldatensätzen erhöht werden kann.

Im Teilprojekt „Tele-Schockraum“ soll ein umsetzungsfähiges Konzept zur telematischen Unterstützung der Schockraumversorgung in regionalen und lokalen Traumazentren durch überregionale Traumazentren entwickelt und evaluiert werden. Durch Video- und Audiokommunikation sowie Datenübertragung von z.B. Bildgebung oder Befunden zwischen den Kliniken soll eine optimierte Betreuung von Schwerverletzten geschaffen werden.
Das überregionale Traumazentrum unterstützt dabei die Schockraumversorgung in den peripheren Krankenhäusern. Mithilfe dieses Kooperationskonzepts soll künftig eine noch effizientere  Schwerverletztenversorgung in die Fläche gebracht werden.

 

Im Rahmen des Projekts NFDM-Sprint der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik), an dem die Bundesärztekammer, das UKM und die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) beteiligt sind, legen Hausärzte und niedergelassene Internisten in der Region Münster sowie Ärzte des UKM im Zeitraum von Mai bis November 2016 insgesamt rund 4.000 Notfalldatensätze (NFD) für Patienten an.

Ziel des Pilotprojekts NFDM-Sprint ist es zu untersuchen, wie die Anlage von Notfalldaten bestmöglich durch Arztinformationssysteme unterstützt werden kann. Dieser Test ist ein wichtiger Schritt für die Notfalldaten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK), deren Einführung der Gesetzgeber ab 01.01.2018 vorschreibt und die anschließend jedem gesetzlich Versicherten freiwillig zur Verfügung stehen werden.

Der Begriff Notfalldaten-Management (NFDM) steht für den Umgang mit Informationen, die auf der elektronischen Gesundheitskarte abgelegt werden und den Behandelnden in einer medizinischen Notfallsituation weiterhelfen. Im NFDM wird unterschieden zwischen dem Notfalldatensatz mit notfallrelevanten medizinischen Informationen und dem Datensatz Persönliche Erklärungen (DPE) des Patienten. Beide werden künftig auf der eGK getrennt voneinander gespeichert und lassen sich im Notfall auch separat lesen. Der NFD kann zum Beispiel Angaben zu Diagnosen, Medikation oder Allergien enthalten, der DPE Hinweise zum Aufbewahrungsort etwa einer Patientenverfügung. Der Patient entscheidet, ob er einen NFD für sich anlegen lässt. Im Notfall können Ärzte oder Notfallsanitäter diese Informationen unter Nutzung ihres elektronischen Heilberufsausweises abrufen.

Weitere Informationen zum Projekt NFDM-Sprint finden Sie unter www.nfdm.gematik.de.

Im Rahmen des erfolgreich abgeschlossenen telemedizinischen Projektes MA-RIKA wurden zum einen in der Region Münsterland (Modellregion) die für die akute prä-klinische und klinische Versorgung lebensbedrohlicher Notfälle älterer Menschen wichtigen Informationen zur Wahl der nächsten geeigneten Klinik zentral gebündelt und dem Fachpersonal (Leitstellen, Rettungskräfte, Notärzte und Klinikärzte) mittels Smartphone-Applikation (Prototyp) zur Verfügung gestellt. Ermöglicht wurde außerdem eine einfache, direkte Kontaktaufnahme zwischen Notärztin / Notarzt und zuständiger Fachärztin bzw. zuständigem Facharzt der Klinik mit dem zentralen Ziel, die Kommunikation des medizinischen Fachpersonals untereinander zu optimieren.

Über eine Schnittstelle zwischen dem Informationssystem Gefahrenabwehr des Landes NRW (IG-NRW) und MA-RIKA besteht ferner die Möglichkeit zur einfachen Ein- und Anbindung in ein existierendes, zentrales IT-System, mit dem die Krankenhäuser ihre Versorgungskapazitäten online an- und abmelden.
Darüber hinaus sollte eine angepasste prototypische Smartphone-Applikation Bürgerinnen und Bürger in die Lage versetzen, über die ortsgebundene Suche Informationen zu der gewünschten, nächst gelegenen Fachabteilung oder zu (zertifizierten) Zentren wie etwa Traumazentren, Stroke Units und Chest Pain Units erhalten.

Ein weiteres zentrales Ziel des Projekts MA-RIKA war überdies, den von der Bundesärztekammer (BÄK) für die elektronische Gesundheitskarte (eGK) entwickelten Notfalldatensatz (NFD) inhaltlich zu validieren. Hierbei standen die Untersuchung der Gebrauchstauglichkeit des NFD und der dazugehörigen Ausfüllanweisungen sowie Analysen zu Sensitivität, Selektivität und dem erwarteten Nutzen des Datensatzes im Mittelpunkt. 

Das Projekt wurde unter der Projektleitung der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des UKM zusammen mit dem Institut für Medizinische Informatik (IMI/WWU), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Institut für Luft- und Raumfahrtmedizin (DLR e.V.) sowie den Unternehmen opwoco GmbH und metacrew consulting GmbH in der Zeit vom 01.02.2013 bis 31.07.2015 durchgeführt. Gefördert wurde das Projekt  vom Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes Nordrhein-Westfalen mit Mitteln der Europäischen Union. 

Seit Februar 2017 führen die Stabsstelle Telemedizin und die Klinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie des UKM zusammen mit dem Universitätsklinikum Aachen (UKA) das durch den Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) geförderte Projekt TELnet@NRW durch. Weitere Projektbeteiligte sind 17 Krankenhäuser und zwei Praxisnetze aus NRW, die Techniker Krankenkasse, die Krankenhausgesellschaft NRW, die Ärztekammer Westfalen-Lippe, die Ärztekammer Nordrhein, das Zentrum für Telematik und Telemedizin GmbH (ZTG) aus Bochum sowie die Fakultät für Gesundheitswissenschaften der Universität Bielefeld.

Ziel des dreijährigen Projektes TELnet@NRW ist es, ein sektorenübergreifendes telemedizinisches Netzwerk in Nordrhein-Westfalen als neue digitale Versorgungsform aufzubauen. Der Schwerpunkt des Projektes liegt auf der verbesserten Behandlung von Patienten aus der Intensivmedizin und der Infektiologie. Zur Implementierung des TELnet@NRW werden die Krankenhäuser und Praxisnetze mit den jeweiligen Fachärzten des UKA und des UKM verbunden. Für die jeweils vor Ort tätigen Ärzte bedeutet diese digitale Zusammenarbeit eine bedarfsgerechte Entscheidungshilfe, die zusätzliche hochspezialisierte ärztliche Expertise kosteneffizient am jeweils notwendigen Ort zur Verfügung stellt. Im Rahmen des Projektes sollen zudem Wege gefunden werden, diese innovative Versorgung zukünftig als Bestandteil der Regelversorgung finanzieren zu können.

Als innovatives, digitales Netzwerk ermöglicht es TELnet@NRW somit, Patienten und Gesundheitsdienstleistern der Intensivmedizin und Infektiologie rund um die Uhr eine zeitnahe, flexible und Kosten-Nutzen-effiziente medizinische Fachexpertise zur Verfügung zu stellen. Da die grundlegenden Strukturen der telemedizinischen Versorgung auch auf andere medizinische Fachbereiche übertragbar sind, steht TELnet@NRW exemplarisch für den effektiven Einsatz vorhandener medizinischer und technischer Ressourcen. Weitere Informationen zum Projekt finden Sie unter http://www.telnet.nrw/

 
 
 
 

Kontakt

Priv.-Doz. Dr. med. Christian Juhra, MBA
Stabsstelle Telemedizin

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